Waldschule Zehlendorf, Stahnsdorfer Damm 3, 14109 Berlin
„Wenn die Kinder rausgehen und glücklich sind, dann hat man das Beste getan.“
Paul Maar
Seit 25 Jahren besuchen Berliner Kinder und Jugendliche die Waldschule Zehlendorf und entdecken mit uns gemeinsam den Wald. Jeder Waldtag steckt voller schöner wichtiger Erlebnisse, kleiner Naturwunder und macht es möglich, etwas über die Bedeutung des Waldes zu erfahren.
Wir sind dankbar dafür, dass die Waldpädagogik in Berlin Unterstützung und wachsende Wertschätzung erfährt.
Ein Vierteljahrhundert ist ein Grund zum Feiern und wir möchten Euch herzlich zu unserem Jubiläumsfest einladen. Wir freuen uns darauf, gemeinsam bei Kaffee und Kuchen, Wildwürstchen und Waldlimo Geschichten auszutauschen, zu lachen und neue Pläne für die nächsten Jahre zu schmieden.
Am Samstag dem 21.Mai 2022 zwischen 12:00 und 18:00 planen wir ein vielfältiges Programm für jedes Alter.
Es warten viele Aktionen im Wald und auf unserem Gelände wie Tierspuren suchen, eine Kräuterwerkstatt, Schnitzen, Waldspiele, ein Parcours und vieles mehr.
Hallo du, der Frühling ist da!!! Freust du dich auch so darüber wie ich? Überall blüht und zwitschert es – ich habe sogar auch schon eine Nachtigall gehört, die nun nach langem Flug aus dem Winterquartier auf Partnersuche ist. Hast du auch schon zurückgekehrte Zugvögel wie den Weißstorch, Kuckuck und die Schwalbe gesehen oder gehört?
Ja, ringsumher beginnt nun wieder neues Leben! Viele Vögel haben bereits ein Nest gebaut und bei einigen sind sogar schon kleine Vogelbabys geschlüpft.
Auf meinem letzten Spaziergang habe ich auch Babys entdeckt, und zwar Baumbabys! Doch es war mir erst gar nicht klar, dass es kleine Bäume waren. Sie sahen so ganz anders aus!
Das eine Baumbaby erinnerte mich an einen Propeller und das andere sah wie eine Muschelpflanze oder besser noch, wie eine Pflanze mit Elefantenohren aus!
Erst später erfuhr ich, dass diese Baumbabys Keimlinge genannt werden und ich sah dann auch, dass aus dem Propeller Spitzahornblätter wuchsen. Aha, so also begann auch das Leben von meinem Baumfreund Hartmut!!!
Wow, und aus der Muschelpflanze reckten sich dann Buchenblätter!
Jaja, auch ein großer, starker Baum fängt eben klein an und muss sich auch gedulden, bis er zu den Großen gehört!
Beim nächsten Erkundungsgang konnte ich sogar noch größere Geschwister meiner Baumbabys, oh pardon der Keimlinge, entdecken. Daraus machte ich ein Spiel: Ich suchte zunächst ein Bäumchen was genauso groß war wie ich, dann schaute ich nach größeren, bis ich eines fand, unter das ich mich stellen konnte. Beim Spitzahorn fand ich schnell die verschiedenen Größen, ohne dass ich den Ort verlassen musste.
Bei der Buche musste ich länger suchen. Woran das wohl liegt???
Außerdem machte mich noch etwas stutzig; so viel ich auch suchte, ich fand in der Nähe der Spitzahornkinder nirgends einen großen Ahornbaum. Bei den Buchenkindern fand ich dagegen schnell die „Mutter“.
Ich überlegte: Ob das mit den Früchten der Bäume zu tun hat? Denn ich kann mich noch gut erinnern, dass die Ahornnasen beim letzten Herbststurm wie Propeller durch die Luft flogen (ach, deshalb sehen wohl auch die Keimlinge so aus). Und beim Pilze sammeln fiel mir eine Buchecker fast auf den Kopf!
Hm, da ist es wieder – ein neues Naturrätsel, was es zu lösen gibt!!!
Ich bin davon überzeugt, dass mir dies gelingen wird, doch jetzt werde ich erstmal die Frühlingstage genießen und mich an dem frischen Grün des Blätterdachs im Wald erfreuen. Kommst du mit?
Detektivblatt Baumkinder
Drucke dir das Detektivblatt aus und gehe auf Entdeckungstour im Wald.
