Wilma Wusel entdeckt Reste vom Feste/ 2

Wilma Wusel entdeckt Reste vom Feste/2

Hallo du,

wow, das neue Jahr begann ja großartig- so viel Schnee gab es in Berlin schon lange nicht mehr!
Gewiss warst du auch so oft draußen wie ich, warst rodeln oder hattest einen Schneemann gebaut. Ich konnte sogar Tierspuren entdecken.

Leider war die weiße Pracht bald vorbei.
Deshalb hatte ich wieder Zeit, um die letzten Spuren vom Weihnachtsfest zu beseitigen. Dabei fiel mir auf, dass viele Kerzen nicht restlos abgebrannt waren. Das war schade!
Doch ich hatte schon eine Idee, was ich damit machen werde: Neue Kerzen herstellen!
Ich suchte alle Dinge zusammen, welche ich dafür brauchte:
1 Topf, mind. 1 Konservendose, 1 Brettchen, 1 scharfes Messer, Arbeitsunterlage (alte Zeitung oder Pappe), alte Teelichthüllen oder Gläser


Nun zerkleinerte ich die Kerzenreste, in dem ich möglichst kleine Stücke von der alten Kerze abschnitt. Puh, das war ganz schön anstrengend. Ich musste gut aufpassen, dass die Wachsreste nicht wegsprangen.
Das nächste Mal versuche ich es mal mit einem Hammer. Ich werde die Wachsreste in ein Tuch einwickeln und dann einfach draufschlagen. Geht bestimmt leichter!

Ich hatte nun den Dochrest freigelegt, der für die neue Kerze nutzlos ist.
Aber ich brauchte einen neuen Docht. Dafür nutzte ich Klopapier. Juteschnur oder runde Schürsenkel sollen dafür aber auch gut geeignet sein.  
Ich füllte den Topf halbvoll mit Wasser und die Konservendose mit den Wachsresten. Die Dose stellte ich nun in den Topf und erhitze das Wasser, damit der Wachs schmilzt.
Da die Dose fast randvoll mit Wachs war, entschied ich mich zum Kerzen ziehen

Zunächst tauchte ich den Docht so tief wie möglich in das heiße Wachs. Dann zog ich diesen wieder raus, damit er erstarrte.
Eigentlich soll man so lange warten, bis der Wachs an der Kerze hart ist, um einen neuen Tauchgang beginnen zu können. Das kann aber dauern und da ich sehr ungeduldig bin, hatte ich mir einen Trick ausgedacht:
Ich tauchte meine Kerze nach jedem Wachstauchgang in kaltes Wasser. So erstarrte sie schnell. Wichtig ist dabei aber, dass die Kerze danach mit einem kleinen Tuch gut abgetrocknet wird.
Das Wasser würde sonst wie eine Sperrschicht wirken und die nächste Wachsschicht kann sich dann nicht mit der alten verbinden.
So wurde meine Kerze dicker und dicker. Abschließend schnitt ich meine Kerze bis zum Dochtende ab, bog sie noch gerade und gab sie zum endgültigen Erstarren ins Wasserbad.
Ich war sehr stolz auf meine erste Kerze!

Da ich noch Wachs übrig hatte, versuchte ich mich dann im Kerzen gießen.
Ich hatte Hüllen und sogar noch Dochthalterungen von alten Teelichtern. Dort befestigte ich meinen neuen Docht, den ich noch an einen Zahnstocher band. Somit blieb der Docht schön mittig, als ich dann das flüssige Wachs hineingoss.

Dann goss ich noch eine Insektenkerze, denn der nächste Sommer kommt bestimmt.
Ich goss das flüssige Wachs mit 2 Teelöffeln Kaffee und 6 Gewürznelken in ein Glas. Mit einem Hölzchen vermischte ich die Masse und gab den Docht dazu.
Diesmal nutzte ich einen Schnürsenkel als Docht, den ich mit Klammern fixierte.

