Wilma Wusel entdeckt rote Früchte

Wilma Wusel entdeckt rote Früchte

Hallo du,

nun ist der Herbst schon in vollem Gange, denn einige Laubbäume sind bereits kahl.
Doch viele Früchte des Waldes, ob am Strauch oder am Baum, trotzen den Herbstwinden und bleiben dort wo sie sind, ob am Stängel oder am Zweig.
Auf meinen Touren durch den Wald entdeckte ich verschiedene Beeren. Mal waren sie nahe am Boden, mal wuchsen sie auf Augenhöhe oder hingen hoch oben in Büscheln an einem Baum. Aber eins hatten sie alle gemeinsam- ihre Farbe war ROT.
Natürlich stöberte ich wieder in meinen Büchern, um mehr über diese Früchte zu erfahren.


Die Hagebutte

Später entdeckte ich noch eine rote Frucht, welche ich bereits kannte: die Hagebutte!

Bestimmt kennst du sie auch schon, zumal ja das bekannte Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ (Link zu youtube.de) diese Frucht beschreibt.

Aber weißt du eigentlich, was die Hagebutte ist? Genau- sie ist die Frucht der Rose. Das habe ich auf einem Spaziergang durch Berlin herausgefunden! Dabei musste ich sehr aufpassen, dass ich mich nicht an den Stacheln verletze, welche die Rosen zum Schutz vor „Naschkatzen“ unter den Tieren haben.

Hagebuttentee

Da ich sehr gern Hagebuttentee trinke, hatte ich die Idee mal einen Tee aus frischen Hagebutten zu machen.

Dazu nutzte ich die Früchte von einer Wildrose aus dem Wald. Ich suchte mir weiche Hagebutten aus, denn nur diese sind reif, schnitt sie auf und überbrühte sie mit heißem Wasser. Ich konnte es kaum abwarten, meinen ersten selbst hergestellten Tee zu trinken. Mmmh – einfach nur lecker!!!!

Hier ist mein Teerezept zum Nachkochen:
6-8 weiche Hagebutten aufschneiden, in einen Teefilterbeutel stecken und mit 250 ml heißem Wasser überbrühen.
Den Tee für ca. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Wohl bekomm‘s!

Hagebuttenmarmelade

Auch Hagebuttenmarmelade kannst du selber machen.

Hast du auch schon mal Hagebuttenmarmelade gegessen? Ich durfte sie neulich probieren und ich muss sagen, die schmeckt super gut! Außerdem ist sie auch noch richtig gesund, denn Hagebutten haben ganz viel Vitamin C und auch andere gesunde Inhaltsstoffe!

Meistens stellt man die Marmelade aus den etwas größeren Früchten der Kartoffelrose (Link zu Wikipedia.de) her. Diese haben mehr Fruchtfleisch. Deshalb ist es nicht so mühevoll ist, ausreichend Hagebuttenmark für ein Glas Marmelade zu gewinnen.

Haarige Kerne

Ich schaute mir auch mal die Kerne der Hagebutte genauer an. Die kleinen Härchen an den Kernen sollen die Zubereitung von solch leckeren Marmeladen und anderen Speisen schwer machen. Einige Leute schwören auf das Durchsieben des gekochten Breis, andere beseitigen die Kerne vor dem weiteren Verarbeiten der Hagebutten.
Puh, ich stelle mir beides anstrengend vor und deshalb genieße ich umso mehr meine Hagebuttenmarmelade.

Früher waren die Kerne besonders bei Kindern sehr beliebt, denn sie nutzten diese als Juckpulver. Sie steckten die Kerne jemandem in den Kragen und warteten ab. Bald bewegte sich die Person komisch, denn sie wendete sich hin und her und versuchte sich am Rücken zu kratzen. Die Kerne rutschen nämlich den Rücken runter und dabei wirken die Härchen wie Juckpulver. (Link: zu labbe.de)
Frag‘ mal deine Eltern oder Großeltern, ob sie diesen Streich aus ihrer Kinderzeit kennen. Sie werden deine Frage gewiss mit JA und einem verschmitzten Lächeln beantworten.