Im Wald wohnt ein Käfer, den viele Menschen kennen. Auch ich kann ihn sofort bestimmen.
Schwarz- blau ist seine Farbe. Wie ein typischer Käfer sieht er aus. Sein Körper ist rundlich und seine Oberfläche glatt. Mit etwa 16 bis 20 Millimeter Länge ist er nicht der Kleinste.
Große Beachtung habe ich ihm bisher aber nicht geschenkt. Ich erinnere mich an Waldspaziergänge mit platt getretenen Mistkäfern auf den Wegen. Na und…
Seitdem ich selbst ein Mistkäfer bin, sehe ich die Sache anders.
Mein ökologisches Bundesfreiwilligen-Jahr absolviere ich bei der Rucksack-Waldschule Mistkäfer. Mit Schulklassen sind wir im Wald und entdecken diesen mit allen Sinnen. Oft erwarten die Kinder, dass wir die großen Tiere sehen. Doch nur selten lassen sich Wildschwein, Reh oder Fuchs blicken.
Wie schön ist es dann, einen Mistkäfer zu finden. Auf dem Waldboden entdecke ich einen. Behutsam setze ich ihn auf meine Hand. Wenn er Lust hat, läuft er los.
Es ist ein herrliches Gefühl, wenn der Käfer gemächlich auf und ab läuft. Es prickelt und kitzelt auf der Haut. Wenn er stolpert und auf den Rücken gefallen ist, strampelt er mit seinen sechs dornigen Beinchen. Die Bauchseite ist noch schöner als der Rücken, metallisch glänzend in Schwarz und Blau oder Grün und Lila. Das erinnert mich an einen Edelstein.
Mistkäfer: schillernde Edelsteine
Seht ihr die Fühler und die feinen Härchen am Körper des Mistkäfers? Foto: vobebis, CC0 1.0
Wenn der Waldmistkäfer wieder richtig steht, kann ich beobachten wie er seine Fühler-Enden auffächert. Das ist seine „Nase“, denn mit denFühlern kann er Geruchs-Moleküle wahrnehmen.
Halte ich den Käfer an mein Ohr, so könnte es sein, dass ich Geräusche von ihm höre. Das ist mir bisher noch nicht gelungen.
Auch die Kinder sind entzückt. Sie lachen laut wenn der Käfer auf ihrer Hand kribbelt und nun sogar in den Jackenärmel rein marschiert.
Manche Kinder finden den Käfer eklig. Es ist ja ein Mistkäfer und sein Speiseplan ist für uns nichtappetitlich. Doch gerade deshalb ist der Käfer so nützlich, denn er arbeitet den Mist anderer Tiere in den Boden ein. So verschwinden die Häufchen und die Erde wird fruchtbar und locker.
Ein tolles Gefühl, wenn der Käfer langsam über die Hände krabbelt
Neugierig geworden möchte ich mehr über diesen Käfer wissen.
Erstaunt finde ich heraus, dass der Mistkäfer zu den stärksten Insekten der Welt zählt. Er kann mehr als das 1000fache seines Körpergewichtes stemmen. Ich stelle mir vor, wie ich mühelos einen 18 Meter langen Pottwal vor mir her rolle. Das ist wirklich eine Superkraft. Neben dem Waldmistkäfer, der im Wald zu Hause ist, gibt es den Gemeinen Mistkäfer und den Frühlingsmistkäfer.
Alle Mistkäfer sorgen gut für ihre Nachkommen. Dabei arbeiten Männchen und Weibchen toll zusammen. Während das Weibchen gräbt, transportiert das Männchen die anfallende Erde aus den Gängen.
Um sich fortzupflanzen graben die Käfer direkt an einem frischen Dunghaufen einen etwa 50 cm tiefen Gang. Von diesem Gang aus legen sie Brutstollen an, die mit Brutkammern enden. Die so entstandenen Stollen werden nun mit Mist-Klümpchen verfüllt und mit Eiern bestückt. Mit dem Dung werden die Stollen aufgefüllt und am Ende mit Erde versiegelt.
Nun können aus den Eiern die Larven schlüpfen. Der Dung dient ihnen als Nahrung und wärmt gleichzeitig. Noch in der Erde Verpuppen sich die Larven und als Käfer graben sich die Tiere an die Oberfläche.
Für einige Vögel, für Igel und Spitzmäuse sind Mistkäfer echte Leckerbissen. Auch deswegen sind sie so nützlich.
