Wilma Wusel entdeckt Reste vom Feste/ 2

Wilma Wusel entdeckt Reste vom Feste/2

Hallo du,

wow, das neue Jahr begann ja großartig- so viel Schnee gab es in Berlin schon lange nicht mehr!
Gewiss warst du auch so oft draußen wie ich, warst rodeln oder hattest einen Schneemann gebaut. Ich konnte sogar Tierspuren entdecken.

Leider war die weiße Pracht bald vorbei.
Deshalb hatte ich wieder Zeit, um die letzten Spuren vom Weihnachtsfest zu beseitigen. Dabei fiel mir auf, dass viele Kerzen nicht restlos abgebrannt waren. Das war schade!
Doch ich hatte schon eine Idee, was ich damit machen werde: Neue Kerzen herstellen!
Ich suchte alle Dinge zusammen, welche ich dafür brauchte:
1 Topf, mind. 1 Konservendose, 1 Brettchen, 1 scharfes Messer, Arbeitsunterlage (alte Zeitung oder Pappe), alte Teelichthüllen oder Gläser


Nun zerkleinerte ich die Kerzenreste, in dem ich möglichst kleine Stücke von der alten Kerze abschnitt. Puh, das war ganz schön anstrengend. Ich musste gut aufpassen, dass die Wachsreste nicht wegsprangen.
Das nächste Mal versuche ich es mal mit einem Hammer. Ich werde die Wachsreste in ein Tuch einwickeln und dann einfach draufschlagen. Geht bestimmt leichter!

Ich hatte nun den Dochrest freigelegt, der für die neue Kerze nutzlos ist.
Aber ich brauchte einen neuen Docht. Dafür nutzte ich Klopapier. Juteschnur oder runde Schürsenkel sollen dafür aber auch gut geeignet sein.  
Ich füllte den Topf halbvoll mit Wasser und die Konservendose mit den Wachsresten. Die Dose stellte ich nun in den Topf und erhitze das Wasser, damit der Wachs schmilzt.
Da die Dose fast randvoll mit Wachs war, entschied ich mich zum Kerzen ziehen

Zunächst tauchte ich den Docht so tief wie möglich in das heiße Wachs. Dann zog ich diesen wieder raus, damit er erstarrte.
Eigentlich soll man so lange warten, bis der Wachs an der Kerze hart ist, um einen neuen Tauchgang beginnen zu können. Das kann aber dauern und da ich sehr ungeduldig bin, hatte ich mir einen Trick ausgedacht:
Ich tauchte meine Kerze nach jedem Wachstauchgang in kaltes Wasser. So erstarrte sie schnell. Wichtig ist dabei aber, dass die Kerze danach mit einem kleinen Tuch gut abgetrocknet wird.
Das Wasser würde sonst wie eine Sperrschicht wirken und die nächste Wachsschicht kann sich dann nicht mit der alten verbinden.
So wurde meine Kerze dicker und dicker. Abschließend schnitt ich meine Kerze bis zum Dochtende ab, bog sie noch gerade und gab sie zum endgültigen Erstarren ins Wasserbad.
Ich war sehr stolz auf meine erste Kerze!

Da ich noch Wachs übrig hatte, versuchte ich mich dann im Kerzen gießen.
Ich hatte Hüllen und sogar noch Dochthalterungen von alten Teelichtern. Dort befestigte ich meinen neuen Docht, den ich noch an einen Zahnstocher band. Somit blieb der Docht schön mittig, als ich dann das flüssige Wachs hineingoss.

Dann goss ich noch eine Insektenkerze, denn der nächste Sommer kommt bestimmt.
Ich goss das flüssige Wachs mit 2 Teelöffeln Kaffee und 6 Gewürznelken in ein Glas. Mit einem Hölzchen vermischte ich die Masse und gab den Docht dazu.
Diesmal nutzte ich einen Schnürsenkel als Docht, den ich mit Klammern fixierte.

Fertig ist meine Kerze für den Garten von Opa Wusel, deren Duft Mücken und Wespen vertreiben soll! Das freut mich umso mehr, weil mein Opa bald Geburtstag hat und ich damit ein tolles Geschenk für ihn habe.
Meine Kerze roch so gut, dass ich sie gleich mal ausprobieren musste. Schließlich soll ja mein Geschenk auch funktionieren und Opa Wusel wird das auch verstehen! :))
Also, ich habe jetzt ein neues Hobby- versuche es doch auch einmal! Lass dir aber am Anfang von deinen älteren Geschwistern, Mama, Papa oder Großeltern helfen, denn das Wachs wird ganz schön heiß…

Das Igelkrankenhaus in Berlin-Hermsdorf

Das Igelkrankenhaus in Berlin-Hermsdorf

Der Igel: Das lebende Fossil

Eines der bekanntesten Wildtiere unsrer Breiten ist der Igel. Er gehört zu den ältesten Säugetieren auf der Erde und wird auch als „lebendes Fossil“ bezeichnet. Das heißt, dass er in ähnlicher Form bereits mit den Dinosauriern zusammengelebt hat.