Die Hagebutte ist schon eine tolle Frucht und deshalb auch nicht umsonst bei den Vögeln und anderen Tieren sehr beliebt. Mich wird sie jedenfalls als Tee oder Marmelade durch die kalte Jahreszeit begleiten und auch dir rate ich zu einem heißen Trunk aus dieser gesunden Frucht! Wohl bekomm`s.


weitere Informationen:
https://naturdetektive.bfn.de/lexikon/pflanzen/rosen-stachelige-schoenheiten.html
https://www.gartenjournal.net/wildrose-vermehren

Mandala:
https://www.kigaportal.com/de/downloads/mandalas/fruechte-mandalas/hagebutten-mandala/


Detektiv- und Rätselblätter zum Ausdrucken

Hier findet ihr eine kleine Rätselaufgabe und ein Ausmalbild zur Rose und Hagebutte.


Der Berliner Klimapfad

Die Freiluftausstellung „Wald.Berlin.Klima.“
im Grunewald

~0,5 ha Wald können den CO2-Ausstoß einer Berliner:in ausgleichen

Die Klimakrise ist aktueller denn je. Die Zahl der Extremwetter-Ereignisse nimmt zu – die Auswirkungen des Klimawandels sind nun auch hier in Deutschland zu erkennen.

Es ist in diesem Kontext umso bedeutender, sich selbst mit Ökologie, der Natur und dementsprechend auch dem Wald auseinanderzusetzen. Das ist über viele verschiedene Wege möglich: Online oder durch Literatur, aber natürlich auch im Fernsehen. Es gibt aber auch den Weg in und durch den Wald, der im Rahmen der thematischen Auseinandersetzung oft vergessen wird.

Denn auf den ersten Blick erscheint es, als würde ein höherer Zeit- und Kraftaufwand entstehen, als sich von der wortwörtlich von der Couch zu informieren, was für viele aufgrund des hektischen (Stadt)Lebens lukrativ erscheint.

Es stimmt allerdings auch, dass wir uns eine ganz neue Welt eröffnen, wenn wir uns dann mal die Zeit für einen Ausflug in den Wald nehmen.  Denn der Wald ist seit jeher ein sehr friedvoller und entwaffnender Ort, wenn seine Besucher die nötige Zeit und Lust mitbringen.

Ich hatte das Glück, mich im Rahmen meines FÖJ’s* an der Waldschule Plänterwald mit dem Thema Wald – und in diesem Fall konkret mit der Ausstellung im Grunewald – auseinandersetzen zu dürfen.

Karte Klimapfad
Haupteingang des Klimapfades

Unweit vom Grunewaldturm lädt die Palisadenwand auf einen erholsamen, gleichzeitig aber auch sehr informativen Waldspaziergang ein.

Insgesamt 11 Stationen (über ungefähr 4 Kilometer) decken ein breites Spektrum an Themen ab, von Moorentstehungen und Waldfenstern bis zum generellen Ökosystem Wald und seiner Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel. 

Praktisch ausgewiesen mit orangenen Pfeilern, ist der Pfad auch für junge Interessent:innen geeignet, zudem wurde bei den Ausstellungsstationen viel Wert auf Inklusion gelegt.



Meine persönlichen Highlights des Waldspaziergangs sind der ,,Trinkwasserbrunnen“ und der ,,Kohlenstoffspeicher Baum“.  Ich möchte insgesamt festhalten, dass die Ausstellung ,,Wald.Berlin.Klima“ im Grunewald neben den generellen Berührungen mit dem Wald überhaupt, zusätzlich eine tolle Möglichkeit zur Umweltbildung mit Beispielen aus erster Hand darstellt.


Text und Fotos:

Jonah Schütz-Jalloh
*Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) 2021/22

Wilma Wusel entdeckt Schmetterlinge

Wilma Wusel entdeckt Schmetterlinge

Hach, ist das schön! Alles grünt und blüht, brummt und fliegt, krabbelt und kriecht. Es gibt zurzeit vieles zu entdecken, vor allem sind jetzt viele bunte Falter zu sehen.



Es ist noch gar nicht allzu lange her, da habe ich eine interessante Raupe entdeckt und beobachten können.

Wo die Raupe wohl hin will?

Ich forschte nach, welcher Schmetterling sich daraus wohl entwickeln würde.

Wow, wie viele Raupen es gibt und wie unterschiedlich sie aussehen – einige wie Monster und andere wie bunte Flaschenbürsten!!! Und die längste Raupe der Welt kann sogar über 11 cm groß werden!