Ein heiliger Käfer. Aber warum eigentlich? Foto: chrmoe, CC BY-NC-SA 2.0
Unsere Mistkäfer haben interessante Verwandte, die in Ägypten leben und Scarabaeus sacer heißen. Zur Zeit der Pharaonen hielt man diese Käfer für heilig. Sie waren ein Symbol für den Wechsel vom Werden und Vergehen. Sogar ein ägyptisches Schriftzeichen in Form dieses Käfers existiert.
Die Käfer, die im Nilschlamm lebten, krabbelten bei drohendem Hochwasser an Land und warnten so die alten Ägypter vor den Fluten. Deshalb waren sie echte Glückskäfer.
Für aufmerksame Waldbesuchende, gibt es viel zu endecken.
Doch zurück in den grünen Wald. Die Kinder sind auf dem Weg zur Bushaltestelle und wandern fröhlich den Waldweg entlang.
“Da, noch ein Waldmistkäfer! Tritt nicht drauf“. Wie schön er ist und wie nützlich.
ÖBFD und FÖJ bei den Berliner Waldschulen
Willst du auch die Natur erleben und dich für den Wald engagieren? Du magst Kinder und jeden Tag ein neues Walderlebnis? Du willst dich in der Führung von Gruppen üben und deine fachlichen und sozialen Kompetenzen fördern?
Dann melde dich bei der Waldschule deiner Wahl oder bei einem unserer Träger für die Freiwilligendienste:
Marc Engler – Leiter der NABU Wildvogelstation Berlin Foto: Alexandre Courtiol
Noch ist es ruhig in der Wildvogelstation des Naturschutzbundes Berlin, denn in den letzten Tagen wurde „nur“ ein Waldkauz gesund gepflegt und kann demnächst an seinem Fundort entlassen werden.
Trotzdem hat das Team unter der Leitung von Marc Engler viel zu tun, denn es nutzt die „Ruhe vor dem Sturm“ um die Gehege neu einzurichten, sie umzubauen oder instand zu setzen. Denn ihre wieder in großer Zahl zu erwartenden Pfleglinge sollen möglichst kurze Zeit in der Wildvogelstation verbleiben und deshalb müssen die „Krankenzimmer“ bedarfsgerecht gestaltet sein, damit die Genesung schnell erfolgen kann.
Spätestens mit Beginn der Brutzeit der Stockenten, die bereits Ende März anfängt, wird die Fachkompetenz der Mitarbeiter:innen mehr und mehr gefragt sein.
Vom Balkon ins Wasser
Denn die Berliner Stockenten haben immer mehr den urbanen Bereich für die Aufzucht ihrer Nachwuchses erobert. So kommt es häufig vor, dass die Stockenten Balkone (auch im 15. Stock) als Brutplatz auswählen. Hier sind sie vor natürlichen Feinden (z.B. Füchsen) geschützt und können die Fürsorge ihrer „Herbergseltern“ genießen.
Damit diese temporäre Verbindung zwischen Mensch & Tier eine für alle Beteiligten friedliche Zeit wird, hat die Wildvogelstation einen Ratgeber veröffentlicht: Stockentennest auf dem Balkon – was tun?
Doch spätestens mit dem Schlupf der Küken kommen dann die Expert:innen ins Spiel, denn nun heißt es, den Entennachwuchs inkl. Entenmama an einen nahe gelegenes Gewässer zu bringen, da die Kleinen sonst den Gefahren des städtischen Lebens oder des Verhungerns ausgeliefert wären.
Stockentenjunge mit Mutter Foto: C. Fabian
Mit Beginn der Balz- und Brutzeit sowie der Wiederkehr der Zugvögel müssen die Mitarbeiter:innen um Herrn Engler im wahrsten Sinne des Wortes ein offenes Ohr haben. Sie werden wieder sehr oft zum Telefonhörer greifen, um die vielen Fragen bzw. Hilfeersuchen der Berliner Vogelfreund:innen entgegen zu nehmen. So registrierten sie im letzten Jahr ca. 4.350 Telefonate, welche hauptsächlich zwischen April und September geführt wurden. Das sind in der Saison grob geschätzt ca. 30 Anrufe/ Werktag!
Und genau in diesem Zeitraum füllen sich auch die Volieren mit verletzten oder hilflosen Vögeln, um die sich die Expert:innen auch kümmern müssen. 2021 wurden von ihnen 1.177 Wildvögel aus 37 Arten versorgt. Die häufigsten Ursachen für die Einlieferung in die Pflegestation sind Verletzungen, die durch Scheibenanflug, Kollision mit Fahrzeugen und Angriffe von freilaufenden Katzen verursacht werden.