Als nachtaktives Schutztier (im Gegensatz zum Fluchttier), kann er sich bis zu 12h einrollen, seine 8000 Stacheln aufrichten und sich so vor Angreifern schützen. Seine Strategie ist ein regelrechtes Erfolgsmodell der Evolution! 

Seine natürlichen Feinde lassen sich gut eingrenzen. Es sind FüchseUhus, Dachse, Marder oder Rabenkrähen. Diese Tiere haben allesamt lange Krallen und können das dichte Stachelkleid des Igels überwinden.

Ein strukturarmer Kiefernwald ist unattraktiv für Igel

Ein strukturreicher Park, wie hier in Berlin, bietet mehr Lebensraum für den Igel

Es wird vermutet, dass Igel ursprünglich in Wäldern mit vielfältigem Bewuchs lebten. Doch der Stachelträger kann sich in unseren heutigen strukturarmen Wirtschaftswäldern nicht mehr aufhalten. Er ist ein typischer Kulturfolger, der im Laufe der Zeit immer mehr vom Land in die Stadtnatur abgewandert ist. Hier sucht er sich abwechslungsreichere Orte wie Parkanlagen und Gärten. Dort findet er offene und dicht bewachsene Flächen mit viel Gebüsch, Laubhecken und einer dicken Laubschicht. 

Igel in Gefahr

Der Insektenfresser stößt mit seiner Lebensart jedoch immer mehr an Grenzen. Denn seine Stacheln helfen ihm nicht im Straßenverkehr oder Verhindern das Zerschneiden seiner Reviere durch Bebauung. Die Lebensbedingungen für Igel verschlechtern sich stetig. Nicht nur durch die direkten menschengemachten Gefahren, sondern auch durch die Folgen des Klimawandels. 

Das ständige Sauberhalten der Gärten durch die Nutzung von Mährobotern, Schneckenkorn und Laubentfernung sorgt für lebensbedrohliche Verletzungen, Vergiftungen und einen Eingriff in den biologischen Kreislauf. Wo keine Insekten mehr das Laub zersetzen, dort fehlt dem Igel auch sein natürliches Nahrungsangebot. Immer mehr Tiere werden mit einer sogenannten „Hungerfalte“ gefunden, die eine Mangelernährung aufzeigt. Viele Hinweise deuten darauf hin, dass die Igelpopulation zurückgeht.

Berliner Igelschutz seit 40 Jahren

Der Sitz des Vereins „Arbeitskreis Igelschutz Berlin e.V.“ in Berlin-Hermsdorf
Von der S-Bahn-Station Hermsdorf braucht man zu Fuß ca. 11 Minuten bis zur Igelstation

Das bekommt auch der Verein „Arbeitskreis Igelschutz Berlin e.V.“ mit. Seit 40 Jahren unterstützt er die stacheligen Vierbeiner in der Hauptstadt. Die Igelstation fand ihren Anfang im Keller der Vorsitzenden Gabriele Gaede und ist im Laufe der Jahre so herangewachsen, dass sie in einen Laden im Norden Reinickendorfs gezogen sind.

Hier finden mehr als 55 Igel Platz, um von den 30 aktiv Helfenden liebevoll umsorgt zu werden. Insgesamt 250 Mitglieder zählt der Verein, welche ausschließlich ehrenamtlich arbeiten. Ihr Herzensziel ist es kranken, verletzten und untergewichtigen Igeln zu helfen, um diese in einer igelfreundlichen Umgebung wieder auswildern zu können. Die Igelstation funktioniert wie ein Krankenhaus und hat allein 2021 so 570 Igel gepflegt.  

Die Tätigkeiten des Vereins sind vielfältig: Sie reichen von nächtlichen Krankentransporten, Untersuchungen, Tierarztbesuchen und Pflege bis zur Öffentlichkeitsarbeit. 

So steht der Verein z.B. mit den Herstellern von Mährobotern in Kontakt und leistet Aufklärungsarbeit auf Festen und in Schulen. Ausserdem bietet er rund um die Uhr Hilfe und Beratung über seine Igel-Hilfehotline. An manchen Tagen klingelt das Telefon alle 10 bis 15 Minuten, erzählen die Ehrenamtlichen.

