Voll der Mist!

VOLL DER MIST!

Wir sind noch nicht einmal 10 Minuten im Wald unterwegs, und schon machen wir eine besonders spannende Entdeckung!

Am Rand des schmalen Waldweges sehen wir etwas knallig Buntes zwischen dem Moos liegen. Etwas überrascht von dieser auffälligen Farbe im Wald, gehen wir langsam in die Richtung des mysteriösen bunten Etwas.
Wir malen uns schon die spannendsten Geschichten aus: „Seltene exotische Pflanze mitten im Berliner Stadtwald beim Spaziergang entdeckt!“…

Fehlalarm! Als wir dem Ganzen etwas näher kommen, sind wir enttäuscht.
Wir blicken runter auf eine zerdrückte, pink gefärbte Trinkflasche aus Plastik. Na toll.

Kein Einzelfall

Hier wurden sogar Möbel einfach in den Wald geschmissen.

Im Jahr 2019 wurden allein in den Wäldern Brandenburgs 6500 Kubikmeter Müll gesammelt und entsorgt.

Stellt euch vor, das entspricht einer 6,5 Kilometer langen Mauer nur aus Müll und Abfällen. Die Mauer wäre einen Meter hoch und einen Meter tief. Es würde mehr als 1 ½ Stunden dauern, um diese Mauer von vorne bis hinten abzulaufen.

Doch was ist eigentlich das Problem an den Abfällen?

Müll im Wald sieht vielleicht nicht sonderlich ansprechend aus, aber so ein paar grelle Farbtupfer schaden doch auch niemandem. Schön wär’s!

Ein riesiger Müllberg im Wald

Folgen der Müllverschmutzung

Ganze 450 Jahre dauert es, bis so eine Trinkflasche aus Plastik im Wald verrottet.

Doch damit ist es nicht getan! Durch die unterschiedlichen Einflüsse des Wetters löst sich der Plastikmüll in kleinere Partikel aus Mikroplastik auf. Diese Partikel verschmutzen den Boden und auch das Grundwasser.

Die Natur ist ein Kreislauf, zu welchem auch wir Menschen gehören. Weil das so ist, landet auch der Müll aus dem Wald irgendwann wieder bei uns auf den Tellern und dann in unseren Mägen.

Last der Pflanzen!

Doch nicht nur wir, auch die Pflanzen des Waldes leiden stark unter den Abfällen im Wald. Unter dem Gewicht des Mülls werden Pflanzen zerdrückt. Auch das Licht, welches die Pflanzen zum Überleben brauchen, wird ihnen durch den Müll genommen.

Tiere in Gefahr!

Natürlich bleiben auch die Waldtiere nicht verschont. Auch sie müssen die Folgen des Mülls tragen, welcher von den Menschen produziert wird.

Kleine Müllreste, wie zum Beispiel Zigarettenstummel, werden von Tieren mit Nahrung verwechselt. Und schwupp! Auf einmal hat ein Wildschwein Plastik und Schadstoffe wie Nikotin in seinem Magen, anstatt eine saftige Eichel vom Baum.

Auch Glasflaschen, welche übrigens bis zum vollständigen Zerfall zwischen 4.000 und 1 Millionen Jahre brauchen, stellen eine Gefahr dar.

Kleine Insekten wie zum Beispiel Mistkäfer, suchen in Glasflaschen nach Nahrung. Ohne böse Vorahnung und mit viel Vorfreude auf Leckereien, krabbeln die Käfer in die kleine Öffnung der Flasche rein. Bei dem Versuch, wieder nach Draußen zu gelangen, rutschen die Käfer immer wieder an den glatten Rändern der Flasche ab. Auf einmal sind sie eingesperrt.

Andere Tiere, wie Vögel, nutzen herumliegende Plastikschnüre zum Bau ihrer Nester. Was eigentlich ein kuschliges Örtchen sein soll, wird auf einmal zur Lebensgefahr für die zarten Jungtiere. Diese können sich an den reißfesten Schnüren aus Plastik leicht verheddern.

Was jetzt?