Doch was passiert mit einem gefundenen, verletzten Wildvogel?
Pflegestation für Greifvögel
Volieren für Krähenvögel – gerade im Umbau Fotos: C. Fabian
Es wird in der Tierklinik der FU Berlin tierärztlich versorgt und die Chancen auf erfolgreiche Wiederauswilderung eingeschätzt. Dann übernehmen die Tierpflegerinnen der Wildvogelstation alles Weitere.
Die Aufenthalte der Vögel sind dort sehr individuell organisiert, um die Heilungschancen optimal auszuschöpfen. Greifvögel werden zum Beispiel blickgeschützt untergebracht, um das Stresslevel so gering wie möglich zu halten. Eine Kameraüberwachung gewährleistet 24h Einblicke und somit ein bedarfsgerechtes Handeln bei den Pfleglingen.
Krähenvögel hingegen werden in offener gestalteten Volieren gehalten, damit sie mit der umliegenden Krähenpopulation kommunizieren können, um ihre Position in dieser Gemeinschaft schon vor dem Freiflug klären zu können.
Bei sensiblen Vogelarten, wie z.B. dem Mauersegler, ist eine Handaufzucht hilfsbedürftiger Jungtiere sehr kompliziert. Deshalb favorisiert das Team hier das sogenannte Adoptionsverfahren. Hierfür wurden spezielle Nisthilfen für Mauersegler entwickelt, die ein Zusetzen von Nestlingen ermöglicht. Eine Erfolgsgeschichte ist hier nachzulesen.
Doch egal um welche Vogelart es sich handelt, eines gilt für alle Pfleglinge: Erst wenn der Vogel selbständig fressen und fliegen kann, wird er wieder frei gelassen und das kann schon mal 3-4 Wochen dauern…
Einfache Maßnahmen, die helfen
Neben der Pflege der Vögel, ist vor allem die Beratung für ein gemeinsames Miteinander zwischen Mensch & Tier, Aufklärung von Irrtümern – Nein, Rabeneltern lassen ihre Kinder nicht im Stich! – und Vermittlung von Hilfsangeboten am wichtigsten. Denn darin sehen sie einen fundamentalen Beitrag für die Förderung von Naturverständnis und -verbindung bei der Berliner Bevölkerung.
So gibt es beispielsweise eine Handvoll an Vogelschutzmaßnahmen, die jede/r beachten und umsetzen kann:
verwilderte Ecken und/oder dornenbehaftete Sträucher im Garten belassen
Futter- und Wasserstellen für Vögel katzensicher aufstellen/-hängen
Hauskatzen im Frühjahr zumindest nicht in den Morgenstunden und auch nicht unbeaufsichtig rauslassen
bei großen Fenstern Vogelschutzfolien anbringen (die bekannten Vogelsilhouetten helfen nicht)
am besten im Frühjahr (während der Balzzeit) keine Fenster putzen
wenn ein scheinbar hilfloser Vogel gesichtet wird, dann erst beobachten, denn viele Vogeleltern kümmern sich auch außerhalb des Nestes liebevoll um den „Nestflüchter“
Gemäß dem Motto „Verletzte Wildtiere gehören in Expertenhand“ soll man auf gar keinen Fall unüberlegt das Fundtier in eigene Obhut nehmen, sondern die entsprechenden Stellen kontaktieren und die Beobachtungen über die Beeinträchtigungen des Tieres mitteilen:
Bitte beachten: Die Abgabe sollte nach Möglichkeit von Montag bis Freitag von 8:30 – 15:30 Uhr erfolgen, da in dieser Zeit spezialisiertes Personal anwesend ist. Alle anderen Zeiten sollten Ausnahmen sein. Bitte planen Sie Wartezeit ein, da die Klinik eine der wenigen Kliniken Berlins ist, in der entsprechend viele Notfälle behandelt werden, so dass es sein kann, dass eine unmittelbare Untersuchung Ihres Findlings ggf. nicht immer möglich ist.
Für Stadt-/Haustauben: Tierheim Berlin
Zur Einschätzung der Fundsituation und Einleitung entsprechender Maßnahmen ist das von der Wildvogelstation erarbeitete Schema hilfreich: Wildvogel gefunden – was tun?