Alltag in der Igelstation*

Bevor der Winter anbricht werden viele untergewichtige Tiere eingeliefert. Diese Hochsaison im Herbst ebbt im Dezember ab und die Stationsarbeit kommt dann, wie die schlafenden Igel, etwas zur Ruhe. Im Frühling hingegen, mit dem Beginn der Gartensaison, finden sich eher verletzte Vierbeiner und im Sommer verwahrloste Jungtiere in der Station. Igel sind das ganze Jahr präsent, nicht nur im Herbst, somit ist für die Helfenden auch das ganze Jahr über Igelzeit. Die Station ist dementsprechend so gut wie nie leer. 

Ab Dezember liegen die Igel in ihren Ställen und halten Winterschlaf in den unbeheizten Räumen. Jeden Tag kommt ein Team von 4 Personen zusammen, um gemeinsam alles zu säubern. Dazu werden in 3 bis 4 Stunden überall Zeitungen ausgewechselt, als auch Futternäpfe und Schlafhäuschen saubergemacht. Danach folgen die Pflege der Verletzten, die Vorbereitung zur Auswilderung/Betreuung und die Organisation der gespendeten Materialen. 

Igelpflege zu Hause

Die Pflege verletzter und untergewichtiger Tiere dauert mehrere Wochen und in den Wintermonaten bis zu mehreren Monaten. Igel mit dauerhafter medizinischer Betreuung ziehen im Winter zu den Helfenden nach Hause. Die Station wäre gerade für die Intensivbetreuung zu kalt, da die Stachelträger dort kein Fettpolster anlegen können.  

Sie brauchen es warm und viel Aufmerksamkeit. Dort liegen sie nun in den Wohnzimmern und werden zu regelmäßigen Zeiten mit Medikamenten behandelt oder die Jungtiere alle 2 bis 3 Stunden mit Pipetten gefüttert, bis sie selber fressen können. Eine echte Vollzeitbeschäftigung, die die Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit organisieren. 

Igel sind dabei keine Haustiere. Auch wenn sie nach der Handaufzucht oder der Pflege erst etwas zutraulich sein können, setzt der nächste Winterschlaf sie wieder auf den Zustand eines „Wildtiers“ zurück (Reset). 

Die Überwinterung von gesund-gepflegten Igeln, findet teilweise bei Privatpersonen statt. In der Bildergalerie sieht man die Vorbereitung eines Igel-Transports mit Hilfe von Pappkartons und zerkleinertem Zeitungspapier.

Die Auswilderung

Die gepflegten Igel werden nach ihrem Krankenaufenthalt wieder entlassen und ausgewildert. Das geschieht vom Frühling bis zum Spätsommer. Dafür besucht der Verein alle potenziellen Gärten persönlich und bewertet diese auf ihre Igel-Freundlichkeit. Dann kann der Igelstall auch schon im Garten platziert werden und die Tür sich langsam öffnen. Zwei Wochen wird der Ankömmling noch gefüttert und dabei das Futter langsam reduziert, bis die Eingewöhnungszeit um ist.

Hilfe: Ich habe einen Igel gefunden, was tun?

Wenn im Winter umherlaufende Igel gefunden werden, dann sind diese immer hilfsbedürftig. In den anderen Jahreszeiten erkennt man einen hilfsbedürftigen Igel folgendermaßen: Hungerknick oder eine birnenartige Körperform (das Gewicht ist nicht aussagekräftig genug), Tagaktivität, umherschwirrende Fliegen. Dem Findling muss dann sofort geholfen werden.

Zur sofortigen ersten Hilfe gehört NICHT das Füttern, dafür braucht er nämlich erst einen warmen Bauch. Als erstes muss der Igel warmgehalten und auf Fliegeneier bzw. –larven abgesucht werden. Die kleinen weiß-gelblichen Punkte gehören sofort entfernt. Danach kann man ihm vorsichtig Wasser anbieten. 

Nach der ersten Versorgung, sollte umgehend die Igelstation kontaktiert werden (über Telefon oder Facebook). Von Alleingängen in der Igelpflege wird stark abgeraten, da im Internet viel Falsches steht. Die Igelexpert:innen können die Fragesuchenden umfangreich zu den nächsten Schritten beraten. 

Was hat der Findling denn?

Igel zeigen oft nicht, dass sie Schmerzen haben. Kotproben geben dort viel Aufschluss zur Erkrankung, denn meistens ist ein starker Parasitenbefall der Grund. Die Proben müssen v.a. am Anfang an mehreren darauffolgenden Tagen entnommen werden.

Medikamente sind bei igelkundigen Tierärzten erhältlich (der Igelstation bekannt). Das Stichwort ist hier „igelkundig“, denn die meisten Tierärzte kennen sich mit Wildtieren nicht aus. Eine falsche Diagnose und Behandlung können zu großem Schaden führen. 

Wie kann jede:r Einzelne helfen? 

Der igelfreundliche Garten

Wie kann ich meinen Garten so gestalten, dass die Igel sich wohlfühlen?