Die Gründe, weshalb die bunten Farbtupfer im Wald doch ein ziemliches Problem darstellen, sind also eindeutig. Wir könnten jetzt böse sein, dass so viel Plastik und Co produziert wird. Wir könnten über die Menschen schimpfen, die absichtlich ihren Müll im Wald abliefern oder einfach achtlos liegenlassen. Weiter bringt uns das nicht.

Das Müllproblem an der Wurzel packen: Müll vermeiden

Doch wir können versuchen, unseren eigenen Verbrauch an Plastik und anderen Wertstoffen zu verringern. Wir könnten alte Glasbehältnisse wiederverwenden, aus alten T-shirts Einkaufsbeutel nähen, eigene Seife herstellen, oder einen Müllsammeltag mit Freund*innen organisieren. Das alles sind Beispiele, wie ihr euch aktiv daran beteiligen könnt, Müll und unnötige Abfälle zu reduzieren.

Im Buch „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“ gibt es mehr als 300 Anwendungen und Rezepte, die Geld sparen und die Umwelt schonen. Im Internet findest du stets aktuelles unter: https://www.smarticular.net/. Zum Beispiel das folgende Rezept für leckere Limonade.

Selbstgemachte Limonade für heiße Tage:

Brausepulver und Limonade:
Um eigenes Brausepulver herzustellen, zunächst einen Teelöffel Natron, eineinhalb Teelöffel Zitronensäure und je nach Geschmack zwei bis vier Teelöffel Zucker, Puderzucker oder auch Xylitol mischen. Fertig ist die Grundlage für ein sehr preiswertes, prickelnd-fruchtiges Erfrischungsgetränk! Anstelle von Brausepulver kann auch direkt eine erfrischende Limonade mit Natron zubereitet werden. Dafür Zucker oder Honig mit Zitronensaft oder etwas Essig in einem Glas kaltem Wasser verrühren und einen halben Teelöffel Natron für die Sprudelwirkung zugeben.
[1]

[1] https://www.smarticular.net/anwendungen-fuer-natron-das-wundermittel-fuer-kueche-haus-garten-und-schoenheit/

Und und und- bestimmt habt ihr selbst noch viele Ideen zum Selbermachen ohne Müll! Stöbert doch gerne auch auf den unten angegebenen Internetseiten rum und probiert euch aus in Sachen „müllfreier leben“. Viel Spaß beim Ausprobieren!


Weitere Anregungen

World Cleanup Day
Deutschland und die Welt räumen auf

Cleanup your Kiez
Engagiere dich für deinen Kiez

Zero Waste Map
Möglichkeiten Müll zu vermeiden in deiner Nähe

Tipps zum Müllreduzierung
Ratgeber von Utopia.de

Natürliche Kosmetik selber machen
Tipps für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Alltag von livelifegreen.de

Löwenzahn: https://www.zdf.de/kinder/loewenzahn/muell-112.html

Buchtipp: https://www.smarticular.net/buecher/hausmittel/

Waldgalerie

WALDGALERIE

Eure Kunstwerke aus dem Wald

Wir freuen uns diese tollen Waldkunstwerke hier zeigen zu dürfen. Die Kunstwerke sind bei der Schatzsuche in Nikolassee entstanden.
Macht doch bei euerm nächsten Spaziergang auch ein Bild aus schönen Dingen, die ihr im Wald findet. Bitte achtet dabei auf die Natur und nutzt nur Dinge, die nicht mehr lebendig sind und vielleicht schon auf dem Boden liegen.
Ein großer Dank an alle Familien und Menschen, die uns ihre Bilder zugesendet haben.


Ihr wollt eure Waldkunstwerke von der Schatzsuche in Nikolassee oder einem anderen Waldspaziergang auch hier zeigen? Dann schickt uns eure Bilder an waldentdeckenberlin@posteo.de

Waldspielplätze

BeWegen
Ausgelassen sein
GLück
FreuDe
Schaukeln
SPielen
DynamIk
Energie
BaLancieren
SP
ToLlen
Angst abbauen
Toben
Zutrauen

Die fettmarkierten Buchstaben in den obenstehenden Worten ergeben die Überschrift zum folgenden Beitrag unseres Blogs…

Was steht denn da? Wer bekommt es raus?




