Wilma Wusel entdeckt Spechte

Wilma Wusel entdeckt Spechte

Hallo du,

na, ist es dir auch schon aufgefallen? Der Wald wird wieder munterer! Neulich hörte ich schon zaghafte Melodien von Meisen und Rotkehlchen. Und letztens kam ein neues Geräusch dazu! Ein regelrechter Trommelwirbel ertönte im Wald…

Waren es besonders fleißige Forstleute? Oder Sind die Spechte etwa schon in Klopflaune?

Wieder war es zu hören und auf einmal hämmerte es noch aus einer anderen Richtung! War das ein Echo??? Ich schlich mich an. Immer wieder blieb ich stehen und lauschte. Das Hämmern wurde lauter – die Fährte stimmte also. Noch ein Stück näher schleichen und siehe da, ein Specht klopfte hoch oben an einem toten Ast. Da dieser keine Rinde mehr hatte, war der Trommelwirbel wirklich laut zu hören.

Ganz vorsichtig schlich ich mich zu diesem Baum und legte ein Ohr an den Stamm. Der Specht trommelte wieder. Wow, war das laut! Ich konnte dem Trommelwirbel noch zweimal lauschen, dann flog der Specht davon.

Ich fand es sehr interessant zu sehen, WIE er wegflog! Es sah aus, als ob er auf Wellen fliegt:

Erst machte der Specht ein paar kräftige Flügelschläge, dann legt er die Flügel an seinen Körper. Dadurch flog er ein Stück ohne Kraftaufwand, verlor aber an Flughöhe. Deshalb musste er wieder seine Flügel ausbreiten.

Quelle: NABU-Heft „Spechte brauchen Höhlenräume“ 1992


Nach meinem Spechterlebnis wollte ich noch mehr über diesen Vogel erfahren.

Aha, die Spechte haben unterschiedliche Klopfweisen! Die Trommelwirbel sollen Weibchen anlocken und Konkurrenten vertreiben. Bei der Futtersuche am Stamm klopfen sie viel langsamer, aber gezielter. Es gibt auch nicht nur DEN Specht, sondern zahlreiche Arten auf der Welt.

Allein in Deutschland gibt es neun Spechtarten. Die Bekanntesten sind Buntspecht, Grünspecht, Schwarzspecht und Mittelspecht.



Manche haben wegen ihres Aussehens noch einen Zweitnamen, wie Fliegender Pumuckel oder Fliegender Zorro. Ich musste ganz genau hinschauen, um die beiden Namen den Spechtarten richtig zuordnen zu können. Schaffst du es auch?“
(Die Lösung steht am Ende des Beitrages.)


Frische Spechtringe

Kennst du auch die Namen Schluckspecht oder Süßschnabel? Diese stammen von dem besonderen Verhalten einiger Spechtarten (Buntspecht, Mittelspecht). Im Frühjahr zapfen sie nämlich Birken, Ahorne oder andere Laubbäume an, um deren süßen Saft zu schlecken. Sie hacken kleine Löcher in die Rinde, aus denen der Baumsaft läuft. Nach den Spechten nutzen noch andere Vögel und Insekten die vorgebohrten Löcher und bedienen sich an dieser Köstlichkeit. 

Wenn du im März/April durch den Wald gehst, kannst du gewiss solche „Waldbars“ entdecken, denn die nassen/ dunklen Stellen an den Stämmen verraten die Zapfstellen der Spechte.

Alte Spechtringe
Fichtenzapfen an einer Kiefer?




Den Spechten werden aber noch weitere Berufe zugeschrieben, denn sie sind nicht nur Trommler und Barkeeper, sondern auch noch Schmied und Zimmermann.
So nutzt der Buntspecht gern borkige Rinde, um seine Spechtschmiede einzurichten.
Das hatte ich ja bereits vor einiger Zeit erforscht.

Solche Naturrätsel verursachen Spechte.




Bestimmt weißt du schon, dass sich Spechte in jedem Jahr neue Baumhöhlen bauen. Vielleicht kannst du mal einen dabei beobachten. Ich werde es jedenfalls versuchen, zumal ich eine sogenannte Spechtflöte gefunden habe. Dieser Baum scheint für den Wohnungsbau besonders geeignet zu sein. Deshalb hoffe ich, dass auch in diesem Frühjahr dort ein Specht seine neue Wohnung zimmert.

Quelle: NABU-Heft „Spechte brauchen Höhlenräume“ 1992

Schwarzspecht beim Höhlenbau

Wenn die Baumhöhlen dann verlassen sind, folgen tierische Nachmieter wie Eichhörnchen, Siebenschläfer, Fledermäuse, Vögel und Insekten. Deshalb sind Wälder, in denen Spechte wohnen, besonders artenreich.


Nun aber schnell raus in den Wald, denn jetzt ist die beste Gelegenheit, Spechte ausfindig zu machen! Ihre Trommelwirbel sind weit zu hören und die Bäume haben noch nicht so viele Blätter. Da kann man die Spechte gut sehen!

Vielleicht hast du ja Lust, meine Spielidee umzusetzen: Als ich mit Opa Wusel unterwegs war, suchte ich mir zwei Stöcke und versteckte mich. In meinem Versteck schlug ich die Stöcke aufeinander und Opa Wusel musste mich nun suchen. Das hat ganz schön lange gedauert, bis er mich fand.

Später nutzte ich trockene Stöcke, die keine Rinde hatten. Da war Opa Wusels Suche schneller zu Ende. Wenn du es auch ausprobierst, dann wirst du gewiss herausfinden, woran das lag…

Und wenn du die Stöcke zu Haus trocknen lässt, dann hast du bald richtige Klanghölzer und kannst dich beim Singen begleiten😊 .

Lösung des kleinen Spechträtsels:
Der fliegende PUMUCKEL ist der Mittelspecht (1. Bild von rechts) und der fliegende ZORRO ist der Grünspecht (2. Bild von links).

Übrigens, die Waldschule Bucher Forst lädt am 15.03.2025 zu Spechtbeobachtungen ein.

Hier gibt es noch weitere Links zum Thema:
Warum trommeln Spechte?
28 Fakten zum Buntspecht
Hier werden einige Spechte näher vorgestellt

Hast du Lust für Spechtbasteleien?
Ein Specht für die Hand
Ein Specht als Türklopfer

2 Kommentare zu „Wilma Wusel entdeckt Spechte

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