Literatur- & Filmtipps

Literatur- & Filmtipps

Durch die Ausgangsbeschränkungen der letzten Wochen haben viele Medien die Natur und das Draußensein in den Fokus genommen.
Und auch wir haben den Wert des Draußenseins noch einmal stärker erkannt.
Hier finden Sie Artikel, Bücher und Filmtipps rund um das Thema ‚Kind und Natur‘.

Bücher:

Aries, 1975: Geschichte der Kindheit
Das Buch befasst sich, im Mittelalter beginnend, mit der Entwicklung von Kindheitsbildern und -wahrnehmungen innerhalb der westeuropäischen Gesellschaft. Die Geschichte der Kindheit gilt als Begründungswerk moderner sozialhistorischer Kindheitsforschung in Europa und den USA.

Blinkert, 1996: Aktionsräume von Kindern in der Stadt
Die vorliegende Untersuchung geht am Beispiel der Stadt Freiburg der Frage nach, welche Bedeutung es für die Lebensqualität und die Entwicklungschancen von Kindern hat, wenn außerhäusliche Aktionsräume nicht mehr zur Verfügung stehen.

Bögeholz, 1999: Qualitäten primärer Naturerfahrung und ihr Zusammenhang mit Umweltwissen und Umwelthandeln.
Hier wird untersucht wie groß die Relevanz für die Didaktik der Umwelterziehung ist und in wie groß die Bedeutung für die Motivation von Umwelthandeln.

Böhme, 1989: Für eine ökologische Naturästhetik
Ästhetik, wie sie in diesem Buch von Gernot Böhme betrieben wird, versteht sich als Teilstück einer neuen Naturphilosophie. Im Rahmen der durch das Umweltproblem gestellten Aufgaben fällt es der Philosophie zu, das Verhältnis des Menschen zur Natur einer gründlichen Revision zu unterziehen.

Brämer, 2006: Natur Obskur (Jugenreport Natur)
Der Natursoziologe Rainer Brämer hat im Rahmen seines „Jugendreports Natur“ mehr als 2.200 Jugendliche zu ihrer alltäglichen Naturbeziehung befragt. Was er dokumentiert, ist bedenklich: Die Jugendlichen sind immer mehr in der Hightech-Gesellschaft und immer weniger in der Natur zu Hause.

Hüther/ Renz-Polster, 2013: Wie Kinder heute wachsen
In dem Buch geht es um die Wiedergewinnung von Naturerfahrungen als Grundbedingung für ein gesundes Aufwachsen: „Natur ist für Kinder so essenziell wie gute Ernährung. Sie ist ihr angestammter Entwicklungsraum.

Louv, 2005: Das letzte Kind im Wald
Kinder in der Natur sind heutzutage eine fast aussterbende Spezies. Die Folgen sind ihre Fluchten in virtuelle Welten, Hyperaktivität, Gewalt, Sucht sowie eine wachsende Gleichgültigkeit gegenüber Natur und Umwelt. In seinem Buch stützt sich Richard Louv auf zahlreiche Interviews und Gespräche, die er mit Wissenschaftlern, Eltern, Kindern, Lehrern und Pionieren der Umweltbewegung geführt hat.

Gandert, 2014: Naturerfahrung in der Umweltpädagogik
Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte Texte der Umweltpädagogik auf die dort ausgearbeitete Bedeutung der Naturerfahrung für umweltgerechtes Verhalten. Hierbei werden zunächst auf Naturerfahrung zentrierende Texte untersucht. In einem zweiten Schritt wird das Thema Naturerfahrung in das größere Gefüge der Umweltpädagogik eingeordnet.

Gebhard, 1994: Kind und Natur
Der Mensch ist als Teil der Natur im biologisch-materiellen Sinne an den Zustand der Natur gebunden. Ulrich Gebhard geht es um die psychische Seite dieses grundlegenden ökologischen Zusammenhangs und wie er sich auf die Entwicklung von Kindern auswirkt.

Gebhard / Ulrich / Nevers/ P. u. E. Billmann-Mahecha, 2003: Moralizing Trees: Anthropomorphism and Identity in Children’s Relationship to Nature.
Diese Arbeit befasst sich mit der emotionalen Bindung von Kindern zur Natur und untersucht die Auswirkung dieser Beziehung.

Johannsmeier, 1985: Über die Notwendigkeit von Naturerfahrungen bei kleinen Kindern. Das Gartenamt 34
Die Untersuchung versucht, nähere Aufschlüsse über den Stellenwert von Natur, vor allem Pflanzen, in der Erlebniswelt von kleinen Kindern zu bekommen. Als wichtigste Einflussfaktoren auf das Verhalten der Kinder und auf ihr Verhältnis zu Pflanzen sind zu nennen das Alter der Kinder, die Gestaltung der wohnungsnahen Freiräume und das Verhalten der Erwachsenen.