Raupen sehen nicht nur verschieden aus, sondern bewegen sich auch unterschiedlich. Manche krabbeln, so wie meine Raupe oben im Video. Andere ziehen ihr Hinterteil so nach vorn, dass sich ein Bogen bildet. Danch erst bewegt sich das Vorderteil der Raupe zusammen mit den vorderen Beinpaaren – das sieht besonders lustig aus!

Versuche doch auch mal, dich so zu bewegen! Nimm zwei kleine Matten oder Kissen und stelle dich auf diese in den Vierfüßlerstand. Nun rutschst du mit deinen Händen nach vorn, bis du fast auf dem Bauch liegst und dann ziehst du deine Beine bis zu deinen Händen ran.

Oder bastle dir Papierraupen und veranstalte Raupenrennen mit deiner Familie oder deinen Freund:innen.


Ich finde Raupen ja an sich schon sehr spannend, aber später fand ich noch ein komisches Gebilde, das mit den Raupen zusammenhängt und Puppe genannt wird. Dort drin findet ein richtiges Naturwunder statt, denn hier wird aus einer Raupe ein Schmetterling – einfach phantastisch!



Um mich noch mehr über die bunte Falter-welt zu informieren, besuchte ich den „Schmetterlingshorst“ in Berlin Köpenick.

Dort schaute ich mir eine der größten Schmetterlingssammlungen Deutschlands an. Das war beeindruckend!

Ich fand sogar den Falter, der sich aus der größten Raupe der Welt entwickelt: den Atlasspinner.

Aber auch den Schmetterling von meiner Raupe konnte ich entdecken… Aus ihr wurde nämlich ein Distelfalter, der als Schmetterling solch wohlduftende Blumen wie die Ackerdistel bevorzugt.


Wenn du aber lieber flatternde Schmetterlinge beobachten möchtest, dann solltest du eines der vielen Schmetterlingshäuser Deutschlands aufsuchen oder besser noch, raus in die Natur gehen.

Für Berliner Schmetterlingsforscher:innen ist das Tempelhofer Feld ein lohnenswertes Ziel, denn hier können sie viele Falter und mit etwas Glück sogar den seltenen Schwalbenschwanz entdecken.

Doch auch woanders lohnt es sich für dich, nach Schmetterlingen Ausschau zu halten, denn zurzeit blühen viele Blumen, die den bunten Tagfaltern Nektar geben.


Der Sommerflieder wird auch Schmetterlingsstrauch genannt. Warum er so heißt, kannst du erleben, wenn du den Strauch in Parks und Gartenanlagen findest.

Geh also auf Schmetterlingssuche und beobachte die kleinen fliegenden Sommerfarbtupfer am Sommerflieder oder auf bunten Sommerwiesen!

Du wirst staunen wie vielfältig die Schmetterlingswelt ist!

Schaffst du es in diesem Sommer 5 verschiedene Schmetterlinge zu entdecken?

Die Auswahl ist groß, denn in Deutschland gibt es etwa 3.700 Arten, von denen ca. 200 Tagfalter sind.

Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg auf deiner Schmetterlingssafari!


Raupenforschung

Welcher Falter wird das? Eine Raupenübersicht nach Monaten sortiert…
(Link zu schmetterling-raupe.de)

Vom Ei zum Schmetterling

Wie wird eine Raupe zum Falter?
(Link zum Video auf Planet-Schule.de)

Im Garten der Schmetterlinge
(Link zu „Anna und die wilden Tiere“ auf Kika.de)

Basteln

Drehscheibe zur Entwicklung eines Schmetterlings
(Link zu Pindactica.de)

Origami – Schmetterlinge falten
(Link zu YouTube)

Ausflugsziel

Schmetterlingshaus der Biosphäre Potsdam
(Link zur Seite der Bioshäre Potsdam)


Detektiv- und Rätselblätter zum Ausdrucken

Hier findet ihr eine tolle Übersicht über unsere einheimische Schmetterlingswelt
und könnt euren eigenen Schmetterlinge entwerfen
.


Der Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessiosspinner – ein Kurzportrait

Obwohl er ein ziemlich unscheinbarer Falter ist, haben die meisten Menschen bestimmt schon einmal vom Eichenprozessionsspinner gehört. Das liegt vor allem an seinen Raupen, die sich mit zahlreichen winzigen Brennhaaren gegen ihre Feinde schützen und durch ihr Nesselgift auch für Menschen eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Eichenprozessionsspinnerraupen


Behaarte Raupen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind meist erst gegen Ende Mai zu sehen, aber die „haarigen“ Gesellen schlüpfen bereits Mitte April.