Fertig ist meine Kerze für den Garten von Opa Wusel, deren Duft Mücken und Wespen vertreiben soll! Das freut mich umso mehr, weil mein Opa bald Geburtstag hat und ich damit ein tolles Geschenk für ihn habe.
Meine Kerze roch so gut, dass ich sie gleich mal ausprobieren musste. Schließlich soll ja mein Geschenk auch funktionieren und Opa Wusel wird das auch verstehen! :))
Also, ich habe jetzt ein neues Hobby- versuche es doch auch einmal! Lass dir aber am Anfang von deinen älteren Geschwistern, Mama, Papa oder Großeltern helfen, denn das Wachs wird ganz schön heiß…

Wilma Wusel entdeckt Spechte

Wilma Wusel entdeckt Spechte

Hallo du,

na, ist es dir auch schon aufgefallen? Der Wald wird wieder munterer! Neulich hörte ich schon zaghafte Melodien von Meisen und Rotkehlchen. Und letztens kam ein neues Geräusch dazu! Ein regelrechter Trommelwirbel ertönte im Wald…

Waren es besonders fleißige Forstleute? Oder Sind die Spechte etwa schon in Klopflaune?

Wieder war es zu hören und auf einmal hämmerte es noch aus einer anderen Richtung! War das ein Echo??? Ich schlich mich an. Immer wieder blieb ich stehen und lauschte. Das Hämmern wurde lauter – die Fährte stimmte also. Noch ein Stück näher schleichen und siehe da, ein Specht klopfte hoch oben an einem toten Ast. Da dieser keine Rinde mehr hatte, war der Trommelwirbel wirklich laut zu hören.

Ganz vorsichtig schlich ich mich zu diesem Baum und legte ein Ohr an den Stamm. Der Specht trommelte wieder. Wow, war das laut! Ich konnte dem Trommelwirbel noch zweimal lauschen, dann flog der Specht davon.

Ich fand es sehr interessant zu sehen, WIE er wegflog! Es sah aus, als ob er auf Wellen fliegt:

Erst machte der Specht ein paar kräftige Flügelschläge, dann legt er die Flügel an seinen Körper. Dadurch flog er ein Stück ohne Kraftaufwand, verlor aber an Flughöhe. Deshalb musste er wieder seine Flügel ausbreiten.

Quelle: NABU-Heft „Spechte brauchen Höhlenräume“ 1992


Nach meinem Spechterlebnis wollte ich noch mehr über diesen Vogel erfahren.

Aha, die Spechte haben unterschiedliche Klopfweisen! Die Trommelwirbel sollen Weibchen anlocken und Konkurrenten vertreiben. Bei der Futtersuche am Stamm klopfen sie viel langsamer, aber gezielter. Es gibt auch nicht nur DEN Specht, sondern zahlreiche Arten auf der Welt.

Allein in Deutschland gibt es neun Spechtarten. Die Bekanntesten sind Buntspecht, Grünspecht, Schwarzspecht und Mittelspecht.



Manche haben wegen ihres Aussehens noch einen Zweitnamen, wie Fliegender Pumuckel oder Fliegender Zorro. Ich musste ganz genau hinschauen, um die beiden Namen den Spechtarten richtig zuordnen zu können. Schaffst du es auch?“
(Die Lösung steht am Ende des Beitrages.)


Frische Spechtringe

Kennst du auch die Namen Schluckspecht oder Süßschnabel? Diese stammen von dem besonderen Verhalten einiger Spechtarten (Buntspecht, Mittelspecht). Im Frühjahr zapfen sie nämlich Birken, Ahorne oder andere Laubbäume an, um deren süßen Saft zu schlecken. Sie hacken kleine Löcher in die Rinde, aus denen der Baumsaft läuft. Nach den Spechten nutzen noch andere Vögel und Insekten die vorgebohrten Löcher und bedienen sich an dieser Köstlichkeit. 

Wenn du im März/April durch den Wald gehst, kannst du gewiss solche „Waldbars“ entdecken, denn die nassen/ dunklen Stellen an den Stämmen verraten die Zapfstellen der Spechte.

Alte Spechtringe
Fichtenzapfen an einer Kiefer?




Den Spechten werden aber noch weitere Berufe zugeschrieben, denn sie sind nicht nur Trommler und Barkeeper, sondern auch noch Schmied und Zimmermann.
So nutzt der Buntspecht gern borkige Rinde, um seine Spechtschmiede einzurichten.
Das hatte ich ja bereits vor einiger Zeit erforscht.

Solche Naturrätsel verursachen Spechte.