Das ist gar nicht so schwer! Igel brauchen vor allem Nahrung und Unterschlupfmöglichkeiten, bei gleichzeitiger Minimierung von Gefahren. Besonders in den Städten ist es außerdem wichtig, dass Igel-Reviere verbunden bleiben und so seine Lebensweise unterstützen. 

Eine Checkliste:

  • Heimische Pflanzen, Sträucher und Bäume
  • Unterschlüpfe wie Holzstapel, dichte Hecken, Gebüsch, Reisig-, Laub- und Komposthaufen, selbstgebaute Winterquartiere (Igelhaus)
  • Kein Gift (wie Blaukorn, Schneckenkorn usw.) 
  • Durchlässige Zäune mit naturnahen Nachbargärten
  • Igelsichere Gartenteiche, Regentonnen, Löcher, Treppen
  • Täglich frisches Trinkwasserangebot (niemals Milch!)
  • Fütterung im Herbst und Frühjahr (dabei Futterstellen schützen!)
  • Keine Mähroboter und Ultraschallgeräte

Der igelfreundliche Wald

Auch Land-und Waldbesitzer können den Igel unterstützen, da auf lange Sicht die Städte nicht als Lebensraum ausreichen. In Laubmischwälder müssen die natürlichen Prozesse z.B. auf Windwurfflächen oder Brachen wieder zugelassen werden, damit Büsche und junge Bäume wachsen können. Die Insektenfresser bevorzugen nämlich unaufgeräumte Wälder und v.a. Waldränder (offene Wiesen und angrenzender Wald). Mehr liegende Biomasse kommt auch den Insekten zugute, von denen er sich hauptsächlich ernährt.

Unterstützung des Vereins – aktiver Naturschutz

Wenn ihr Lust habt aktiven Naturschutz zu betreiben und die Igel in Berlin zu unterstützen, dann meldet euch beim Verein! Es werden dringend interessierte Bürger:innen benötigt, um die ehrenamtliche Arbeit fortzuführen. 

Wer seine Stärken nicht in der Igelbetreuung sieht, der kann auch anders helfen z.B. durch Igelpatenschaften, Sach- und Geldspenden oder auswilderungs- bzw. igelfreundliche Gärten. Besonders nach politisch-engagierten Personen wird gesucht, um den Druck auf staatlicher Ebene zu erhöhen. 

Denn wenn man im Internet schaut, befindet sich in Hermsdorf die letzte große Igelstation Berlins. In den letzten Jahrzehnten sind viele Stationen geschlossen worden, durch den Wegfall staatlicher Unterstützung und dem altersbedingten Personalschwund. Die Kosten der Miete, Medikamente, Futter und weitere Materialen müssen allein durch private Spenden getragen werden. Jede Unterstützung ist willkommen und hilft diese wichtige Initiative zu erhalten. 


Interessante Links

Ausführlichere Infos zu Igelgefahren und Igel im Garten
(Link zu igelschutzberlin.com)

Artikel zum Thema: Igel brauchen Laubwald
(Link zu naturwald-akademie.org)

Hier ist die Igelstation zu finden:
Olafstraße 71
13467 Berlin-Hermsdorf

*Das Interview mit der Igelstation wurde Ende November 2022 geführt.

Informationen zum Urheberrecht
Die hier verwendeten Bilder wurden entweder privat aufgenommen oder lizenzfrei von der Seite „pixabay.com“ genutzt.

Wilma Wusel entdeckt eine weihnachtliche Zauberpflanze

Wilma Wusel entdeckt eine weihnachtliche Zauberpflanze

Hallo du,
der Winter ist da, juhu! Es wird gerade bitterkalt und frostig draußen, aber das hält eine Naturforscherin, wie ich es bin nicht davon ab, raus zu gehen. Mein dickes und borstiges Winterfell hält mich schön warm. Vor allem die feinen Wollhaare speichern die warme Luft an meinem Körper und helfen mir nicht auszukühlen. Ihr könnt dafür eure wetterfesten Winterjacken mit nach draußen nehmen.

Mit diesem dicken Fellmantel ausgestattet, hatte ich große Lust die Stadt zu besuchen. Ich kenne das schon von meinen Wildschweinverwandten, dass sie öfter mal den Wald verlassen, um zu schauen was in der Stadt so los ist. Sie erzählen mir immer die spannendsten Geschichten. 

Auf meinem Weg habe ich einen Fluss gefunden, der sah so einladend aus, dass ich ihm gleich gefolgt bin.