Die Raupen kommen vor allem an freistehenden und besonnten Eichen an Waldrändern, Alleen, Wegen, in Parks und Gärten vor. Besonders beliebt sind Bäume in unmittelbarer Nähe zu Lichtquellen oder Straßenlaternen.   

Mitte/Ende April schlüpfen die Eiräupchen aus ihren fischschuppenähnlichen Eigelegen, in denen sie auch tiefe Wintertemperaturen gut überstehen. Die Raupen fressen an den austreibenden Blättern der Eichen und überleben auch, wenn die Bäume noch nicht ausgetrieben haben. Die Brennhaare, die die Allergien auslösen können, werden erst zum Ende des dritten Raupenstadiums gebildet.

Raupen beim Fraß


Die Raupen sind dämmerungsaktiv. Sie halten sich tagsüber in sogenannten Tagesnestern auf und begeben sich nachts in den typischen Prozessionen auf Wanderschaft in den belaubten Kronenbereich.

Tagesnest am Stammfuß




Zu Beginn der Entwicklung sind die Raupen sehr mobil und legen Tagesnester in unterschiedlicher Größe und Anzahl an.




Die Raupen durchlaufen sechs Häutungen und zum Ende des dritten Raupenstadiums (je nach Witterung des Frühjahres ab circa 20. Mai) beginnt die Bildung der Brennhaare.

Diese nur 0,2 Millimeter langen Brennhaare brechen leicht ab. Sie sind mit Widerhaken versehen, die leicht in die Haut und Schleimhaut eindringen und dort das allergene Eiweißgift „Thaumetopoein“ freisetzen.

Raupe nach der 5. Hätung
Verpuppungsnest am Stamm



Ab dem fünften Raupenstadium, ca. Mitte Juni, werden die Raupen immer träger, um dann nach der letzten Häutung Ende Juni ins Ruhestadium überzugehen.

Die Raupen sind dann in festen Gespinsten eingesponnen, mit alten Häuten, Haaren und Kot.


Die Puppenruhe dauert ca. 3 bis 4 Wochen und Ende Juli/Anfang August schlüpfen die eher unscheinbaren, nur 2,5 bis 3,2 cm großen, graubraunen, nachtaktiven Falter.

Die Eiablage erfolgt oftmals schon in der ersten Nacht nach dem Falterschlupf. Im Schnitt legen die Weibchen 150 Eier ab.

Eichenprozessionsspinner – Falter
Verlassenes Verpuppungsnest



In den verlassenen Verpuppungsnestern befinden sich auch nach dem Schlupf noch alte Raupenhäute mit den Brennhaaren.

Überreste eines alten Verpuppungsnestes




Die Härchen können noch sehr lange allergische Reaktionen hervorrufen. Somit sind alte Gespinstnester an Bäumen oder am Boden weiterhin eine Gefahrenquelle. 

Gefährdungspotential

Die Brennhaare mit Widerhaken werden ab Ende des dritten Raupenstadiums, ca. ab 20. Mai, ausgebildet. Neben dem direkten Kontakt durch Berührung der Raupen oder von Überresten der verlassenen Verpuppungsnester können diese Härchen auch durch die Bewegung der Raupen brechen und dann vom Wind verteilt werden.

Eine Reaktion auf die Brennhaare ist i.d.R. zeitverzögert und von Mensch zu Mensch unterschiedlich, kann sich jedoch bei häufigeren Kontakt aufbauen.

Leichte Symptome – Rötung, Schwellung mit Juckreiz


Typische Symptome sind Juckreiz, Hautausschlag und Quaddeln, meist an allen ungeschützten Hautstellen. Halsschmerzen, Husten oder Atemnot können auftreten, wenn die Härchen eingeatmet wurden.

Bei sensiblen Personen können auch grippeähnliche Symptome, Schwindel, Übelkeit, Fieber bis hin zum allergischen Schock (sehr selten) auftreten.

Da die Symptome nicht spezifisch sind, sollte bei einem Arztbesuch erwähnt werden, dass man sich im Freien in der Nähe von Eichen aufgehalten hat.

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner findet ihr auf der Seite des Pflanzenschutzamtes Berlin.

