Waldbrand – ein durchaus brandaktuelles Thema

Waldbrand

ein durchaus brandaktuelles Thema

Gibt es in Berlin ein Waldbrandrisiko ?

Wir sind doch hier nicht in Australien, wo es gerade in diesem Frühjahr zu verheerenden Busch- und Waldbränden gekommen ist!

Vor der Berichterstattung über Corona waren alle Medien voll von Beiträgen über Koalabären mit schweren Verbrennungen, zerstörten Wohnhäusern, Menschen auf der Flucht – die Bilder brannten sich förmlich ins Gedächtnis ein- aber: kann so etwas auch hier passieren ?

Stimmt schon, ja : – es war ziemlich trocken im März/April diesen Jahres – hat ja sogar gestaubt, wenn man im Wald spazieren gegangen ist! Und sommerlich warm und windig war es wochenlang, ohne dass ein einziger Tropfen Regen gefallen wäre.

Also vom Klima her wäre es möglich mit dem Waldbrand?  – Ist ja krass!

Das Heftigste ist ja überhaupt die Tatsache, dass selbst ein paar Tage Regen in unserer Region kaum zur Minderung des Waldbrandrisikos beitragen. 

Denn der Wald in Berlin und Brandenburg besteht häufig nur aus einer Baumart, meist Kiefern – und engständige, eintönige Nadelwälder sind generell anfällig für Brände!

Wenn zusätzlich noch trockenes Holz, Nadel- und Laubstreu des Vorjahres sowie trockenes Gras den Boden bedecken, steigt das Waldbrandrisiko rasant.

Das erklärt auch, warum im Frühjahr die Waldbrandgefahr meist schon so hoch ist wie sonst im Sommer.

Für Fachleute geht die „Waldbrandsaison“ jedes Jahr am 01.März los und endet Anfang Oktober – das bedeutet allerdings nur, dass die höchste Wahrscheinlichkeit für Waldbrände in dieser Zeit liegt.

Wie entstehen Waldbrände?

Wen wundert`s  fast 95 % aller Waldbrände weltweit sind menschengemacht!

Und der Mensch mit seinem überwiegend fahrlässigen Fehlverhalten sorgt auch in unserem Wald für Waldbrandgefahr:

Insgesamt fallen in Deutschland rd. 500 Hektar Wald jährlich zum Opfer (bei ca. 1000 kleineren Waldbränden). Das entspricht rd. einem 600stel der Waldfläche, welche von den Berliner Forsten bewirtschaftet wird (in Berlin und Umgebung = knapp 30.000 Hektar)!

Daher gehört bei der Waldbrandvorsorge neben Entwicklung stabiler, artenreicher Wälder (z.B. weg von Kiefernreinbeständen) und Aufklärung der Bevölkerung vor allem die Zusammenarbeit mit der Feuerwehr und weiteren Institutionen bei der Erstellung von Waldbrandschutzkonzepten.

…und welche Informationen sind für mich als Waldbesucher im Punkt Waldbrandvorsorge wichtig?

Tja, – ich sollte den Wetterbericht verfolgen (TV, Radio, App) und wissen, was sich es mit den Waldbrandwarnstufen auf sich hat :

Sie sagen aus, wie gefährdet die Wälder für die Entstehung von Waldbränden sind.

Dabei spielen klimatische Gegebenheiten eine Rolle (Dauer der Trockenheit, Windeinwirkung, Luftfeuchtigkeit, Strahlungsintensität der Sonne), Zustand der Wälder und ihre Baumartenzusammensetzung, Zustand der Bodenvegetation sowie die Geländeverhältnisse.

Es gibt insgesamt 5 Stufen:
1
sehr geringe Gefahr  bis  5 sehr hohe Gefahr
1  Betreten unbedenklich bis 5 Betretungsverbot

Ab Stufe 3 ist man als Waldbesucher gehalten, besonders achtsam zu sein, denn ab da beginnt das erhöhte Waldbrandrisiko.

Und was kann ich als Einzelne*r tun, um Waldbrände zu verhindern?

Ich sollte im und am Wald

  • nicht rauchen
  • kein offenes Feuer im Wald / in Waldnähe anzünden
  • in Waldnähe nicht grillen
  • Waldzufahrten für Feuerwehr und Rettungskräfte freihalten
  • nur auf ausgewiesenen Flächen parken
  • achtsam sein und jeden Brand umgehend melden (Notruf 112 oder 110)

..und wenn ich diese Gebote beherzige und mich zum Wettergeschehen gut informiert habe, steht meinem schönen Walderlebnis auch in der „Waldbrandsaison“ nichts mehr im Wege!

Autorin:
Brigitte Japp, Berliner Forsten, Landesforstamt
zuständig für Erholungsnutzung und Waldpädagogik bei den Berliner Forsten

Fotos:
Thorsten Wiehle, Berliner Forsten, Landesforstamt
zuständig für Öffentlichkeitsarbeit

Passend zum Thema: „Heiße Zeiten“ Folge 4 unseres Familien-Podcasts

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