Als ich so spazierte, juckte plötzlich mein Winterfell ganz furchtbar. Ich fand zum Glück gleich eine Robinie mit ihrer dicken Rinde zum Kratzen. Als ich mich so schubberte, sah ich an ihr herunter und entdeckte Fraßspuren. Die waren riesig! Jemand hat ein großes Loch in den Baum geschnitzt? Die Rinde war ganz abgefressen und kahl an der Stelle. Jetzt wird die Robinie von einem Draht geschützt. Ich habe schon so eine Ahnung, wer das gewesen sein könnte.

Auf meinem Spaziergang habe ich auch noch andere Hinweise entdeckt!

Meine Augen folgten dem Baumstamm hoch in seine Krone. Was das für ein schöner Robinien-Kratzbaum war! Seine eiförmigen Blätter lagen schon alle verstreut am Boden. Huch, was ist denn das? Dort hängen mehrere grüne Bälle ganz oben in den Ästen? Das sieht fast aus wie grüne Weihnachtskugeln. Es ist ja auch bald Weihnachten, aber wer würde hier die Bäume schmücken? Das musste ich mir genauer anschauen.

Ich suchte den Boden ab und fand einen grünen Pflanzenzweig. Der sah genau so aus, wie das, was in der Baumkrone hing und muss bestimmt heruntergefallen sein.

Beim Näherkommen konnte ich kleine grüne Blätter erkennen. Die hingen immer zu zweit an einem gegabelten Ästchen. Die Blätter hielt ich an meine Wange und fühlte, dass sie dick wie Leder waren.

Dazwischen hingen runde kleine Beeren. Die waren durchscheinend weiß und ganz prall! Wie wunderlich, sonst werden Beeren meistens im Sommer reif, aber jetzt haben wir den kalten Winter vor uns.

Ich war einfach zu neugierig und habe die Beeren mit meiner Schnauze untersucht. Eine ist dabei zerplatzt und dann ist es passiert, ich habe einen naturgemachten Kleber entdeckt! Meine Schnauze klebte ganz fest zusammen und ich bekam meine Nasenlöcher nicht mehr auseinander. Da bin ich wohl wie ein Sprichwort sagt „auf den Leim gegangen“.

Wisst ihr woher das Sprichwort kommt? Früher wurden Vögel mit diesem klebrigen Saft gefangen. Die Menschen haben Äste mit dem Leim (Kleber) eingeschmiert. Wenn Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen sich daraufsetzten, konnten sie nicht mehr wegfliegen. Die Menschen haben die gefangenen Vögel dann mit nach Hause genommen, um im Winter ihre gezwitscherte Musik zu hören. Vor allem die Rotkehlchen waren als „Vogelradio“ begehrt. Zum Glück ist das jetzt verboten! Wir können alle Musik der Welt mit Spotify und Youtube hören, auch das Singen der Rotkehlchen.

Misteldrossel (Pixabay)
Amsel neben der Zauberpflanze (Pixabay)
Rotkehlchen (Pixabay)

Aber die weißen Beeren sind für die Wintervögel ein großer Leckerbissen. Nicht nur die Misteldrossel frisst sie gerne, sondern auch andere kleine Vögel wie die Amseln, Spechte, Meisen, Rotkehlchen, Kleiber und ganz viele mehr. 

Kleiber (Pixabay)

Da hatte ich einen Gedankenblitz! Ich habe diese runden Blätterbälle schon einmal in einer Tür hängen sehen. Ja doch, als meine Freundin Enja das Eichhörnchen und ich darunter standen, hat sie mir einen Kuss auf die Wange gegeben (da bin ich ganz rot geworden). Sie meinte: Wer unter einem Mistelstrauch steht, der bekommt einen Kuss“. Jetzt habe ich es, das sind Misteln! 

Nun habe ich mich gefragt, wie die Misteln eigentlich in die Bäume kommen? Früher dachte man nämlich, dass Misteln vom Himmel gefallen sind und die Götter sie in die Bäume gehangen haben. Dafür gibt es bestimmt auch eine andere Erklärung.

Um das herauszufinden, habe ich mir ein tolles Buch aus der Bibliothek geholt.
Dort stand: Eine Misteldrossel frisst die Beeren und fliegt dann weite Strecken weiter.
Wenn ihr Vogel-MIST auf einen Ast trifft, entsteht dort eine neue MISTel. 

Eine Amsel macht es dafür ganz anders: Das Fruchtfleisch der Beere ist nämlich nicht nur lecker, sondern auch klebrig und schützt den erbsengroßen Samen im Herzen der Beere. Sie muss deswegen ständig ihren Schnabel putzen und schmiert den klebrigen Schleim an einem Zweig ab. Dabei werden die Samen auf dem Baum verteilt. 