Pflanzenschutzamt Berlin
Fachgebiet Stadtgrün                             
Mohriner Allee 137, 12347 Berlin

Tel. 030 700 006 218
Fax 030 70 00 06 255

E-Mail: isolde.feilhaber@senuvk.berlin.de
www.berlin.de/pflanzenschutzamt

Ach du . . . !

Ach du . . . !


In Berlins Parkanlagen und Straßen begegnet man ihnen auf Schritt und Tritt… Groß und klein, lang und kurz, hell und dunkel, fest oder weich – sie sind so vielfältig, wie ihre vierbeinigen Verursacher. Anständig, wer einen Beutel dabei hat und sich auch gleich um die Hinterlassenschaften des Menschen besten Freund kümmert.

Auch im Wald lassen sich unterschiedlichste Häufchen finden – doch irgendwann sind sie wie von Geisterhand verschwunden. Mistkäfer kümmern sich zuverlässig um die Geschäfte der diversen Waldbewohner und räumen kräftig auf.

Also schnell auf in den Wald und über die Vielfalt staunen, bevor alles verschwunden ist…

In der Losung liegt die Lösung

Das Wort „Losung“ kommt aus der Jägersprache und bezeichnet das Endprodukt der Nahrungsverwertung. Ein seltsamer Code, der also den Kot bezeichnet. Für einen Beginner mag eine Wurst wie die andere aussehen. Doch siehst du etwas genauer hin, dann bemerkst du deutliche Unterschiede.

Um herauszufinden, wer hier sein Werk vollrichtet hat, musst du mit detektivischem Spürsinn an die Sache ran. Denn in der Losung liegt die Lösung! Sie gibt wichtige Hinweise und führt dich auf die Spur des Täters. Doch vorab ein paar Fakten:



Kleine Kotkunde – Form, Farbe und Inhalt

Die Form ist häufig arttypisch und kann dir einen ersten Überblick geben. Spitz zulaufende Würste sind generell ein Indiz für Raubtierkot.

Doch wer es genau wissen möchte, kommt um eine genaue Untersuchung nicht herum. Oft gibt erst der Inhalt weitere Hinweise auf das Nahrungsspektrum des Tieres.

Als Sezierbesteck eignen sich zwei lange stabile Stöcke. Mit respektvollem Abstand kann es dann schon losgehen.

Losung mit Spitze

Die Fleischfresser

Wolfslosung besteht fast ausschließlich aus Haaren, Knochen und Hufen. Denn anders als der Haushund z.B. fressen Wildtiere ihre Beute komplett – also einmal mit allem bitte. Durch Untersuchungen von über 2.000 Kotproben konnte mehr über das Beutespektrum von Lausitzer Wölfen herausgefunden werden.

Rehe, Rothirsche und Wildschweine machen über 96 Prozent, Hasen und andere Kleinsäuger 3 Prozent seiner Nahrung aus. Der Anteil der Nutztiere beläuft sich auf weniger als 1 Prozent.

Wolfslosung mit kleiner Suchaufgabe… Schaut mal ganz genau hin!


Fuchs- und Marderlosung sehen sich ähnlich, denn sie beide sind walzenförmig und haben oft ein spitzes gedrehtes Ende, unterscheiden sich jedoch in ihrer Größe und Farbe.

Fuchslosung ist dicker und wird durch die Freisetzung von Calcium-Phosphat aus den Knochen mit zunehmendem Alter grau . Zapfenverzehr gibt dem Ganzen eine weißliche Färbung.

Marderlosung hingegen ist etwa halb so dick und fast schwarz bzw. leicht gelblich bei Vogeleiergenuss. In der Losung beider Tiere sind oft Gefieder, Fell und Knochen, sowie Beeren und Früchte zu finden.

Ähnlich sieht das Geschäft bei den Allesfressern wie Waschbären und Igeln aus. Jedoch müssten wir hier eher von Würstchen sprechen, denn sie sind deutlich kleiner. Inhaltlich geht es dafür ganz schön bunt zu.

Neben Kleintierresten wie Knochen, Haaren, Federn und Insektenpanzern lassen sich auch Früchte, Nüsse und Pilze finden. Inhaltlich ähnlich ist auch die Dachslosung. Allerdings ist sie bedeutend größer und liegt irgendwo zwischen Marder und Fuchs. Da ihr Haaranteil geringer ist, zerfällt sie oft und ist obendrein oft gut versteckt.