Bestimmt weißt du schon, dass sich Spechte in jedem Jahr neue Baumhöhlen bauen. Vielleicht kannst du mal einen dabei beobachten. Ich werde es jedenfalls versuchen, zumal ich eine sogenannte Spechtflöte gefunden habe. Dieser Baum scheint für den Wohnungsbau besonders geeignet zu sein. Deshalb hoffe ich, dass auch in diesem Frühjahr dort ein Specht seine neue Wohnung zimmert.

Quelle: NABU-Heft „Spechte brauchen Höhlenräume“ 1992

Schwarzspecht beim Höhlenbau

Wenn die Baumhöhlen dann verlassen sind, folgen tierische Nachmieter wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, Fledermäuse, Vögel und Insekten. Deshalb sind Wälder, in denen Spechte wohnen, besonders artenreich.


Nun aber schnell raus in den Wald, denn jetzt ist die beste Gelegenheit, Spechte ausfindig zu machen! Ihre Trommelwirbel sind weit zu hören und die Bäume haben noch nicht so viele Blätter. Da kann man die Spechte gut sehen!

Vielleicht hast du ja Lust, meine Spielidee umzusetzen: Als ich mit Opa Wusel unterwegs war, suchte ich mir zwei Stöcke und versteckte mich. In meinem Versteck schlug ich die Stöcke aufeinander und Opa Wusel musste mich nun suchen. Das hat ganz schön lange gedauert, bis er mich fand.

Später nutzte ich trockene Stöcke, die keine Rinde hatten. Da war Opa Wusels Suche schneller zu Ende. Wenn du es auch ausprobierst, dann wirst du gewiss herausfinden, woran das lag…

Und wenn du die Stöcke zu Haus trocknen lässt, dann hast du bald richtige Klanghölzer und kannst dich beim Singen begleiten😊 .

Lösung des kleinen Spechträtsels:
Der fliegende PUMUCKEL ist der Mittelspecht (1. Bild von rechts) und der fliegende ZORRO ist der Grünspecht (2. Bild von links).

Übrigens, die Waldschule Bucher Forst lädt am 15.03.2025 zu Spechtbeobachtungen ein.

Hier gibt es noch weitere Links zum Thema:
Warum trommeln Spechte?
28 Fakten zum Buntspecht
Hier werden einige Spechte näher vorgestellt

Hast du Lust für Spechtbasteleien?
Ein Specht für die Hand
Ein Specht als Türklopfer

Wilma Wusel entdeckt die Reste vom Feste

Wilma Wusel entdeckt die Reste vom Feste

Hallo Du,

ist es dir auch schon aufgefallen? Zurzeit liegt in Berlin fast ein ganzer Wald auf den Straßen. Bestimmt sieht es in anderen Großstädten ähnlich aus.

Ja, nun ist Weihnachten vorbei und der zuvor festlich geschmückte Baum liegt zur Abholung bereit. Doch was passiert eigentlich mit den vielen Bäumen?

Ich fragte einen der fleißigen Männer, die die Bäume aufluden und erfuhr, dass diese uns demnächst Wärme und Strom geben, weil sie im Kraftwerk verbrannt werden.

‚Hmm‘ dachte ich., ‚Es gibt doch bestimmt auch noch andere Möglichkeiten, den Baum oder wenigstens einen Teil von ihm zu nutzen.‘

Da fiel mir ein, dass mein Opa Wusel aus alten Weihnachtsbäumen Quirle für die Küche geschnitzt hatte. Er hat mir dafür sogar eine Anleitung geschenkt! Ich las sie durch und bekam sofort große Lust, das mal selbst auszuprobieren.


Ich suchte mir also eine schöne Weihnachtsbaumspitze und knipste sie mit einer Rosenschere unter der ersten Verzweigung ab. Das sieht ja wie ein Propeller aus!

Dann kürzte ich die Spitze auf 15-17 cm und die Seitentriebe auf ungefähr 3 cm und schabte mit einem Schnitzmesser die Rinde von meinem zukünftigen Quirl ab.


Dieser muss nun trocknen, damit ich ihn mit Schleifpapier bearbeiten kann! Wenn er dann richtig glatt ist, soll ich den Quirl einmal abkochen. Das hat mein Opa Wusel empfohlen, um eventuelle Keime und den harzigen Geruch zu beseitigen.

Danach werde ich ihn an den Verzweigungen noch mit Speiseöl einstreichen und schon ist mein neuer Rührstock fertig! Der wird bestimmt auch so schön wie der von meinem Opa.

