Wilma Wusel pflanzt einen Baum

Wilma Wusel pflanzt einen Baum

Ich sitze unter einer schönen kleinen Buche, die vor ein paar Jahren von einem Kind gepflanzt wurde. Sicher fragt ihr euch, wieso wir in den Wald zum Bäume pflanzen gehen. Wachsen die dort nicht von alleine?

Hier ist die Erklärung: Die kleine Buche wurde in einen Kiefernreinbestand gepflanzt. Es standen auf der Fläche also nur Nadelbäume. So wie auf diesem Bild.

Doch jetzt wachsen in dem Wald viele kleine Buchen und in einiger Zeit wird es ein Wald sein, in dem Nadel- und Laubbäume gemischt stehen. So ein Mischwald bietet unterschiedliche Lebensräume und ist zum Beispiel besser gewappnet gegen Borkenkäfer oder Wetterextreme.

Ich freue mich besonders, wenn aus Eicheln oder Bucheckern kleine Laubbäume nachwachsen, aber ich helfe auch gerne ein bisschen nach, an Stellen, wo kaum Eichen oder Buchen stehen. Egal ob gekeimt oder gepflanzt, wer Bäume liebt, braucht viel Geduld!

Heute will ich euch mal erklären, wie man einen Baum pflanzt, so dass er eine gute Chance hat, groß und stark zu werden.

Wir haben letztes Jahr kleine Eichen und Buchen gekauft, die schon drei Jahre in einer Baumschule lesen und schreiben gelernt hatten. Nee, Baumschule heißt es nur. Da werden Eicheln oder Bucheckern ausgesät und nach einem Jahr in Reihen auseinandergepflanzt, das nenne man dann tatsächlich verschulen. Nach ein paar Jahren werden sie wieder ausgegraben und dort hingebracht, wo sie endgültig zu Bäumen heranwachsen sollen.

Jetzt haben wir die Pflanzen mit den bloßen Wurzeln auf unserer Pflanzfläche. Sie sind in Tüten gepackt, denn gerade die kleinen Wurzeln sind sehr empfindlich und dürfen nicht austrocknen.

Bevor wir die Bäumchen aus der Tüte nehmen dürfen, muss das Pflanzloch und alles andere perfekt vorbereitet sein. Ich zeige euch, wie es geht:

Zunächst werde ich einen guten Platz für mein Bäumchen aussuchen. Nicht zu nah einen großen Baum, denn er braucht ja Licht und Wasser.

Dann geht es los. Wir benutzen zum Pflanzen einen Pflanzspaten. Der ist sehr praktisch, denn man kann damit ein Loch aus dem Boden ausstechen. Und wenn alles gut geht, dient der Pfropfen im Spaten wieder zum Schließen des Pflanzlochs. Vor dem 1. Spatenstich schiebe ich das Laub oder was sonst den Boden bedeckt etwas zur Seite. Damit keine Blätter oder ähnliches in das Loch fallen und dadurch später Hohlräume entstehen.

Ganz wichtig ist, dass das Pflanzloch tief genug ist, denn die kleine Baumwurzel soll unten nicht geknickt werden. Sonst verbraucht der Baum die ersten Jahre viel Energie, damit alles wieder in die richtige Richtung wächst.

Als nächstes teste ich, ob das Loch passt, dafür darf das Bäumchen aus der Tüte. Wenn das Loch nicht tief genug ist, helfe ich mit der Pfote nach. Die Profis benutzen dafür natürlich den Spaten. Vom Wurzelhals bis zu Wurzelspitze muss alles gerade nach unten in das Pflanzloch reinpassen.

Wenn es passt, kommt der große Moment. Ich halte den Baum fest, so dass er gegen die Wand des Loches lehnt. Der Pflanzpfropf kann das Loch wieder schließen, die Bodenschichtung bleibt intakt.

Der kleine Baum wird so leicht zwischen der Wand des Pflanzlochs und dem Pflanzpfropf eingeklemmt. Die Wurzeln brauchen Kontakt zum Boden, damit sie Wasser und Nährstoffe aufnehmen können und um besser in die neue Umgebung ein zu wachsen. Damit das klappt, wird das Bäumchen noch vorsichtig festgetreten. Dabei darf man die noch dünne Rinde auf keinen Fall verletzen.

Wichtig ist zum Abschluss noch die Zweifingerprobe. Da wird mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig getestet, ob das Bäumchen feststeckt. Das lasse ich lieber ein Kind machen. Mit meinen Pfoten geht es nämlich schlecht.

Dann bekommt die kleine Buche noch viele gute Wünsche wie zum Beispiel: genug Wasser, genug Sonne, einen guten Platz im Kronendach. Und natürlich bekommt der Baum einen schönen Namen.

Bald geht es wieder los. Ich darf wieder mit Kindern Bäume pflanzen! Sobald Vegetationsruhe ist, das heißt, wenn die Bäume alle Blätter verloren haben und für den Winter bereit sind, wird gepflanzt!

Dieses Jahr ist die Buche ja Baum des Jahres, da werden wir viele Buchen pflanzen. Vorher wird noch ein Zaun um die Fläche gebaut, damit nicht im Winter die hungrigen Rehe alle wichtigen Knospen abfressen, denn dann wird das nichts mit der großen kräftigen Buche in 100 Jahren.

Wir pflanzen die Bäume für unsere Kinder, Enkel und Urenkel und für die Tiere, die ganze Natur und unser Klima!

Probiert doch mal eine Eichel oder Buchecker einzupflanzen. Um zu beobachten, wie ein kleiner Baum wächst, funktionieren auch Kastanien prima. Manchmal findet man sogar Eicheln, aus denen schon kleine Wurzeln herauswachsen, dann Vorsicht, dass sie nicht abbrechen. Diese Baumsamen brauchen nur Erde, Wasser und irgendwann Licht zum Wachsen. Ihr könnt das dieses Jahr super ausprobieren, denn es gibt viele Eicheln und Bucheckern.

Ach und Eicheln und Bucheckern sind ja meine absolute Lieblingsspeise, da muss ich mich immer bremsen, dass auch welche liegen bleiben um groß zu werden, aber hier ein Tipp für Euch: Rohe Eicheln enthalten viele Gerbstoffe, die könnt ihr nicht essen! Aber Bucheckern schmecken auch für Menschen sehr lecker! Nur auch da nicht zu viele roh essen!


spannende Links

Wo kommen die Samen her und wie geht es los in der Baumschule
(Link zu kinder.wdr.de)

Ein Baum wird gefällt
(Link zu wdrmaus.de)

Was wird aus dem gefällten Baum?
(Link zu wdrmaus.de)

Wie pflanze ich eine Eiche?
(Link zu kruschel-kinder.de)

Warum macht es Sinn Bäume zu Pflanzen?
(Link zu Naturdetektive.bfn.de)

Informationen für Erwachsene
(Link zu Utopia.de)

Hier könnt ihr bei richtigen Pflanzeinsätzen mitmachen
(Link zu berwaldprojekt.de)


Detektivblatt „ein Wald beginnt“

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