Die Einhaltung der Vorschläge für den Vogelschutz sowie Tipps bei Fund eines Tieres helfen den Tierschützer:innen der Wildvogelstation ungemein. Aber auch eine finanzielle Unterstützung in Form von Spenden und der Übernahme einer symbolischen Patenschaft entlastet das Team sehr, denn dadurch können Futtermittelbesorgung, Um-/Ausbauten von Volieren, Gestaltung des Geländes und ähnliches viel entspannter geplant und realisiert werden.
Freilassung eines Sperbers aus der Wildvogelstation Foto: Alexandra Delor
Marc Engler und seine Kolleginnen bedanken sich schon jetzt für jegliche Unterstützung und sehen der kommenden Saison sehr zuversichtlich entgegen!
Wildvogelstation Zum Forsthaus 7 12 683 Berlin Tel.: (030) 54 71 28 92 oder (030) 50 96 77 66
Die Wildvogelstation erreicht stündlich eine Vielzahl an Anrufen, die das Team nicht alle gleichzeitig beantworten kann. Bitte hinterlassen Sie daher eine Nachricht mit Ihrem Namen, Telefonnummer, Adresse und Ihrem Anliegen, die Mitarbeiter*innen melden sich schnellstmöglich zurück.
Bitte beachten Sie: Bringen Sie Wildvögel nicht ohne vorherigen telefonischen Kontakt in die Wildvogelstation! Eine vorherige Beratung ist dringend nötig um abzuklären, wie dem Tier auf dem schnellsten Weg geholfen werden kann. Eine tierärztliche Versorgung und Diagnose sind in der Wildvogelstation nicht möglich. Erreichbarkeit: Mo-Fr, 9-17 Uhr | Am Wochenende: eingeschränkte Erreichbarkeit für Notfälle
Ein Grund mehr, der Mutter des Waldes über ihre silbergraue glatte Rinde zu streicheln. Diese ist im Verhältnis zu Rinden anderer Bäume ziemlich dünn. Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann das für den Wassertransport von Wurzel zur Krone schon mal problematisch werden.
Deshalb schützt sich die Buche mit einem großen Blätterdach vor Austrocknung, was wiederum auch uns an heißen Sommertagen zugute kommt. So ein Päuschen am Stamm einer Buche wird dann zu einer kühlen Wohltat. …und erst der Blick am Stamm hinauf in die hohe Krone! Mit einer Wuchshöhe von 30 bis 35 Metern werden Rotbuchen stattliche Bäume. Ihr maximales Alter liegt bei 300 Jahren.
Die Blätter sind eiförmig und am Blattrand leicht beharrt. Jung sind sie essbar, genauso wie die Samen der Buche, die Bucheckern. In jeder Fruchthülle finden sich zwei dreieckige Nüsse. Sie enthalten bis zu 20% Öl und sind sehr gesund. Zuviel solltest du aber nicht naschen, denn der enthaltene Wirkstoff Fagin kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Alle fünf bis acht Jahre tritt bei der Buche ein sogenanntes Mastjahr auf, in dem die Bäume Unmengen ihrer Früchte zu Boden fallen lassen.
Eine ausgewachsene Buche bildet eine riesige Blattoberfläche. Mit ihrem reichen Laubfall und der Duchwurzelung tiefer Bodenschichten sorgt sie für eine gute Bodenqualität in ihrer Umgebung. Daher wird sie von den Förstern auch oft als „Mutter des Waldes“ bezeichnet. Sie ist in ganz Mitteleuropa heimisch und natürlicherweise wäre der größte Teil Deutschlands von Buchen und Buchenmischwäldern bedeckt.
Buchecker
Die Buche verträgt viel Schatten, nur Tanne und Eibe verkraften noch mehr. Das macht sie zu einem beliebten Baum für den Unterwuchs beim Waldumbau von Monokulturen zu naturnahen Mischwäldern. Zu trocken oder zu nass darf der Boden allerdings nicht sein, im dauerfeuchten Auwald kannst du Buchen lange suchen. Frische und basenreiche, gut durchwurzelbare Böden sind ihr bevorzugtes Zuhause. Unter den mächtigen Baumriesen blühen vor dem Laubaustrieb Frühblüher wie Buschwindröschen, Seidelbast, Leberblümchen und Lungenkraut. Auf feuchteren Standorten gedeihen der Lerchensporn und der leckere Bärlauch.
LEBERBLÜMCHEN
BUSCHWINDRÖSCHEN
LUNGENKRAUT
Die Flora ist vielfältig, aber die Fauna noch zahlreicher!