Und wenn ich dann den Teig für den Eichelmehlkuchen mit meinem eigenen Quirl anrühre, so wird mir dieser bestimmt besonders gut schmecken!


Weißt du eigentlich, dass man die Abzweigungen der Nadelbäume ebenfalls als Quirle bezeichnet und dass man daran auch das Alter der Nadelbäume bestimmen kann??

Es gilt:  1 Quirl = 1 Jahr. Da ein kleiner Nadelbaum noch keine sichtbaren Abzweigungen entwickelt, soll man zu den gezählten Quirlen noch 2-4 Jahre zuzählen und schon hat man das Alter des Nadelbaumes ermittelt. Der Baum auf der Zeichnung ist also 8-10 Jahre alt (6 Quirle plus 2-4 Jahre)



Versuche doch mal hier das Alter der Kiefer zu bestimmen! Achte aber darauf, dass der untere Quirl nicht mehr vollständig ist!

Hier ist die Lösung!


Wenn du jetzt mit deiner Familie, deinen Freund*innen oder auch allein in den Wald oder Park gehst, kannst du mit ihnen das Alter von weiteren Nadelbäumen bestimmen.

Bei alten Bäumen wird es aber ziemlich schwierig. Denn bei denen sind die unteren, also alten Verzweigungen, nicht mehr gut erkennbar. Sie sind nur noch dunkle Stellen und Buckel an der Rinde. Trotzdem lohnt es sich, diese knifflige Aufgabe anzugehen…

VIEL SPASS UND ERFOLG!

Zu guter Letzt ein kleines Video zum Nachmachen:

Wilma Wusel entdeckt Greifvögel

Wilma Wusel entdeckt Greifvögel

Hallo du,

na, hast du die Wintersonne auch besonders gern? Es ist schon großartig, in einen blauen Himmel zu blicken und dabei die knorrigen Baumkronen bewundern zu können!

Neulich war ich wieder mal unterwegs. Da hörte ich laute, kräftige Vogelrufe. Das waren diesmal nicht das Krächzen der Krähen, sondern ganz andere Rufe…

Die klangen so kraftvoll, dass mir sofort klar war: Dieser Vogel muss größer als eine Krähe sein! Wieder schmetterte der Vogel seinen eindringlichen Ruf und ich folgte ihm.

Gespannt schaute ich in die kahlen Baumkronen, so dass ich fast über einen Maulwurfhügel gestolpert wäre. Ich blieb stehen und lauschte. Da – der Ruf kam von gar nicht so weit weg! Dort in den Buchen, da muss der Vogel sitzen!!! Ich ging weiter und da entdeckte ich…

… zwar nicht den Rufer, aber sein Zuhause. Ein Nest hoch oben auf einer alten Buche! Wow, das ist ja groß! Nun war ich klüger, denn ich wusste, dass solche großen Nester von Greifvögeln gebaut und in Fachkreisen als HORSTE bezeichnet werden. Also ist der Krakeeler in meinem Wald ein Greifvogel! Wieder schallte es laut durch den Wald – es war ganz nah! Und da sah ich ihn – er saß im Nachbarbaum: Größer als eine Krähe, gräuliches Gefieder! Ach, zu gern hätte ich ihn von Nahem betrachtet…



Auf dem Heimweg machte ich noch eine Entdeckung. Viele Federn lagen auf dem Waldboden verstreut. Die waren eindeutig von einer Taube.

Sollte etwa der Greifvogel etwas damit zu tun haben? Ich schaute mir die Federkiele genauer an. Wenn sie nämlich abgeknabbert sind, dann wurde die Taube von einem Fuchs oder Marder gefressen und wenn die Kiele unversehrt sind, dann hat ein Greifvogel zugeschlagen und gerupft.

Aha, diese Taube wurde von (m)einem Greifvogel erbeutet!

Zu Hause forschte ich mit Buch und Laptop weiter und dann war ich mir sicher, mein geheimnisvoller Vogel ist ein  . . . . . . . . . . . . . .

Ich erfuhr außerdem, dass Habichte, Mäusebussarde und andere Greifvögel im Februar mit ihrer Paarungszeit, die auch Balzzeit genannt wird, beginnen. Deshalb kann man die Vögel nun oft hören und bei ihren Balzflügen gut beobachten.