Die Vegetarier


Bei den Pflanzenfressern zeigt sich ein ganz anderes Bild. Hier findest du ovale bis kugelförmige Gebilde. Besonders bekannt sind die runden etwas zusammengedrückten grünen/braunen „Pillen“ oder „Knöpfe“ der Feldhasen. Wildkaninchen koten kleiner, dunkler und rund.

Aber auch die Angehörigen der Familie der Hirsche (z.B. Rehwild, Damwild, Rotwild) lassen Interessantes fallen. So erinnern die walzenförmigen „Lorbeeren“ ein wenig an ein Artilleriegeschoss. Erfahrene Spurenleser*innen können anhand der Form sogar auf das Geschlecht schließen.

Bei männlichem Reh- und Rotwild ist die Losung an einem Ende zugespitzt (Zäpfchen) und am anderem oft leicht eingedrückt (Näpfchen), während bei den weiblichen Tieren diese Seite leicht abgerundet ist. Hauptteil ihrer Nahrung bilden saftige Triebe, Gräser und Kräuter, was du an den unverdauten Pflanzenfasern erkennen kannst.

Die Chance, auf ihre Losung zu stoßen, ist hoch. Gras ist nicht gerade nahrhaft, wodurch die Tiere große Mengen davon zu sich zu nehmen und irgendwann muss dann doch jeder mal.

Welcher Geweihträger hat sich hier wohl gelöst?



Das Wildschwein braucht dann mal wieder eine Extrawurst. Die Losung ähnelt einem schwarzen wurstähnliche Gebilde, dass jedoch aus zusammengeklebten große Klumpen besteht, die oft auseinander fallen.

Eine Mischform könnte man sagen, wie auch seine Ernährung, denn das Wildschwein genießt als Flexitarier neben Gras, Kräutern, Wurzeln, Früchten und Samen auch Würmer, Insekten, Mäuse und Gelege. Aas verschmäht es auch nicht, jedoch ist das eher die Ausnahme.

Je nach Ernährung und Jahreszeit verändern sich der Inhalt, die Farbe als auch die Konsistenz der Losung. So ist die Losung der Pflanzenfresser im Frühling und Sommer grasgrün und feucht, während sie im Winter eher braun und trocken ist. Auch Fuchslosung erhält im Herbst einen blauen oder rötlichen Schimmer und enthält viele kleine Kerne, denn im Herbst lassen sich viele Beeren und Früchte finden.


Warum denn gerade hier? – Der Tatort

Wenn man sich schon entleeren muss, dann kann man sich ja gleich ein bisschen Mühe geben. Die Ablageorte sind oft typisch für die verschiedensten Tiere. Dabei unterscheidet sich wahre Notdurft und gezielte Absicht.

Die Losung von Reh-, Damm- und Rotwild kannst du an ihren Nahrungsplätzen (Äsungsplätze) und auf den Wildwegen den sogenannten „Wechseln“, finden. Sie handhaben das ganz unkompliziert: fressen, verdauen, laufen und fallen lassen – kein Problem. Feldhasen verrichten ihr Geschäft in der Feldflur, der Nähe von Fraßplätzen oder in ihren flachgedrückten Mulden, wo sie ruhen, den Sassen. Wildkaninchen wagen sich nicht weit von ihrem Bau weg und so kannst du davon ausgehen, dass der Bau ganz in der Nähe der Kotansammlungen liegt.

Ein gutes Plätzchen




Waschbären, Baummarder, Wölfe und Füchse nehmen sich für’s Geschäft ein wenig mehr Zeit und entscheiden sich oft für die auffälligsten Stellen. Also, mitten auf den Weg drauf!

Das hat gleich mehrere Vorteile. Von Konkurrenten wird das Geschäft so schon von weitem gerochen und gesehen. Es fällt ja durchaus auf, wenn da mitten auf dem Weg etwas liegt. Ein klares Zeichen zur Markierung der Reviergrenzen. Außerdem treffen auf diese Weise viele Tiere auf das Geschäft, denn breite ausgetretene Wege werden von vielen Tieren als Korridore genutzt.

Füchse sowie Marder gehen bei der Reviermarkierung oft noch einen Schritt weiter bzw. eine Etage höher und erklimmen liegende Baumstämme oder verewigen sich auf Baumstumpen. So verteilt sich der typische Raubtiergeruch noch besser in der Luft.




