30 Jahre Bergwald-projekt

engagierter Einsatz für den Wald

30 Jahre Bergwaldprojekt e.V.

Der Bergwaldprojekt Deutschland e.V. begeht in diesem Jahr ein Jubiläum, denn seit nunmehr 30 Jahren organisiert er u.a. Waldpflegeeinsätze für Freiwillige ab 18 Jahre (übrigens auch in Berlin). Dies ist ein guter Anlass für Carola Fabian von den Berliner Waldschulen, hier einmal die wertvolle Arbeit dieses Vereins vorzustellen.

„Gemeinsam was Sinnvolles schaffen“, die Idee solcher Freiwilligeneinsätze ist so simpel und doch so nachhaltig. Und das gilt nicht nur für den Wald, sondern auch für die Teilnehmenden.  

Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich bei nunmehr 15 Projekt-einsätzen von Amrum bis Oberammergau bzw. von Hiddensee bis zum Erzgebirge mitmachen durfte. Jedes Mal ist es für mich faszinierend, dass fremde Personen aufgrund des gemeinsamen Schaffens so schnell zu einem Team zusammenwachsen können.

Innerhalb einer Woche entsteht ein solidarisches, achtsames und freundschaftliches Miteinander, das von gegenseitiger Anerkennung, interessanten Gesprächen sowie viel Spaß und Freude an der Waldarbeit geprägt ist.

Dieses Phänomen sollte jede/r, welche/r an der heimischen Fauna & Flora, ökologischen Zusammenhängen oder sozialem Miteinander interessiert ist, einmal erfahren und deshalb eine Waldwoche mit dem Bergwaldprojekt ausprobieren!  

Ich freue mich sehr, dass Peter Naumann, Projektleiter CSR und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit vom Bergwaldprojekt Deutschland e.V. die Zeit für ein kurzes Interview gefunden hat.

Hallo Peter, in meinem ersten Waldeinsatz 2003 warst du der Leiter der Projektwoche. Seitdem sind wir per Du, was ja auch unter Bergwaldprojektler*innen üblich ist. Deshalb führe ich unser Gespräch in der uns vertrauten Art: 

Warum gibt es das Bergwaldprojekt?  

Das Bergwaldprojekt ist eine Antwort auf die ökologischen Krisen unserer Zeit. Entstanden Ende der 80er-Jahre als ein Ergebnis zu den Diskussionen zum ersten Waldsterben in der Schweiz, kam das BWP Anfang der 90er auch nach Deutschland. Heute werden an 61 Orten in Deutschland über 120 Einsatzwochen pro Jahr mit Freiwilligen durchgeführt.

Über 3.500 Menschen besuchen pro Jahr unsere Projekte. Ziel ist es, nicht nur die ökologische Situation in den Wäldern, Mooren und Biotopen zu verbessern, sondern auch jedem Freiwilligen die brenzlige ökologische Situation nahezubringen, in welcher wir uns alle befinden und einfache, nachhaltige und klare Lösungswege aufzuzeigen. Der Wald ist dabei ein Spiegel unserer Abhängigkeit von den natürlichen Grundlagen. 

Peter Naumann: © Bergwaldprojekt e.V.

Wie verwirklicht ihr eure Ziele? 

Das Bergwaldprojekt arbeitet auf allen gesellschaftlichen Ebenen auf Kooperationsbasis. Dies ist der Schlüssel zum Erfolg, weil keine Kampagnenarbeit durchgeführt wird, die nur Missstände anprangert. Vielmehr entstehen über die Arbeit im Wald mit allen Beteiligten vertrauensvolle Bindungen, die dazu führen, das eigene Verhalten zu reflektieren (bspw. Mobilität, Ernährung, Energie). 

Wo und mit wem führt ihr eure Waldeinsätze durch? 

Das Bergwaldprojekt e.V. arbeitet nur im öffentlichen Wald. Dies umfasst fast alle bundesweiten Landesforstverwaltungen, Biosphärenreservate und Nationalparke sowie Kommunalwälder. Hier wird vor Ort eng mit den jeweiligen Betrieben und Verwaltungen zusammengearbeitet. 

Wer kann bei euch im Verein und in den Projektwochen mitmachen? 

Wir bieten Projekte für Freiwillige von 18-88 Jahre an und führen im Waldschulbereich Einsätze mit Schulklassen, studentischen Austauschen, geflüchteten Menschen und Menschen mit Behinderung durch. Außerdem  arbeiten wir im Bereich Corporate Social Responsibility in Kooperationen und Waldeinsätzen mit Unternehmen zusammen. 

Ihr befindet euch in der 30. Saison eures Bestehens. Was wünschst du dir noch für dieses Jahr? 

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten wir Anfang des Jahres die Freiwilligeneinsätze stoppen. Wir beginnen gerade mit eigenem, bezahltem Personal und einem Hygienekonzept wieder mit Projektwochen.

Wir hoffen natürlich, dass auch noch einige reguläre Einsatzwochen im Jubiläumsjahr stattfinden können. Persönlich wünsche ich mir, wieder im Wald arbeiten zu können, denn der Covid 19-Erreger hatte mich März/April mit einer Lungen-entzündung niedergestreckt. Die Rekonvaleszenz ist zäh, gelingt aber mehr und mehr. Arbeiten im Office geht schon wieder! 

Oh, das tut mir sehr leid, dass du so unmittelbar von der Corona-Pandemie betroffen bist. Da verbleibt mir nur, dir alles, alles Gute zu wünschen! Auf dass wir uns noch in diesem Jahr gesund & munter wiederbegegnen und gemeinsam im Wald aktiv werden können. Vielen Dank für den Austausch!

Carola Fabian, Berliner Waldschulen

Weitere Infos findet ihr unter: www.bergwaldprojekt.de

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