Ab sofort ging ich auf Habichtpirsch! Ich hörte meinen Habicht nun häufig.

Manchmal konnte ich ihn auch entdecken und mit meinem Fernglas genauer betrachten.

Doch so richtig nah kam ich ihm nie. Naja, er ist eben ein Wildtier!



Da kam mir die Idee! Ich besuche eine Falknerei, dort kann ich gewiss den Greifvögeln auch ohne Fernglas begegnen und noch so manches Wissenswertes über sie erfahren.

Gedacht – getan! Schon machte ich mich auf den Weg zum Falkenhof Potsdam am Ravensberg.

Ich wurde von der Leiterin, Ilka Simm-Schönholz und ihrem Günni herzlich empfangen. Da staunte ich: Ein Huhn auf dem Falkenhof? Lebt es dort nicht gefährlich? Schließlich gibt es Greifvögel, die andere Vögel fressen. Ich denke da nur an (m)einen Habicht. Doch Ilka beruhigte mich: „Nein. Günni lebt in unserem Streichelzoo und ist eins von unseren vielen zutraulichen Tieren.“


Doch nun zum eigentlichen Anlass meines Besuches: Greifvögel aus der Nähe betrachten! Ich folgte Ilkas Einladung, einige ihrer derzeit 42 Vögel anzuschauen. Wow, ich kam gar nicht mehr aus dem Staunen raus. Ob es nun die Turmfalken, Wüstenbussarde oder Truthahngeier waren, jeder Vogel war sehenswert! Dabei erfuhr ich auch sehr viel Interessantes:

Wusstest du, dass der Turmfalke in vielen Berliner Rathäusern brütet oder dass der Wüstenbussard in Gruppen jagt? Dabei nehmen die Vögel verschiedene Rollen ein, fast so ähnlich wie bei Wölfen! Auch die Truthahngeier sind in Trupps unterwegs. Sie jagen aber nicht, sondern lauern auf tierische Verkehrsopfer.


Ilka führte mich auch noch zu ihren Eulenvögeln. Sie erzählte mir, dass weibliche Schneeeulen niemals weiß werden. Aha, da war also Harry Potters gefiederte Freundin Hedwig in den Filmen eigentlich ein Henry oder Herbert. Oder ist es bei Zaubereulen vielleicht anders?

Besonders beeindruckend war es für mich, dem Uhu in seine bernsteinfarbenen Augen zu schauen.

Und wie groß und schön er ist!

Dann präsentierte mir Ilka stolz ihren größten Greifvogel, den Weißkopfseeadler – das Wahrzeichen der USA.

Leider war am Tag meines Besuches kein Flugwetter, so dass ich die Vögel nicht in Aktion sehen konnte.

Aber Ilka tröstete mich und lud mich zu einer ihrer Vorführungen ein, in denen viele Greifvögel im Freiflug präsentiert werden.

Ich dankte Ilka recht herzlich und freue mich schon auf den nächsten Ausflug auf den Ravensberg. Vielleicht sehen wir uns ja, denn ein Ausflug zum Falkenhof Potsdam ist immer reizvoll, für die ganze Familie geeignet und super mit den Öffis zu erreichen!


Hier findet ihr unser Forscherblatt.

Es gibt aber auch noch weiteren Möglichkeiten, den Greifvögeln nahe zu sein:

Adler- und Jagdfalkenhof im Spreewald

Flämingfalknerei

Falknerei im Wildpark Johannismühle

Vogel-Flugshow im Tierpark Berlin

…. und noch mehr spannende Links:

Rufe und Lied des Habichts
(Link zu Deutsche Vogelstimmen.de)

Rufe des Mäusebussards
(Link zu Deutsche Vogelstimmen.de)

Paarung von Habichten mit Besuch von einem mutigen Eichhörnchen
(Link zu YouTube)

Wilma Wusel entdeckt eine weihnachtliche Zauberpflanze

Wilma Wusel entdeckt eine weihnachtliche Zauberpflanze

Hallo du,
der Winter ist da, juhu! Es wird gerade bitterkalt und frostig draußen, aber das hält eine Naturforscherin, wie ich es bin nicht davon ab, raus zu gehen. Mein dickes und borstiges Winterfell hält mich schön warm. Vor allem die feinen Wollhaare speichern die warme Luft an meinem Körper und helfen mir nicht auszukühlen. Ihr könnt dafür eure wetterfesten Winterjacken mit nach draußen nehmen.