Rund 7000 Tierarten, davon über 5000 Insekten, sind auf den Buchenwald angewiesen. Ein häufiger Vertreter ist der sogenannte Buchenstreckfuß. Die Raupe des unscheinbaren Nachtfalters ist wunderschön und leicht an ihrem roten Schwanz zu erkennen. Deshalb wird der Falter auch Buchenrotschwanz genannt.
Gerade Schnecken fühlen sich in einem Buchenwald aufgrund des feuchten Innenklimas besonders wohl und so kriechen an die 70 Arten durch einen Buchenwald. Ganz schön schleimig…
Besonders in absterbenden Buchen tobt das Leben…
Zeichnung Schwarzspecht
Stehendes und liegendes Totholz bietet Lebensraum für über 250 Pilzarten und allerlei Käfer, wie zum Beispiel dem Buchenbock oder dem Kopfhornschröter. Wo Käfer vorkommen, sind auch die Vögel natürlich nicht weit! Schwarzspechte zimmern große ovale Höhlen, um zu brüten. Die Hohltaube zieht anschließend gerne als Nachmieter ein und auch Fledermäuse freuen sich über ein geeignetes Sommer- oder auch Winterquartier.
Die Kohlmeise, der Waldlaubsänger und Zwergschnäpper lieben alte Buchenwälder und natürlich auch ein Vogel, der seinen Namen von der Buche bekam, der Buchfink.
Spechtflöte
Der Erhalt von noch verbliebenden naturnahen Buchenwäldern ist für den Biotopschutz enorm wichtig. Somit sind Buchenwaldgesellschaften in die FFH Richtlinie aufgenommen worden und seitdem einem besonderen Schutz unterstellt.
Da ein alter Buchenwald auch weltweit ein sehr wertvolles Naturgut darstellt, wurden die letzten ihrer Art als UNESCO- Weltnaturerbe ausgewiesen. In Deutschland gibt es sogar fünf solcher Wälder, die diesen Status erhalten haben: der Serrahner Urwald und der Nationalpark Jasmund in Mecklenburg- Vorpommern, der Grumsiner Forst in Brandenburg,der Nationalpark Hainich in Thüringen undder Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen.
Der Baum der Ahnen
Die Rotbuche hatte schon bei den Kelten eine wichtige Bedeutung.
Druiden nutzten Stäbe von der Buche wegen ihrer glatten Rinde, um Schriftzeichen (Runen) einzuritzen. Sie brauchten solche Buchenstäbe für Weissagungen. Die Zeremonien für derartige Orakel sollen sich folgendermaßen zugetragen haben: Die Druiden nahmen die Buchenstäbe und ließen sie auf einem heiligen Tuch wie ein Mikado fallen. Dann zogen sie je nach Fragestellung bzw. Thema mehrere dieser Stäbe auf und deuteten die Konstellation für den Blick in die Zukunft.
Auf dieses Ritual ist wahrscheinlich die Bezeichnung unserer Schriftzeichen zurückzuführen: „BUCHSTABE“!
Leider führen viele Unwissende diese „Tradition“ auch heute noch fort und hinterlassen ihre Initialen in der Buchenrinde. Damit schaden sie dem Baum, denn durch die Rindenverletzung können Pilzsporen eindringen, die dann Zersetzungsprozesse in Gang bringen.
Das erste „BUCH“ bestand übrigens aus zusammengehefteten Buchenholztafeln, deshalb sprechen wir auch heute noch von Büchern, wenn wir gebundene Schriftstücke meinen.
Doch nicht nur Alltagsgegenstände wurden nach der Buche benannt, auch die Namen von ca. 1.500 Ortschaften in Deutschland zeugen von der ursprünglichen Ausbreitung und Häufigkeit der Rotbuche. Wohnst du vielleicht auch in solch einem Ort? Nicht zuletzt weisen auch viele Familiennamen wie Buchholz, Buchmann oder Bucheit auf die ehemalige Verbundenheit der Menschen mit dem schönen alten Baum hin.
Um ganz genau zu sein, heißt er aber Fagus sylvatica, die Rotbuche. Aber warum eigentlich rot? Tatsächlich zeigt sich im frischen Buchenholz eine rötlich-weiße Farbe. Es besitzt eine hohe Härte und ist wenig elastisch. Daher findet es bis heute unter anderem Verwendung für die Herstellung von Werkzeugen, Möbeln, Holzspielzeugen, Parkett und im Treppenbau.