Etwas dezenter verfahren Dachse. Sie graben nahe ihres Baus kleine Löcher, sogenannte Latrinen, und lassen fallen. Allerdings schütten sie den Kotplatz vorerst nicht zu.

Anders die Familie der Katzenartigen. Wer mit einer Katze zusammenlebt, wird es jeden Tag erleben. Im zentralen Bereich des Reviers bedeckt sie ihr Geschäft fein säuberlich, im besten Fall mit Katzenstreu.

Als größter Vertreter der Katzenartigen verdeckt auch der Luchs rund um seinen Bau den Kot mit Schnee, Erde oder Pflanzenmaterial. An seinen Reviergrenzen legt er seine Würste aber, wie der Fuchs, erhöht ab.

Eine Dachslatrine – schon etws zugewachsen

Nicht alles ist, wie es scheint

Aber aufgepasst, nicht alles, was wie eine Wurst aussieht, kommt auch hinten raus. Eulen und Greifvögel würgen walzenförmige Ballen aus ihren Schnäbeln hervor und entledigen sich so von Unverdaubarem.

So ein kompakter Mix aus Insektenpanzern, Haaren, Gefieder, Knochen, Krallen und Schnäbeln nennt man Gewölle. Die grauen Speiballen sind getrocknet sehr leicht und beinahe geruchslos. Die Größe und der Inhalt der Gebilde können dir einen Hinweis auf den Vogel geben.

Greifvögel verdauen Knochen wesentlich besser als Eulen. In einem Mäusebussardgewölle findest du daher oft nur noch Fell und Gefieder. Natürlich gibt es auch viele andere Vögel, die Speiballen hinterlassen wie Möwe, Fliegenschnäpper, Eisvogel, Ziegenmelker, Bienenfresser, Storch und Reiher.

Äteres Gewölle eines Uhus (Martin Lindner – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Klein und unscheinbar



Im Gegensatz zu Säugetieren verrichten unserere gefiederten Freunde ihr Geschäft nicht so offensichtlich.

Was auf Autos in der Stadt gut sichtbar ist, lässt sich in der freien Wildbahn nicht so leicht finden. Oft verrät nur ein kleiner weißer Punkt oder ein Spritzer ihre frühere Anwesenheit.

Vögel haben keine getrennte Ausgänge für Harn und Kot und sammeln somit alles in ihrer Kloake. Fleischfressende Vögel scheiden Dünnflüssiges aus. Die großen weiße Spritzer werden als „Geschmeiß“ bezeichnet.

Bei pflanzenfressenden Vögeln, wie z.B. Gänsen, bleibt wesentlich festere walzen- und tropfenförmige Losung zurück.

Wie heißt es doch noch? Alles Gute kommt von Oben! Also Schiss mit Glück? In Russland freuen sich die Menschen über Vogelkot von oben, gilt er doch als Glücksbringer und zeugt von baldigen Reichtum. Franzosen freuen sich angeblich, wenn sie mit dem linken Fuß in einen Haufen treten, denn im Gegensatz zum rechten Fuß, bringe das Glück.

Was für eine Vielfalt! Auch wenn es euch vielleicht erst einmal etwas seltsam vorkommt – man kann sagen was man möchte, doch die Hinterlassenschaften bezeugen eindeutig die Anwesenheit von Tieren.


Und, könnt ihr erraten, wer’s war?

Podcast Folge 13: „Uns stinkt’s!“

Podcast Folge 13: „Uns stinkt’s!“

Maja trifft heute auf Wolle, den Hüter der Mülltonne. Egal ob in der Stadt oder im Wald, Müll gibt es leider überall.

Ein Besuch bei der Revierförsterin Annette fördert kuriose Schätze zutage.

Liedtext „Müllrap“ – zum Download

Wenn ihr selbst eure Stadt aufräumen wollt oder Tipps möchtet, wie ihr weniger Müll produziert, guckt mal hier:

World Cleanup Day Deutschland und der World Cleanup Day in Berlin – am 18. September 2021

wirBERLIN ruft alle Berliner zu Cleanups/Aufräumaktionen in ihren Kiezen auf

Hier gibt’s Tipps zur Müllvermeidung von Löwenzahn

Die Zero Waste Map hiflt Euch dabei, nachhaltiger einzukaufen

utopia.de gibt Ratschläge zur Müllvermeidung für Anfänger und Profis

Egal, ob nachhaltige Ernährung, Körperpflege oder Haushalt – smarticular.net weiß wie’s geht.