Mit diesem dicken Fellmantel ausgestattet, hatte ich große Lust die Stadt zu besuchen. Ich kenne das schon von meinen Wildschweinverwandten, dass sie öfter mal den Wald verlassen, um zu schauen was in der Stadt so los ist. Sie erzählen mir immer die spannendsten Geschichten. 

Auf meinem Weg habe ich einen Fluss gefunden, der sah so einladend aus, dass ich ihm gleich gefolgt bin.

Als ich so spazierte, juckte plötzlich mein Winterfell ganz furchtbar. Ich fand zum Glück gleich eine Robinie mit ihrer dicken Rinde zum Kratzen. Als ich mich so schubberte, sah ich an ihr herunter und entdeckte Fraßspuren. Die waren riesig! Jemand hat ein großes Loch in den Baum geschnitzt? Die Rinde war ganz abgefressen und kahl an der Stelle. Jetzt wird die Robinie von einem Draht geschützt. Ich habe schon so eine Ahnung, wer das gewesen sein könnte.

Auf meinem Spaziergang habe ich auch noch andere Hinweise entdeckt!

Meine Augen folgten dem Baumstamm hoch in seine Krone. Was das für ein schöner Robinien-Kratzbaum war! Seine eiförmigen Blätter lagen schon alle verstreut am Boden. Huch, was ist denn das? Dort hängen mehrere grüne Bälle ganz oben in den Ästen? Das sieht fast aus wie grüne Weihnachtskugeln. Es ist ja auch bald Weihnachten, aber wer würde hier die Bäume schmücken? Das musste ich mir genauer anschauen.

Ich suchte den Boden ab und fand einen grünen Pflanzenzweig. Der sah genau so aus, wie das, was in der Baumkrone hing und muss bestimmt heruntergefallen sein.

Beim Näherkommen konnte ich kleine grüne Blätter erkennen. Die hingen immer zu zweit an einem gegabelten Ästchen. Die Blätter hielt ich an meine Wange und fühlte, dass sie dick wie Leder waren.

Dazwischen hingen runde kleine Beeren. Die waren durchscheinend weiß und ganz prall! Wie wunderlich, sonst werden Beeren meistens im Sommer reif, aber jetzt haben wir den kalten Winter vor uns.

Ich war einfach zu neugierig und habe die Beeren mit meiner Schnauze untersucht. Eine ist dabei zerplatzt und dann ist es passiert, ich habe einen naturgemachten Kleber entdeckt! Meine Schnauze klebte ganz fest zusammen und ich bekam meine Nasenlöcher nicht mehr auseinander. Da bin ich wohl wie ein Sprichwort sagt „auf den Leim gegangen“.

Wisst ihr woher das Sprichwort kommt? Früher wurden Vögel mit diesem klebrigen Saft gefangen. Die Menschen haben Äste mit dem Leim (Kleber) eingeschmiert. Wenn Amseln, Drosseln oder Rotkehlchen sich daraufsetzten, konnten sie nicht mehr wegfliegen. Die Menschen haben die gefangenen Vögel dann mit nach Hause genommen, um im Winter ihre gezwitscherte Musik zu hören. Vor allem die Rotkehlchen waren als „Vogelradio“ begehrt. Zum Glück ist das jetzt verboten! Wir können alle Musik der Welt mit Spotify und Youtube hören, auch das Singen der Rotkehlchen.

Misteldrossel (Pixabay)
Amsel neben der Zauberpflanze (Pixabay)
Rotkehlchen (Pixabay)

Aber die weißen Beeren sind für die Wintervögel ein großer Leckerbissen. Nicht nur die Misteldrossel frisst sie gerne, sondern auch andere kleine Vögel wie die Amseln, Spechte, Meisen, Rotkehlchen, Kleiber und ganz viele mehr. 

Kleiber (Pixabay)

Da hatte ich einen Gedankenblitz! Ich habe diese runden Blätterbälle schon einmal in einer Tür hängen sehen. Ja doch, als meine Freundin Enja das Eichhörnchen und ich darunter standen, hat sie mir einen Kuss auf die Wange gegeben (da bin ich ganz rot geworden). Sie meinte: Wer unter einem Mistelstrauch steht, der bekommt einen Kuss“. Jetzt habe ich es, das sind Misteln! 