Buchenholz als Rohstoff
Buchenholz verfügt über einen hohen Brennwert. Das wussten bereits unsere Vorfahren, die in vielen KöhlereienHolzkohle für die Erzverschmelzung herstellten, sowie auch die Holzasche für die Produktion von Glas benötigten. Dieser damalige Raubbau in unseren Wäldern ist einer der Gründe, warum heute viele Waldflächen in Deutschland von Monokulturen geprägt sind und nur noch wenige alte Buchen vorhanden sind.
Heute wird Buchenholz immer noch zu hochwertiger Holzkohle verarbeitet und Buchenspäne sind nach wie vor für die Produktion von Räucherware (z.B. Fisch, Schinken) sehr begehrt. Für den Außenbereich ist das Holz der Buche ohne Schutzbehandlung nicht geeignet, da es besonders anfällig für Pilzbefall ist. Schwächeres Buchenholz wird in der Zellstoff- und Papierindustrie, als auch für Span- und Faserplatten verwendet.
Wie geht es der Buche heute im Rahmen des Klimawandels?
Aufgrund der intensiven Trockenjahren (2018, etc.) sind die tieferen Bodenwasserspeicher erschöpft. Die Bäume können nicht genügend Feinwurzeln nachbilden, welche für eine gute Wasserversorgung essentiell sind. Weniger Feinwurzeln senken zudem die Symbiose-Wahrscheinlichkeit mit Mykorrhizapilzen, was letztendlich zu einem Absterben beider Partner führen kann. Auch im oberen Teil des Baumes ist der Trockenstress erkennbar: spärliches Laub, Kronenverlichtungen, abgestorbene Kronenteile und viele Grünabbrüche.
Der Klimawandel fördert außerdem neue Baumkrankheiten. Bei der Buche vermehrt sich der sogenannte Buchenschleimfluss, welcher viele Symptome auf sich vereint und daher als Komplexkrankheit eingeordnet wird.
Vielerorts werden wohl die Buchen auf kärgeren Standorten verschwinden und von trockenresistenteren Baumarten (z.B. Traubeneiche, Winterlinde) abgelöst. Nach wie vor ist die Buche jedoch eine wichtige und unverzichtbare Baumart im Rahmen des Waldumbaus, vor allem in Mischbeständen. So werden vielerorts Pflanzaktionen durchgeführt, um die vielen Kiefern- und Fichtenmonokulturen mit Laubbaumarten zu durchmischen. Dabei spielt die Rotbuche eine wichtige Rolle!
Demzufolge dient die „Mutter unserer Wälder“ als Hoffnungsträgerin, welche dem Wald und uns allen Zuversicht spendet und Heimat gibt! Diese Aspekte waren vielleicht auch ausschlaggebend, dass die Rotbuche von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung bereits zum zweiten Mal zum BAUM DES JAHRES gewählt wurde.
Falls du Interesse hast, als Freiwillige*r an Pflanz- und Waldpflegeprojekten teilzunehmen, bist du beim Bergwaldprojekt e.V. an der richtigen Adresse. Hier ein paar Impressionen von einer Pflanzaktion 2021 am Gorinsee.
Ich hab‘ Hollywood entdeckt!! Lieber wäre mir natürlich gewesen, wenn ich von Hollywood entdeckt worden wäre, zumal ich ja schon Filmerfahrung habe😉
Ich erzähle euch mal wie es dazu kam: Der Baum des Jahres für 2021 ist die Gewöhnliche Stechpalme auch Hülse oder Ilex genannt. Natürlich wollte ich über unseren Baum des Jahres mehr wissen und habe bei meinen intensiven Recherchen viel Interessantes erfahren: Es geht um Zauber, Weisheit, ewiges Leben und Schutz vor dem Bösem.
Hollywood
Die Stechpalme oder Hülse ist besonders in England weit verbreitet und sehr beliebt. Unsere Hülse wird dort Hollygenannt.
Ja und im 19. Jahrhundert hatte ein amerikanischer Grundbesitzer eine Begegnung mit dem Fahrer eines Holztransporters, welcher wahrscheinlich Stechpalmenholz geladen hatte. Dieser Mann fühlte sich bei dem Gespräch an seine alte Heimat erinnert und nannte deshalb sein neues Land „Hollywood“ (Stechpalmenwald), obwohl dort weit und breit keine Stechpalme wuchs.
Das ist doch wahrlich eine filmreife Story mit den nötigen Irrungen und Verwirrungen, oder?
Wilma schaut sich Hollywood ganz genau an
Wilma mit Hedwig und Zauberstab
Stechpalmenholz
Apropos Film- wusstet ihr eigentlich, dass die Harry Potter- Filme in Hollywood gedreht wurden und viel wichtiger, dass der Zauberstab von Harry Potter aus Stechpalmenholz ist, „Stechpalme und Phönixfeder, 11 Zoll, handlich und geschmeidig“?