Moment mal, wie können die Misteln ohne Wurzeln in der Erde leben? Um das herauszufinden, habe ich eine Mistel ganz vorsichtig am Ast abgeschnitten. Ich konnte sehen, dass aus dem Samen eine kleine Wurzel in den Ast reingewachsen ist. Die Mistel wird also vom Baum gefüttert mit Wasser und Nahrung. Davon sterben die Bäume nicht ab, aber sie werden geschwächt. Deshalb haben Mistel auch den komischen Namen „Schmarotzer„.

Jetzt ist auch das Geheimnis gelüftet:
Die Vögel bringen die grünen Mistelbälle also in die Kronen der Bäume und die Bäume halten die Misteln am Leben! 

Bei meinem Spaziergang traf ich die Mistel wirklich überall!

Eine Pflanze mit Zauberkräften

Aus den tollen Büchern habe ich auch erfahren, dass die Menschen sich früher nicht erklären konnten, wie die Misteln in den Bäumen leben konnten. Deshalb dachte man, dass sie magische Zauberkräfte haben mussten

 

Beim Wort Zauberkraft, fällt mir sofort der Zaubertrank von Asterix und Obelix ein. Die beiden Freunde konnten mit Hilfe eines Zaubersaftes übermenschliche Kräfte bekommen und sich gegen die übergroße Truppe der Römer wehren. Ihr schlauer Druide Miraculix kannte das Geheimnis und wusste, dass nur die Misteln dem Trank seine Zauberkraft verlieh. Aber nicht irgendwelche, sie mussten auf einer Eiche gefunden und mit einer goldenen Sichel geerntet werden.

Auch woanders hat man der Pflanze Zauberkräfte zugesprochen. In der dunklen Jahreszeit hingen die Menschen Mistelzweige an Dächer, Ställe und Haustüren. Dadurch sollten böse Gäste wie Geister, Hexen, Feuer und Blitzeinschläge ferngehalten werden. Liebe Gäste wurden aber besonders herzlich mit einem Kuss empfangen. 

Ich freue mich, dass man diese schöne Idee auch noch heute, zur Weihnachtszeit und im neuen Jahr, bei uns findet. Probiert es doch selber zu Hause aus, das wird bestimmt ein herzlicher Weihnachtsspaß hihi: 

Schaut in der Natur ob ihr Misteln findet, schneidet sie ab, hängt sie auf und gebt euren Liebsten
– Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel, Tanten und vielen mehr –
einen dicken Kuss! 


Hier erfährst du noch mehr:

Misteln bei der Sendung mit der Maus

Warum man sich unter dem Mistelzweig küsst

Eine schöne Weihnachtsgeschichte mit der Mistel und der Stechpalme

Wilma Wusel entdeckt Knospen

Wilma Wusel entdeckt Knospen

Eine Maus in ihrem Versteck

Hallo du,

neulich war ich wieder mal im Wald unterwegs. Leider lag kein Schnee, doch auf einmal raschelte etwas im Laub. Ich schlich mich ran, denn ich wollte das Tier aufspüren. Im Fuchsgang (Link zu youtube) konnte ich mich ganz leise im Unterholz bewegen  und da entdeckte ich sie!

Eine kleine Maus war in ein Loch gehuscht und schaute mich daraus mit ihren Kulleraugen an.
Sie hatte bestimmt nach Eicheln oder Bucheckern gesucht, um ihren Hunger stillen zu können.

Ich wollte sie nicht weiter stören, deshalb schlich ich leise zurück. Da passierte es, denn ich piekste mich an einem Zweig.

Den schaute ich mir natürlich genauer an:  Waren das Stacheln oder Dornen, die mich ärgerten? Nee, so spitz wie die Dornen der Robinie waren diese nicht. Und abbrechen, wie die Stacheln vom Hagebuttenstrauch ließen sich die spitzten Dinger auch nicht. Hmm???

Wilma schaut sich den Buchen-Zweig genauer an.
Der Lindenzweig hat auch Auswüchse.

Ich schaute mich um, und da fiel mir auf, dass auch noch andere Zweige solche Auswüchse hatten, die aber ganz unterschiedlich aussahen. Sie hatten sogar verschiedene Farben: schwarz, grün, braun.

Ich überlegte: Sind das etwa die Knospen, aus denen im Frühling die Blätter wachsen? Und wenn sie so unterschiedlich aussehen, dann sind diese bestimmt auch von verschiedenen Baumarten.

Das wäre ja toll, dann brauch ich gar nicht zu warten, bis die Blätter wachsen, um den einen oder anderen Baum erkennen zu können.

Beim Ahorn sehen sie wieder ganz anders aus.

Zunächst dachte ich mir aber eigene Namen aus: Zickzackzweig, Zipfelmützenknospe, Tropfenknospe.
Na, kannst du diese Namen den Zweigen zuordnen?


Nun wollte ich es aber genau wissen und wieder einmal halfen mir Bestimmungsbücher weiter.