Richtig!  W  A  L  D  S  P  I  E  L  P  L  A  T  Z  – darum geht es im Folgenden…

Genaugenommen um die „Waldspielplätze im Berliner Wald“, welche die Berliner Forsten für Erholungssuchende angelegt haben.

Warum gibt es überhaupt Waldspielplätze bei den Berliner Forsten?


„Huch“ fragt ihr euch? Was haben denn Forstleute mit Spielplätzen zu tun? Warum machen die das? Die Antwort ist ganz einfach:

Im Berliner Waldgesetz ist festgelegt, dass der hiesige Wald von uns Berliner Forsten als Erholungswald bewirtschaftet werden soll.

Da heißt, dass wir für das Pflegen und Beschildern von Hauptwegen, für das Errichten von Schutzpilzen, das Aufstellen von Bänken, die Pflege von Uferpromenaden und auch das Anlegen und Unterhalten von Wildgattern, von Waldlehrpfaden und …eben von Waldspielplätzen verantwortlich sind! 

Wo findet ihr denn diese Waldspielplätze?

14 Waldspielplätze gibt es bei uns im Berliner Wald insgesamt – viele befinden sich nahe an Waldeingängen, einige sogar an Badestellen! Mithilfe dieser Übersichtskarte könnt ihr euch vor eurem Ausflug gut orientieren, zu welchem Waldspielplatz ihr hinstreben möchtet.

Wo findet ihr Informationen zu den Waldspielplätzen?

Wenn ihr auf die Namen der im Internet einzeln aufgeführten Waldspielplätze klickt, erfahrt ihr jeweils allerlei Wissenswertes zu den Plätzen, z.B. etwas über die Ausstattung mit Spielelementen oder wie man an besten dorthin kommt.

Auch im Wald selbst sind die Waldspielplätze leicht zu finden und weisen eine deutliche Beschilderung auf. Die Plätze laden euch bei gutem Wetter und im Hellen zum Spielen, Toben oder auch gemeinsam Pause machen ein.

An manchen Stellen ist auch dieses Schild zu finden „Mehrgenerationenwaldspielplatz“ – dort sind ein paar Elemente auch für Erwachsene zur Benutzung geeignet und deshalb extra so gekennzeichnet. 

Was ist das Besondere an Waldspielplätzen?



Eins ist bei unseren Waldspielplätzen garantiert besonders: Sie sind eigens von unseren Forstwirt*innen aus Berliner Holz gefertigt!

Holz aus unserem naturgemäß bewirtschafteten Wald wird hier liebevoll zu Balancierschlangen, Torwänden, Lokomotiven mit Beiwagen, Rennautos mit Zieleinfahrten, coolen Motorrädern, tollen Spielschiffen und Klettertürmen usw. standfest und sicher verbaut.

Mancher Baumstumpf auf dem Platz bekommt ein Waldschratgesicht, auch Holzpfähle und -enden werden formvollendet beschnitzt und phantasievoll verziert.

Sind die Waldspielplätze der Berliner Forsten „sicher“?


Vereinzelt ergänzen wir die Spielplätze mit gekauften Elementen aus Holz (z.B. Schachecken) oder Spezialanfertigungen aus Kunststoffseilen (für Kletterelemente)  bzw. Metallgegenständen (wie z.B. Rutschen oder Reckstangen). Für alle Waldspielplätze gilt uneingeschränkt, dass sie sicherheitsgeprüft sind und jährlich vom TÜV abgenommen werden.

Außerdem werden unsere Forstwirt*innen extra geschult, um die beim Spielplatzbau erforderlichen Sicherheitsvorschriften anwenden zu können.

Wir sind stolz auf unsere sog. „Waldspielplatztruppe“, welche sich aus Kollegen und Kolleginnen aus mehreren Förstereien Berlins zusammensetzt!

Selber Entdecken macht am meisten Spaß!