Wegen der tollen Zauberkräfte der Stechpalme hat man sie früher schon gerne für Zauberstäbe verwendet. Und weil das Holz auch sonst als handlich und geschmeidig galt, also sich schön anfühlt, wurde es gerne für Spazierstöcke benutzt.
Noch so ein berühmter Typ, Johann Wolfgang von Goethe hat deshalb wohl zu seinem 70. Geburtstag einen Spazierstock aus Stechpalmenholz geschenkt bekommen.
Schutz gegen Böse geister und Blitzeinschläge
In der kalten Jahreszeit wurden früher gerne Stechpalmenzweige in die Stuben und Ställe gehängt, um böse Geister abzuschrecken und das Haus vor Blitzschlag zu schützen. Bin ich froh, dass es heute Blitzableiter gibt, denn das hat sicher nicht so gut funktioniert. Ehrlich gesagt, ich habe gegrinst, als ich über diesen Brauch gelesen habe. Doch dann fiel mir auf, dass heutzutage immer noch sehr gern die Adventskränze und Weihnachtsträuße mit den immergrünen Zweigen und den leuchtenden roten Früchten der Stechpalme geschmückt werden. Da frage ich mich: Machen das die Leute, weil es hübsch aussieht oder wollen sie doch damit Böses vertreiben?
Wilmas Kerzenständer sind mit Stechpalmen-Beeren und Nelken verziert.
Winterliche Dekoration
Früher haben so viele Leute die Stechpalme für ihre Weihnachtsdekoration benutzt, dass sie ganz selten in unseren Wäldern geworden ist. Jetzt steht sie unter Naturschutz.
Also wenn ihr ein Adventsgesteck mit den hübschen Ästen der Stechpalme und lustigen roten Beeren dekorieren wollt, müsst ihr sie leider kaufen oder aus einem privaten Garten bekommen und dürft sie nicht einfach im Wald abpflücken, das ist schon lange verboten!
Ich habe mir also einen schönen Zweig gekauft: Na wie gefällt dir meine Bastelidee? Ich habe die Clementine noch mit Gewürznelken verziert und nun sieht mein Kerzenständer nicht nur schön aus, sondern er duftet auch noch weihnachtlich!
Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich aber noch etwas Wichtiges: Die Blätter und Früchte der Stechpalme sind für Menschen GIFTIG! Also lieber Finger waschen nach dem Basteln.
Da die Steckpalme ja schon eine Weile Baum des Jahres ist, habe ich natürlich bei meinen Berliner forstlichen Streifzügen das ganze Jahr besonders auf sie geachtet. Im Sommer ist sie wirklich nicht so leicht zu entdecken, weil es doch eher ein kleiner stacheliger Baum ist und sich zwischen den anderen Bäumen gut versteckt. Aber jetzt könnt ihr sie gut finden, weil die liebe Stechpalme ihre grünen Blätter im Winter nicht verliert. Deswegen eignen sie sich ja so gut für Adventsgestecke.
Die Stechpalme ist auch im Winter grünDie Blätter unten am BaumDie Blätter oben am Baum
Warum die Stechpalme sticht
Mir ist auch noch was ganz Besonderes aufgefallen. Die Ränder der unteren Blätter am Baum haben Spitzen. Das ist logisch, denn der Baum heißt ja STECHpalme. Aber die Ränder der oberen Blätter haben keine Spitzen, sie sind ganz glatt!
Ein neues Naturrätsel, das ich natürlich gleich lösen wollte: Wow, die Stechpalme ist ja clever, denn die Spitzen an den unteren Blättern schützen sie vorm Gefressen werden. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Rehe und Hirsche die stachligen Blätter nicht mögen. Weiter oben kommen die Tiere nicht mehr ran und die Blätter brauchen keine Stacheln zum Schutz. Einfach nur genial! Deshalb gilt die Hülse auch als besonders weise. „Der Baum der weisen Voraussicht“.
Vogelfutter
Da fällt mir ein, dass ich die Reste meines Zweiges noch gar nicht verbraucht habe. Ich überlegte: „Die Vogelbeeren sind doch auch rot, da werden die Vögel vielleicht auch die Früchte der Stechpalme mögen.“ Ich nahm den Zweig und steckt ihn in meinen Balkonkasten und siehe da, es dauerte gar nicht so lange bis eine Amsel landete.