Tatsächlich! So vielfältig wie die Blätter einzelner Baumarten aussehen, so unterschiedlich sind auch die Knospen! In einem der Bücher fand ich eine coole Tabelle, wie ich die verschiedenen Knospen einordnen kann.
Aha, meine Tropfenknospe ist also von einer Kastanie…

Nun interessierte mich, was in einer Knospe ist und ich öffnete eine Buchenknospe.
Ich entfernte ganz vorsichtig Schuppe für Schuppe und siehe da, mit der Lupe und etwas Phantasie konnte ich bereits die kleinen Buchenblätter erkennen, welche auf den Frühling warten.

Ich hatte auch noch einige Spielideen:

Ich nahm mir einen Zweig aus meinem Zweigehaufen und versteckte die anderen Zweige unter einem Tuch. Nun versuchte ich unter dem Tuch den gleichen Zweig zu ertasten, der vor mir lag. Und es klappte prima- ich hatte nur einen Fehlversuch! 🙂

Darauf hin machte ich es mir noch schwerer – ich verband mir meine Augen und griff aus dem Zweighaufen ein Stück heraus und fühlte seine Besonderheiten mit der Wange. Ups, der Buchenzweig piekste ganz schön…

Diese und noch andere Spiele machen bestimmt zu zweit oder mit mehreren viel mehr Spaß, deshalb werde ich für meinen nächsten Spielenachmittag noch ganz viele Zweige sammeln.

Im Winter finden oftmals Baumfällungen im Wald und auch Baumpflegearbeiten auf dem Schulhof oder im Park statt. Dort werde ich gewiss viele Zweige zum Spielen finden.
Wenn du auf deiner nächsten Waldtour Kronenteile am Wegesrand entdeckst oder du noch Äste im Park findest, so schneide dir doch auch ein paar Zweige ab. Dann kannst du auch die Knospen erforschen und Tast- und Ratespiele machen.

Und nach dem Forschen und Spielen kannst du die Zweige ins Wasser und an einen hellen warmen Ort stellen. Dann hast du bald den Frühling im Haus. Das wird bestimmt spannend, ob und wie sich die einzelnen Knospen öffnen.
Ja, Winter macht Spaß, auch ohne Schnee!!!


Knospenbestimmung

https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/zweige

https://www.pflanzen-vielfalt.net/bestimmen-sammeln/baumbestimmungshilfe/knospenbestimmung/

https://www.suz-mitte.de/pdfs/naturforscher/winterbaum/fb20a_Knospen.pdf

Knospenquiz

https://www.geo.de/natur/naturquiz/20987-quiz-bilderquiz-erkennen-sie-den-baum-seiner-knospe


Detektiv- und Rätselblätter zum Ausdrucken

Detektei Wilma Wusel 2

Wilma, die Detektivin auf Spurensuche

Teil 2 – Löcher im Boden

Wilma mit ihrer Detektivausrüstung

Horidojoho.

Mein Detektivbüro ist jetzt schon eine Weile geöffnet und ich will dir hier immer mal von ein paar besonderen Fällen berichten.

Mit meiner Detektivausrüstung bin ich durch die Stadt gestreift und hab an verschieden Stellen große Löcher in der Erde gefunden. Im Wald, im Schlosspark Charlottenburg, im Tiergarten in Mitte und bei mir um die Ecke direkt hinter dem Zaun von einem Schulhof.

Löcher auf dem Schulhof

Welches freche Tier würde sich das denn trauen? Auf einem Schulhof zu wohnen!

Es muss ein Tier sein, das sehr gut buddeln kann! An einigen Stellen kann ich Sandhaufen vor den Löchern erkennen. Das Tier hat sich auch einen Tunnel unter dem Schulzaun hindurch gebaut.

Vor dem Zaun sehe ich Fußabdrücke, aber ich erkenne gleich: Trittsiegel vom Hund. Trittsiegel, das ist der Fachausdruck für Fußabdrücke.

Die Hunde der Umgebung finden diese Löcher also auch spannend. Aber wer hat die Löcher und den Tunnel denn nun wirklich gegraben?

Wie viele Löcher im Boden kannst du auf diesem Bild entdecken?

Ein paar Tage später hatte ich Glück, es schneite noch einmal. Wir Detektiv*innen brauchen einen ausgezeichneten Spürsinn, sehr gute Kenntnisse im Spurenlesen und immer auch Glück und eine große Portion Zufall. Und durch diesen Fall meiner Detektei habe ich gelernt: ich darf mich nicht zu schnell auf die Lösung eines Falls festlegen. Denn wenn ich ehrlich bin, war ich mir schon sicher wer in disem Bau lebt.