Nun habe ich mich gefragt, wie die Misteln eigentlich in die Bäume kommen? Früher dachte man nämlich, dass Misteln vom Himmel gefallen sind und die Götter sie in die Bäume gehangen haben. Dafür gibt es bestimmt auch eine andere Erklärung.

Um das herauszufinden, habe ich mir ein tolles Buch aus der Bibliothek geholt.
Dort stand: Eine Misteldrossel frisst die Beeren und fliegt dann weite Strecken weiter.
Wenn ihr Vogel-MIST auf einen Ast trifft, entsteht dort eine neue MISTel. 

Eine Amsel macht es dafür ganz anders: Das Fruchtfleisch der Beere ist nämlich nicht nur lecker, sondern auch klebrig und schützt den erbsengroßen Samen im Herzen der Beere. Sie muss deswegen ständig ihren Schnabel putzen und schmiert den klebrigen Schleim an einem Zweig ab. Dabei werden die Samen auf dem Baum verteilt. 

Moment mal, wie können die Misteln ohne Wurzeln in der Erde leben? Um das herauszufinden, habe ich eine Mistel ganz vorsichtig am Ast abgeschnitten. Ich konnte sehen, dass aus dem Samen eine kleine Wurzel in den Ast reingewachsen ist. Die Mistel wird also vom Baum gefüttert mit Wasser und Nahrung. Davon sterben die Bäume nicht ab, aber sie werden geschwächt. Deshalb haben Mistel auch den komischen Namen „Schmarotzer„.

Jetzt ist auch das Geheimnis gelüftet:
Die Vögel bringen die grünen Mistelbälle also in die Kronen der Bäume und die Bäume halten die Misteln am Leben! 

Bei meinem Spaziergang traf ich die Mistel wirklich überall!

Eine Pflanze mit Zauberkräften

Aus den tollen Büchern habe ich auch erfahren, dass die Menschen sich früher nicht erklären konnten, wie die Misteln in den Bäumen leben konnten. Deshalb dachte man, dass sie magische Zauberkräfte haben mussten

 

Beim Wort Zauberkraft, fällt mir sofort der Zaubertrank von Asterix und Obelix ein. Die beiden Freunde konnten mit Hilfe eines Zaubersaftes übermenschliche Kräfte bekommen und sich gegen die übergroße Truppe der Römer wehren. Ihr schlauer Druide Miraculix kannte das Geheimnis und wusste, dass nur die Misteln dem Trank seine Zauberkraft verlieh. Aber nicht irgendwelche, sie mussten auf einer Eiche gefunden und mit einer goldenen Sichel geerntet werden.

Auch woanders hat man der Pflanze Zauberkräfte zugesprochen. In der dunklen Jahreszeit hingen die Menschen Mistelzweige an Dächer, Ställe und Haustüren. Dadurch sollten böse Gäste wie Geister, Hexen, Feuer und Blitzeinschläge ferngehalten werden. Liebe Gäste wurden aber besonders herzlich mit einem Kuss empfangen. 

Ich freue mich, dass man diese schöne Idee auch noch heute, zur Weihnachtszeit und im neuen Jahr, bei uns findet. Probiert es doch selber zu Hause aus, das wird bestimmt ein herzlicher Weihnachtsspaß hihi: 

Schaut in der Natur ob ihr Misteln findet, schneidet sie ab, hängt sie auf und gebt euren Liebsten
– Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel, Tanten und vielen mehr –
einen dicken Kuss! 


Hier erfährst du noch mehr:

Misteln bei der Sendung mit der Maus

Warum man sich unter dem Mistelzweig küsst

Eine schöne Weihnachtsgeschichte mit der Mistel und der Stechpalme

Wilma Wusel entdeckt Knospen

Wilma Wusel entdeckt Knospen

Eine Maus in ihrem Versteck

Hallo du,

neulich war ich wieder mal im Wald unterwegs. Leider lag kein Schnee, doch auf einmal raschelte etwas im Laub. Ich schlich mich ran, denn ich wollte das Tier aufspüren. Im Fuchsgang (Link zu youtube) konnte ich mich ganz leise im Unterholz bewegen  und da entdeckte ich sie!

Eine kleine Maus war in ein Loch gehuscht und schaute mich daraus mit ihren Kulleraugen an.
Sie hatte bestimmt nach Eicheln oder Bucheckern gesucht, um ihren Hunger stillen zu können.