Wenn Ihr noch mehr erfahren möchtet, klickt doch einfach auf den Link weiter oben im Text…oder noch besser: Geht selbst auf Erkundungstour und findet beim Herumtollen oder Pause machen heraus, welches euer Lieblingswaldspielplatz ist!


Autorin:
Brigitte Japp, Berliner Forsten, Landesforstamt
zuständig für Erholungsnutzung und Waldpädagogik bei den Berliner Forsten

Fotos:
Thorsten Wiehle, Berliner Forsten, Landesforstamt
zuständig für Öffentlichkeitsarbeit

Ein irrer Duft im Frühlingswald

Ein irrer Duft im Frühlingswald

Es ist wieder soweit – ein zwiebelartiger Geruch breitet sich im Plänterwald aus, denn der sogenannte „Berliner Bärlauch“ sorgt für grüne Teppiche am Waldboden!

Seine richtige Bezeichnung ist „Seltsamer Lauch“ oder auch „Wunderlauch“ (Allium paradoxum). Er ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lauch (Allium), von der es weltweit ca. 800 und in Mitteleuropa 25 Arten gibt.

Der Wunderlauch stammt ursprünglich aus der kaukasischen Region und wurde ab Mitte des 19. Jhd. im damaligen Berliner Botanischen Garten kultiviert. Seitdem haben sich die Wunderlauchbestände in Berlin und auch schon Brandenburg stark ausgedehnt.

Einerseits schafft diese Pflanze ihre Verbreitung aus eigener Kraft, denn ein Exemplar kann in einer Vegetationszeit bis zu 20 Brutzwiebeln bilden. Andererseits hatte gewiss auch der Mensch seine Hand im Spiel, wollte er doch das schmackhafte Kraut in seiner Nähe haben, um in kargen Zeiten seine Speisen aufzuwerten.

Bereits ab Mitte März bildet der Wunderlauch ausgedehnte Teppiche mit zwiebel-, leicht knoblauchartigem Duft. Seine lanzettlich aussehenden Blätter haben ein saftiges Grün.

Die Mittelrippe des Blattes wölbt sich auf der Oberseite gut sicht- und fühlbar und ist somit ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Blättern von Schneeglöckchen oder der giftigen Herbstzeitlose.

Ab April bildet der Wunderlauch auf einem 3-kantigen Stängel seine blassgelben Brutzwiebeln mit teilweise weißen, zarten Glöckchen.

Dieser doch recht seltsam aussehende Blütenstand war für diese Pflanze namensgebend.

Spätestens im Juni ist die ganze Pracht vorbei – die vorher saftig grünen Blätter liegen gelb am Boden und sind bald nicht mehr zu sehen. Die Brutzwiebeln verharren bis zum nächsten Frühjahr im bzw. auf dem Boden und verhelfen dem Wunderlauch weitere Flächen im Wald zu erobern.

Wunderlauch ist ebenso wie der bekanntere Bärlauch eine Bereicherung in der Wildkräuterküche, denn auch er verfügt er über entschlackende und blutreinigende Inhaltsstoffe, die gern für eine Frühjahrskur genutzt werden. Und als „Lauch ohne Hauch“ ist er sogar verträglicher und für die „Umwelt weniger belastend“ als die viel gepriesene Knolle Knoblauch.


Empfohlene – weil schon oft ausprobierte – Rezepte der Waldschule Plänterwald:

Erntetipp: Ein Bündel Wunderlauchblätter umfassen und mit der Schere weit unten abschneiden. Das Erntegut in ein Körbchen legen.

Beim nächsten Schnitt aufpassen, dass die Blätter dann in die gleiche Richtung wie zuvor abgelegt werden.

Das erleichtert die weitere Verarbeitung ungemein, denn nach dem Waschen und Trocknen können die Blätter in kleinen Bündeln weiterhin mit der Schere geschnitten werden.