Als echte Detektivin habe ich immer eine Theorie, was wohl passiert ist. Ich finde Spuren, in diesem Fall die Löcher in der Erde, als Indizien oder Hinweise

Auf solche Indizien begründet sich meine Theorie. Die Theorie hier aufgrund von Bau und Löchergröße: Der Fuchs wohnt auf dem Schulhof!

Ein Fuchs im Düppeler Forst mit der Wildtierkamera fotografiert

Also bin ich am Sonntag, nachdem es geschneit hatte, nochmal zu der leeren Schule gelaufen, um Euch die Fußabdrücke als Beweise zu fotografieren. Ich war so gespannt. Doch was sehe ich da, zu meiner allergrößten Trackerinnen-Verwunderung? Tracking bedeutet Spurenlesen. Diese Spuren im Schnee:


Ich konnte es fast nicht glauben! Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, weil ich ja ein Fuchsfan bin, aber Kaninchen mag ich auch!


Bau im Tiergarten im Sommer

Löcher im Tiergarten

Es kamen mir aber auch Zweifel an meiner Einschätzung bei einem anderen Bau, den ich Sommer im Tiergarten in den Büschen entdeckt hatte. Bei diesem Bau habe ich auch gedacht, dass es ein Fuchsbau ist.

Montagmorgen habe ich mich gleich nochmals auf den Weg in den Tiergarten gemacht um meinen Verdacht zu überprüfen. Im Schnee um den Bau habe ich viele Spuren gefunden. Was glaubst Du wer hier unterwegs war?

Kannst du erkennen was hier passiert ist?
Gemeinsamer Bau von Kaninchen und Fuchs? Oder hungriger Fuchs schleicht am Kaninchbau vorbei? Spurenlesen ist wirklich aufregend.

Fortsetzung folgt. Du willst sicher noch mehr über die Spuren anderer Tiere erfahren.


Noch ein paar spannende Infos

Als ich wieder im Warmen war habe ich mich weiter über Füchse informiert:

Der Podcast „Auf leise Pfoten“ erklärt z.B. den Unterschied zwischen Fuchs- und Hundefußabdrücken (Trittsiegeln), wie Fuchslosung aussieht und wo man die Füchse gerade gut belauschen kann. Und einem tollen Film von einem Fuchs auf einem Schulhof-die gibt es also wirklich!- findest du da auch.

Und hier ein Film aus dem Düppeler Forst, wo die Fuchs-Waldschule Zehlendorf liegt:

Fuchsjunge am Bau, Frühling 2020

Die Seite zum Fuchs und Dachs aus dem Waldentdecker-Buch
(mit Infos zu Fuchs und Dachs und einem Ausmalbild)

Fuchsinfos
(Link zu frecherfuchs.de)

Buntspecht frisst Vogelfutter

Wilma Wusels Beobachtungen am Futterplatz

Wilma Wusels Beobachtungen am Futterplatz

Hallo du,

na, hast du auch schon Futter für unsere Wintervögel bereitgestellt?

Dann wirst du mir bestimmt Recht geben, dass so `ne Futterstelle eine ganz spannende Angelegenheit ist.

An meinem Futterplatz ist ständig was los, mal kommt eine Blaumeise, dann wieder ein Kleiber. Ja, auch die Spechte kreuzen hier auf, um etwas von den Leckerbissen zu naschen.

Manchmal erscheinen so viele Vögel, dass sie regelrecht warten müssen, bis sie ans Futter kommen.

Der Kleiber macht den Anfang.

Es folgen die Spechte…
…Buntspecht…
…und Mittelspecht.

Blaumeise frisst selbstgemachtes Vogelfutter
Blaumeise…
Kohlmeise frisst Vogelfutter
…Kohlmeise…
Schwanzmeise frisst Vogelfutter
…und Schwanzmeise lassen es sich auch schmecken.

Ich konnte sogar 2 Videos von den Vögeln an der Futterstelle aufnehmen.

Blaumeise an der Futterstelle
Schwanzmeise an der Futterstelle

Nun heißt es aber; ständig für Nachschub zu sorgen, denn die kleinen Piepmätze haben sich an den Platz gewöhnt und werden diesen immer wieder aufsuchen.

Wenn dann dort keine Nahrung mehr zu finden ist, wäre das für die Vögel sehr lebensbedrohlich, da sie ihre Kräfte vergeudet haben und diese für die weitere Nahrungssuche nicht mehr ausreichen könnten. Also, auf in die Futterküche!


Vielleicht siehst du an deiner Futterstelle Blaumeise, Rotkehlchen oder Spatz. Diese zählen nämlich mit sieben weiteren Vogelarten zu den Vögeln, von denen du einen zum Vogel des Jahres wählen kannst. Mach mit.


Detektivblatt zu Wintervögeln für euch zum Herunterladen

(pdf zum Herunterladen)