Ich wollte sie nicht weiter stören, deshalb schlich ich leise zurück. Da passierte es, denn ich piekste mich an einem Zweig.

Den schaute ich mir natürlich genauer an:  Waren das Stacheln oder Dornen, die mich ärgerten? Nee, so spitz wie die Dornen der Robinie waren diese nicht. Und abbrechen, wie die Stacheln vom Hagebuttenstrauch ließen sich die spitzten Dinger auch nicht. Hmm???

Wilma schaut sich den Buchen-Zweig genauer an.
Der Lindenzweig hat auch Auswüchse.

Ich schaute mich um, und da fiel mir auf, dass auch noch andere Zweige solche Auswüchse hatten, die aber ganz unterschiedlich aussahen. Sie hatten sogar verschiedene Farben: schwarz, grün, braun.

Ich überlegte: Sind das etwa die Knospen, aus denen im Frühling die Blätter wachsen? Und wenn sie so unterschiedlich aussehen, dann sind diese bestimmt auch von verschiedenen Baumarten.

Das wäre ja toll, dann brauch ich gar nicht zu warten, bis die Blätter wachsen, um den einen oder anderen Baum erkennen zu können.

Beim Ahorn sehen sie wieder ganz anders aus.

Zunächst dachte ich mir aber eigene Namen aus: Zickzackzweig, Zipfelmützenknospe, Tropfenknospe.
Na, kannst du diese Namen den Zweigen zuordnen?


Nun wollte ich es aber genau wissen und wieder einmal halfen mir Bestimmungsbücher weiter.

Tatsächlich! So vielfältig wie die Blätter einzelner Baumarten aussehen, so unterschiedlich sind auch die Knospen! In einem der Bücher fand ich eine coole Tabelle, wie ich die verschiedenen Knospen einordnen kann.
Aha, meine Tropfenknospe ist also von einer Kastanie…

Nun interessierte mich, was in einer Knospe ist und ich öffnete eine Buchenknospe.
Ich entfernte ganz vorsichtig Schuppe für Schuppe und siehe da, mit der Lupe und etwas Phantasie konnte ich bereits die kleinen Buchenblätter erkennen, welche auf den Frühling warten.

Ich hatte auch noch einige Spielideen:

Ich nahm mir einen Zweig aus meinem Zweigehaufen und versteckte die anderen Zweige unter einem Tuch. Nun versuchte ich unter dem Tuch den gleichen Zweig zu ertasten, der vor mir lag. Und es klappte prima- ich hatte nur einen Fehlversuch! 🙂

Darauf hin machte ich es mir noch schwerer – ich verband mir meine Augen und griff aus dem Zweighaufen ein Stück heraus und fühlte seine Besonderheiten mit der Wange. Ups, der Buchenzweig piekste ganz schön…

Diese und noch andere Spiele machen bestimmt zu zweit oder mit mehreren viel mehr Spaß, deshalb werde ich für meinen nächsten Spielenachmittag noch ganz viele Zweige sammeln.

Im Winter finden oftmals Baumfällungen im Wald und auch Baumpflegearbeiten auf dem Schulhof oder im Park statt. Dort werde ich gewiss viele Zweige zum Spielen finden.
Wenn du auf deiner nächsten Waldtour Kronenteile am Wegesrand entdeckst oder du noch Äste im Park findest, so schneide dir doch auch ein paar Zweige ab. Dann kannst du auch die Knospen erforschen und Tast- und Ratespiele machen.

Und nach dem Forschen und Spielen kannst du die Zweige ins Wasser und an einen hellen warmen Ort stellen. Dann hast du bald den Frühling im Haus. Das wird bestimmt spannend, ob und wie sich die einzelnen Knospen öffnen.
Ja, Winter macht Spaß, auch ohne Schnee!!!


Knospenbestimmung

https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/zweige

https://www.pflanzen-vielfalt.net/bestimmen-sammeln/baumbestimmungshilfe/knospenbestimmung/

https://www.suz-mitte.de/pdfs/naturforscher/winterbaum/fb20a_Knospen.pdf

Knospenquiz

https://www.geo.de/natur/naturquiz/20987-quiz-bilderquiz-erkennen-sie-den-baum-seiner-knospe


Detektiv- und Rätselblätter zum Ausdrucken