Hier also die Rezepte…

Wunderlauch-Zitronen-Butter
eine Handvoll Wunderlauchblätter
250 g zimmerwarme Butter,
Saft und Schale vor ½ unbehandelten Zitrone,
Salz

So geht’s: Wunderlauch gut abbrausen, gut trocken tupfen und sehr fein schneiden. Die Butter mit Wunderlauch und Zitronensaft und -schale verrühren, mit Salz würzen.

(Das kleine Wildkräuter-Kochbuch, A. Kösslinger; S.Reiter)


Wunderlauch-Remoulade
ca.30 g Wunderlauch
50 g Salatcreme
100 g Radieschen
150 g Joghurt
1Gewürzgurke
½ EL Gurkenwasser
Salz, Pfeffer, Zucker

So geht’s: Gesäuberten Wunderlauch in feine Streifen schneiden, Radieschen und Gewürzgurke in feine Stifte hobeln. Alle Zutaten miteinander mischen. Aus dem Joghurt, der Salatcreme und dem Gurkenwasser eine Soße rühren und mit Salz, Pfeffer, Zucker würzen.

Die Soße in die übrigen Zutaten geben und gut vermischen. Wunderlauch-Remoulade schmeckt gut gekühlt zu Pellkartoffeln und zu Kurzgebratenem bzw. Gegrilltem.

(Birte Böhnisch – http://www.habondia.de)


Wunderlauchöl
150 g Wunderlauch
750 ml Olivenöl (extra vergine)

So geht’s: Den gesäuberten und gut getrockneten Wunderlauch in Streifen schneiden und in eine dunkle Literflasche geben. Mit Olivenöl auffüllen und ca. 3 Wochen bei Zimmertemperatur möglichst lichtgeschützt stehen lassen. Abseihen und in kleine Flaschen füllen. Das Wunderlauchöl ist bis zu 10 Monate haltbar.

(Das kleine Wildkräuter-Kochbuch, A. Kösslinger; S. Reiter)


Noch ein paar spannende Links:

Infos über und weitere Rezepte mit Wunderlauch
(Link zu kostbarenatur.net)

Wenn es im Wald nach Knoblauch riecht…
(Link zur Seite des NABU)

Achtung, giftige Doppelgänger!
Bärlauch von Herbstzeitlosen und Maiglöckchen unterscheiden
(Link zum Plantura Magazin)

Weitere leckere Rezepte mit Wunderlauch
(Link zu smarticular.net)

Amphibienschutz an der Havelchaussee

AMPHIBIENSCHUTZ AN DER HAVELCHAUSSEE

Was sind Amphibien?

Kröten, Frösche und Molche haben eine „amphibische“ Lebensweise: Sie verbringen einen Teil ihres Lebens an Land, brauchen aber ein Gewässer zur Fortpflanzung.

Die Eier werden unter Wasser abgelegt und auch dort befruchtet. Je nach Art werden die Eier als Laichballen (Frösche), Laichschnüre (z.B. Erdkröten) oder einzeln (z.B. Teichmolche) zwischen oder an den Wasserpflanzen abgelegt.

Aus dem Laich entwickeln sich bei allen Arten Kaulquappen. Wenn sich die Beine entwickelt haben, verlassen viele Tiere das Gewässer wieder. Zur Entwicklung der Kaulquappen seht euch gerne diesen Film an: Sendung: ÜberLeben in zwei Welten – Froschlurche – Planet Schule – Schulfernsehen multimedial des SWR und des WDR (planet-schule.de)

Ein Erdkrötenpaar: das kleinere Männchen klammert sich an das Weibchen

Warum brauchen wir Zäune für Kröten, Frösche und Molche?

Teichmolche

Den Winter verbringen die Tiere geschützt, meist im Boden vergraben. Nur wenige Arten können am Boden der Gewässer überwintern.

Dazu zählen Teichfrösche, sie bleiben immer in unmittelbarer Nähe ihres Gewässers. Grasfrösche kennen viele aus der Kindheit auf Wiesen oder in Wäldern, Moorfrösche machen ihrem Namen Ehre und sind in der Nähe von Mooren anzutreffen. Erdkröten sind so manchem Gärtner in der Erde begegnet. Teichmolche werden schon mal mit Eidechsen verwechselt, wenn sie das Wasser verlassen.