Lude, 2001: Naturerfahrung und Naturschutzbewusstsein. Eine empirische Studie.
Das vorliegende Buch liefert eine empirische Studie zum Einfluss unterschiedlicher Arten von Naturerfahrung auf Naturschutzbegründungen und Naturschutzbewusstsein (Wissen, Einstellung; Handeln) bei Schülern. Es gibt Antworten auf Fragen nach den grundlegenden Zusammenhängen. Die Ergebnisse ermöglichen eine zielgruppenspezifische Entwicklung von Umweltbildungsveranstaltungen.

Spitzer, 2006: Vorsicht Bildschirm
In diesem Buch werden die bekannten Daten und Fakten zu den Auswirkungen von Bildschirm-Medien auf Körper und Geist zusammenfassend und erstmals vor dem Hintergrund neuester Ergebnisse aus der Gehirnforschung diskutiert. Das Gefahrenpotential von Fernsehen, Video- und Computerspielen, Gameboy und Internetgebrauch wird deutlich gemacht.

Trommer, 2012: Schön wild!
Gerhard Trommer plädiert leidenschaftlich für eine Wiederentdeckung der Wildnis und für mehr Freiräume. Sein Buch ist voller Denkanstöße und Tipps für ein erfülltes Kinder- und Erwachsenenleben.

Weber, 2011: Mehr Matsch!
Kinder lieben und brauchen Natur. Doch heute strolchen sie kaum mehr im Freien herum. Eine Katastrophe für die Gesellschaft, sagt der Philosoph und Biologe Andreas Weber. Ohne Nähe zu Pflanzen und Tieren aber verkümmert ihre emotionale Bindungsfähigkeit. Empathie, Phantasie, Kreativität und Lebensfreude verschwinden.

Filme & Dokumentationen:

Kahl: Kinder! Über das Lerngenie der Kinder
Der Film ist dem Lerngenie der Kinder auf der Spur. Mehr als zwei Jahre lang haben Reinhard Kahl und sein Team Kinder in der Natur, in Kindergärten, Schulen und Forschungseinrichtungen begleitet. Man sieht einen „Tierfilm über Menschen.“ Aber anders als andere Tiere brauchen Menschen Kultur. Der Film zeigt die Entfaltung der „kulturellen Intelligenz“.

Kahl: Der Raum ist der Dritte Pädagoge
Der Filmemacher Reinhard Kahl bezeichnete die von ihm dokumentierten Schulen als „Treibhäuser der Zukunft“. Er legte somit die Vermutung nahe, dass in diesen Schulen ideale Bedingungen für das Wachstum und die Entwicklung der anvertrauten Schülerinnen und Schüler geschaffen wurden.

Olin: Kindheit
Ein idyllischer Ort mitten im Wald – Lebenswelt einer Gemeinschaft von Kindern.
Was es bedeutet zu wachsen, lernt man hier in den Wäldern. Ein stiller Protest sei ihr Film, sagt Margreth Olin. Still vielleicht, aber äußerst wirksam. Man sieht Erziehungsinstitutionen danach mit anderen Augen.

Xenius, arte: Kinder – Wie werden Kinder wirklich schlau
Die Natur als Lehrmeister: In Hamburg lernen die „Xenius“-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard einen Waldkindergarten kennen. Sie erfahren, was es heißt, bei Wind und Wetter draußen zu sein, und wie Spiele im Wald die Fantasie fördern können.

MDR: Ist die Schule noch zu retten? Wie wir künftig lernen müssen.
Dieser Film zeigt spannende Lernorte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – mit besonderen Bildungsangeboten für Kinder und Jugendliche. Zudem lässt er Wissenschaftler zu Wort kommen, die zum Lernen forschen.

Forschung:

Berg-Laase / Berwing / Jacob, 1985: Verkehr und Wohnumfeld im Alltag von Kindern. Eine sozialökologische Studie zur Aneignung städtischer Umwelt.

Burgess / Harrison / Limb, 1988: People, Parks and the Urban Green: A Study of Popular Meanings and Values for Open Spaces in the City.

Otterstädt, 1962: Untersuchungen über den Spielraum von Vorortkindern einer mittleren Stadt

Zeitungsartikel:

Billmann-Mahecha / Gebhard / Ulrich, 2004: „Wenn wir keine Blumen hätten …“ Empirische Vignetten zum ästhetischen Verhältnis von Kindern zur Natur. In: Journal für Psychologie 1/2004

Jacob, 1984: Umweltaneignung von Stadtkindern. Wie nutzen Kinder den öffentlichen Raum? In: Zeitschrift für Pädagogik 30, S. 687-697

Kals / Schumacher / Montada, 1998: Naturerfahrungen, Verbundenheit mit der Natur und ökologische Verantwortung als Determinanten naturschützenden Verhaltens. In: Zeitschrift für Sozialpsychologie 29, S. 5-19

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