Die einzelnen Arten haben ganz verschiedene Lebensräume, die sich oft für Sommer und Winter unterschieden.

Am Amphibienschutzzaun an der Havelchaussee gibt es viele Erdkröten und Teichmolche. Hier ein Steckbrief für diese Arten.
Steckbriefe zu allen in Berlin vorkommenden Arten gibt es bei der Stiftung Naturschutz.

Die amphibische Lebensweise bewirkt, dass die Tiere zur Paarungszeit ihr Winterquartier verlassen und den Paarungsort aufsuchen müssen.

Mit den steigenden Temperaturen kommen sie im Frühjahr aus der Kältestarre heraus und haben alle ein Ziel: sie wandern zu den Laichgewässen, in denen sie sich entwickelt haben.

Dort findet die Paarung statt, begleitet von einem wahren „Froschkonzert“. Jede Art hat nicht nur ihre eigene Stimme, sondern auch eigene Ansprüche an den Lebensraum sowie Zeit- und Temperaturfenster für die Wanderung.

Viele stoßen bei der Wanderung auf ein von uns Menschen errichtetes Hindernis: Auch wir mögen den Aufenthalt an Gewässern und haben Straßen gebaut, die nun zum Problem für die Amphibien werden: wenn die Straßen die Lebensräume der Tiere voneinander trennen, müssen sie auf dem Weg zum Laichgewässer überquert werden. Das ist für die Tiere oft ein unüberwindbares Hindernis. Die Gefahr, dabei überfahren zu werden ist groß, weil die Tiere den Asphalt nur langsam überqueren. Schon ein Verkehr von wenigen Autos in der Stunde endet für viele Tiere tödlich.

Eine Erdkröte

Wie hilft der Zaun?

Die Tiere überqueren die Straße in jedem Jahr an den gleichen Stellen. Dort stellen wir einen Zaun aus einer Plastikplane auf, um das zu verhindern. Der Zaun wird immer im Frühjahr nach dem Frost aufgestellt und wieder abgebaut, wenn die Laichsaison beendet ist.

Am Zaun gibt es Fallen, darin bieten wir den Tieren mit Moos und Blättern ein wohnliches Umfeld. An jedem Morgen tragen helfende Hände die gefangenen Tiere sicher über die Straße, damit sie ihren Weg zum Wasser fortsetzen können. Wenn der Zaun aufgebaut ist, müssen alle Fallen täglich morgens früh kontrolliert werden, egal bei welchem Wetter.

Das Schauspiel dauert in diesem Jahr sicher bis nach Ostern, denn noch sind die Nächte kalt. Amphibien können aber nicht wie wir ihr Blut aufwärmen. Sie brauchen etwas wärmere Temperaturen.

Bei Kröten sind das nachts etwa 5 Grad, die Teichmolche vertragen etwas niedrigere Temperaturen, aber keinen Bodenfrost. Dann warten sie noch mit dem Wandern und es kann sein, dass sehr viele Tier gleichzeitig loslaufen, wenn es warm wird. Das Phänomen ist bekannt als „Krötenwanderung“.

Freiwillige beim Zaunbau
und beim Kontrollieren der Fallen

Das letzte Stück Weg zum Wasser müssen alle Tiere alleine gehen. Für die Teichmolche ist das besonders wichtig: Sie verwandeln ihr Aussehen: Am Rücken wächst ein Zackensaum, wenn sie ins Wasser gehen. In dieser Wassertracht sehen sie aus wie kleine Drachen und können gut schwimmen.

Haben die Tiere noch andere Probleme?

Ein Teichmolch

Mit der zunehmenden Trockenheit in unseren Wäldern trocknen kleinere Laichgewässer aus. Bei den vorhandenen Wasserflächen sind die Uferbereiche nicht immer so gestaltet, dass sie von den Amphibien genutzt werden können.

Darüber hinaus gibt es Fraßfeinde, die den Amphibien zusetzen. So ist unter Krötenfreunden z.B. der Waschbär nicht gerne gesehen, denn er lauert seinem Futter am Wasser, im Wald und eben auch an den Fallen auf.

Auch Lebensräume für den Sommer und den Winter werden immer knapper, so dass es immer weniger Amphibien gibt. Einen Überblick darüber gibt es bei der Koordinierungsstelle Fauna der Naturschutzstiftung Berlin.

Kann man sich das mal angucken?

Seit 2001 werden an der Berliner Havelchaussee im Grunewald in jedem Frühjahr Plastikplanen und Fallen aufgestellt. Bei einem Spaziergang sind sie nicht zu übersehen. In Jahren ohne Kontaktbeschränkungen können dort Führungen zur Zaunkontrolle organisiert werden, das ist in diesem Jahr leider nicht möglich.

Es ist sehr wichtig, dass niemand Tiere ohne Absprache mit dem Ökowerk entnimmt. Vor dem Freilassen auf der anderen Straßenseite werden Art und Alter der Tiere bestimmt und die Anzahl gezählt. Die Daten werden in jedem Jahr für das Bezirksamt erfasst und in eine Schutzzaundatenbank eingetragen. Wer sich für die Ergebnisse interessiert, kann hier den Bericht des letzten Jahres aus dem Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e.V. lesen.

Beim Leeren der Fallen werden die Tiere bestimmt und gezählt

Danksagung

Möglich sind der Aufbau und die Betreuung des Zaunes nur, weil es viele helfende Hände gibt. Vielen Dank an dieser Stelle für alle, die auch in diesem Jahr wieder dabei sind! Weitere helfende Hände sind immer willkommen, Infos gibt es unter info@oekowerk.de.


Dieser Artikel wurde von Dr. Karin Drong, welche im Ökowerk e.V. arbeitet, geschrieben.
Dort ist sie für die Organisation und inhaltliche Gestaltung der Umweltbildung zuständig. Karin Drong und Antonius Gockel-Böhner koordinieren den Aufbau und die Kontrolle des Amphibienschutzzaunes entlang der Havelchaussee.

Einen Baum umarmen

EINEN BAUM UMARMEN

„Can’t hug a person? Hug a tree!“

Neues Jahr – alte Regeln

Wieder mal lautet die Devise: Kontaktbeschränkung und Abstandhalten sind die Zeichen der Fürsorge und Solidarität! Wieder mal sind die Möglichkeiten, unseren Bedürfnissen nach Nähe und Anlehnung zu entsprechen, sehr eingeschränkt. Und wieder mal bietet uns der Wald, der Park oder die benachbarte Grünanlage die einzige Ablenkung aus dem anstrengenden Alltag und ausreichend Raum für kleine Verschnaufpausen, ausgedehnte Spaziergänge und/oder sportliche Betätigung.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist das Bedürfnis nach häuslicher und menschlicher Wärme besonders ausgeprägt. Letzteres ist aber unter den derzeitigen Umständen kaum möglich. Deshalb möchten wir nochmal den Vorschlag der isländischen Forstbehörde aus dem letzten Frühjahr aufgreifen und Sie anregen, einen Baum in Ihrer Umgebung als einen Ort der besonderen Begegnung auszuwählen.


Bereits für unsere Vorfahren war der Baum ein Symbol der Stärke und Hoffnung und genau diese Attribute sind momentan für viele besonders wichtig, um diese herausfordernde Zeit meistern zu können. Daher möchten wir Sie hiermit ermutigen, sich einem Baum zu nähern, dort zu verharren, sich an ihn anzulehnen, an ihm aufzuschauen, ihn zu berühren, zu umarmen oder oder oder
Machen Sie Ihre Baumbegegnung zu einem besonderen Moment, aus dem Sie dann entspannt und gestärkt in den Alltag zurückkehren können!

…. und wer vom Bäume umarmen gar nicht genug bekommen kann und Wettbewerbe mag, kann seine Umarmfähigkeiten auch bei der World Treehugging Championship im August 2021in Finnland unter Beweis stellen.

So schön kann’s sein:

HIER DER BEITRAG VOM APRIL 2020: