Ein Foto vom Wegweiser des Waldlehrpfades Hermsdorf

Waldlehrpfad Hermsdorf

Waldlehrpfad Hermsdorf

Es ist Juli, die Sommerferien haben gerade begonnen und die meiste Zeit scheint die Sonne. Was passt da besser, als ein kleiner Ausflug in die Natur? Wenn du dich für den Wald interessierst und mehr über ihn lernen möchtest oder sogar Waldtiere von nahem sehen willst, dann ist der Waldlehrpfad im Hermsdorfer Forst genau das Richtige für dich!

Der Rundweg ist 2,5 km lang und hält sowohl für Kinder als auch für Erwachsene einiges bereit. So haben auch wir, drei Freiwillige der Berliner Waldschulen, uns aufgemacht, um den Pfad zu erkunden. Er führt durch einen schönen und dichten Mischwald und ist teilweise hügelig, aber trotzdem gut begehbar.

Foto: Beliner Forsten



Auf unserer Suche nach dem Anfang des Pfades sind wir auf einen schönen, großen Waldspielplatz gestoßen, wo Kinder sich vor oder nach der kleinen Wanderung einmal richtig austoben können.

Gleich hinter dem Spielplatz beginnt der Weg und wird durch regelmäßige Wegweiser gut gekennzeichnet.


Es geht los…

Hier wurde uns auch der Eichelhäher vorgestellt, der dich auf deinem Weg begleiten wird.

Habt ihr gewusst, dass Eichelhäher, wie Eichhörnchen, Nüsse für den Winter im Boden verstecken und durch ihre Vergesslichkeit so neue Bäume pflanzen?

Das war nur der erste spannende Fakt über die Tier- und Pflanzenwelt des dortigen Waldes, der auf den vielen Schautafeln zu finden waren.

Teste dein Waldwissen!


Auf dem weiteren Weg kann man immer wieder Schilder entdecken, die zum Beispiel viele verschiedene Baumarten vorstellen.

Außerdem gibt es auch interaktive Quizschilder, mit denen man neu erlernte oder vorher schon bekannte Pflanzen und Tiere spielerisch abfragen kann.


Aber nicht nur die Schilder sind interessant, wenn man mit offenen Augen durch den Wald geht, findet sich immer etwas, was sich zum näheren Betrachten, Rätseln und Staunen anbietet. Wir haben auf dem Weg zwei faszinierende Wespennester, wunderschöne Spinnennetze und Buchfinken gesehen. Ganz zu schweigen von den vielen Vögeln, die wir gehört haben. Was das wohl für welche waren? Und wer wohl die Ulme komplett kahlgefressen hat?

Abwechslung gab es außerdem durch einige liegende Baumstämme (perfekt zum Balancieren), aber auch extra gebaute Klettergeräte, auf denen wir viel Spaß hatten.


Gegen Ende des Pfades sind wir zu unserem persönlichen Highlight gekommen: den Wildtiergehegen.

Auf den ersten Blick schienen sie leer zu sein, aber bei genauerem Hinsehen haben wir Wildschweine und Frischlinge beobachten können. In den anderen Gehegen sind Rot- und Damwild zu Hause. Der kleine Pavillon neben den Gehegen ist ideal für eine kleine Essenspause.

Gut gelaunt von diesem Erlebnis und unserem Tag im Wald sind wir nach ca. zwei Stunden wieder am Ausgangspunkt angekommen.

Den Pfad können wir allen empfehlen, die sich für den Wald interessieren. Gut geeignet ist er vor allem für Familien mit Kindern, aber auch uns als junge Erwachsene hat er Spaß gemacht. Also Waldfreunde allen Alters, auf in den Hermsdorfer Forst!


Anfahrt

Der Waldlehrpfad ist gut mit Google Maps zu finden: Einfach Waldlehrpfad Hermsdorf eingeben, der Ort ist ziemlich präzise angegeben.

Wir sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln angereist. Der Startpunkt der Wanderung ist in Laufentfernung der Bushaltestellen Dohnensteig (125) und Forstamt Tegel (124). Die nächste Bahnstation ist U-Alt-Tegel (U6). Von da kann man gut den Bus nehmen.

Die Anfahrt ist alternativ auch mit Auto möglich, in der Nähe des Waldlehrpfades gibt es auch einen Waldparkplatz.

Text, Fotos und Zeichnung:
Teilnehmer:innen des Freiwilligen Ökologischen Jahres 2021/2022
Teresa Bruhn (Waldschule Zehlendorf), Luca Scanlan (Waldschule Plänterwald), Luna Voigt (Waldschule Bucher Forst)

Zum Glück ein Mistkäfer

Zum Glück ein Mistkäfer

Ein Mistkäfer

Im Wald wohnt ein Käfer, den viele Menschen kennen. Auch ich kann ihn sofort bestimmen.

Schwarz- blau ist seine Farbe. Wie ein typischer Käfer sieht er aus. Sein Körper ist rundlich und seine Oberfläche glatt. Mit etwa 16 bis 20 Millimeter Länge ist er nicht der Kleinste.

Große Beachtung habe ich ihm bisher aber nicht geschenkt.
Ich erinnere mich an Waldspaziergänge mit platt getretenen Mistkäfern auf den Wegen. Na und…

Seitdem ich selbst ein Mistkäfer bin, sehe ich die Sache anders.

Mein ökologisches Bundesfreiwilligen-Jahr absolviere ich bei der Rucksack-Waldschule Mistkäfer. Mit Schulklassen sind wir im Wald und entdecken diesen mit allen Sinnen. Oft erwarten die Kinder, dass wir die großen Tiere sehen. Doch nur selten lassen sich Wildschwein, Reh oder Fuchs blicken.

Wie schön ist es dann, einen Mistkäfer zu finden.
Auf dem Waldboden entdecke ich einen. Behutsam setze ich ihn auf meine Hand. Wenn er Lust hat, läuft er los.

Es ist ein herrliches Gefühl, wenn der Käfer gemächlich auf und ab läuft. Es prickelt und kitzelt auf der Haut. Wenn er stolpert und auf den Rücken gefallen ist, strampelt er mit seinen sechs dornigen Beinchen. Die Bauchseite ist noch schöner als der Rücken, metallisch glänzend in Schwarz und Blau oder Grün und Lila. Das erinnert mich an einen Edelstein.

Mistkäfer: schillernde Edelsteine
Seht ihr die Fühler und die feinen Härchen am Körper des Mistkäfers?
Foto: vobebis, CC0 1.0

Wenn der Waldmistkäfer wieder richtig steht, kann ich beobachten wie er seine Fühler-Enden auffächert. Das ist seine „Nase“, denn mit den Fühlern kann er Geruchs-Moleküle wahrnehmen.

Halte ich den Käfer an mein Ohr, so könnte es sein, dass ich Geräusche von ihm höre. Das ist mir bisher noch nicht gelungen.

Auch die Kinder sind entzückt. Sie lachen laut wenn der Käfer auf ihrer Hand kribbelt und nun sogar in den Jackenärmel rein marschiert.

Manche Kinder finden den Käfer eklig. Es ist ja ein Mistkäfer und sein Speiseplan ist für uns nicht appetitlich. Doch gerade deshalb ist der Käfer so nützlich, denn er arbeitet den Mist anderer Tiere in den Boden ein. So verschwinden die Häufchen und die Erde wird fruchtbar und locker.

Ein tolles Gefühl, wenn der Käfer langsam über die Hände krabbelt

Neugierig geworden möchte ich mehr über diesen Käfer wissen.

Erstaunt finde ich heraus, dass der Mistkäfer zu den stärksten Insekten der Welt zählt. Er kann mehr als das 1000fache seines Körpergewichtes stemmen. Ich stelle mir vor, wie ich mühelos einen 18 Meter langen Pottwal vor mir her rolle. Das ist wirklich eine Superkraft. Neben dem Waldmistkäfer, der im Wald zu Hause ist, gibt es den Gemeinen Mistkäfer und den Frühlingsmistkäfer.

Alle Mistkäfer sorgen gut für ihre Nachkommen. Dabei arbeiten Männchen und Weibchen toll zusammen. Während das Weibchen gräbt, transportiert das Männchen die anfallende Erde aus den Gängen.

Um sich fortzupflanzen graben die Käfer direkt an einem frischen Dunghaufen einen etwa 50 cm tiefen Gang. Von diesem Gang aus legen sie Brutstollen an, die mit Brutkammern enden. Die so entstandenen Stollen werden nun mit Mist-Klümpchen verfüllt und mit Eiern bestückt. Mit dem Dung werden die Stollen aufgefüllt und am Ende mit Erde versiegelt.

Nun können aus den Eiern die Larven schlüpfen. Der Dung dient ihnen als Nahrung und wärmt gleichzeitig. Noch in der Erde Verpuppen sich die Larven und als Käfer graben sich die Tiere an die Oberfläche.

Für einige Vögel, für Igel und Spitzmäuse sind Mistkäfer echte Leckerbissen. Auch deswegen sind sie so nützlich.

Mistkäfer auf Dung
Foto: toetoe, CC BY-NC-ND 2.0.

Ein heiliger Käfer. Aber warum eigentlich?
Foto: chrmoe, CC BY-NC-SA 2.0

Unsere Mistkäfer haben interessante Verwandte, die in Ägypten leben und Scarabaeus sacer heißen. Zur Zeit der Pharaonen hielt man diese Käfer für heilig. Sie waren  ein Symbol für den Wechsel vom Werden und Vergehen. Sogar ein ägyptisches Schriftzeichen in Form dieses Käfers existiert.

Die Käfer, die im Nilschlamm lebten, krabbelten bei drohendem Hochwasser an Land und warnten so die alten Ägypter vor den Fluten. Deshalb waren sie echte Glückskäfer.


Für aufmerksame Waldbesuchende, gibt es viel zu endecken.

Doch zurück in den grünen Wald. Die Kinder sind auf dem Weg zur Bushaltestelle und wandern fröhlich den Waldweg entlang.

“Da, noch ein Waldmistkäfer! Tritt nicht drauf“. Wie schön er ist und wie nützlich.


ÖBFD und FÖJ bei den Berliner Waldschulen


Willst du auch die Natur erleben und dich für den Wald engagieren? Du magst Kinder und jeden Tag ein neues Walderlebnis? Du willst dich in der Führung von Gruppen üben und deine fachlichen und sozialen Kompetenzen fördern?

Dann melde dich bei der Waldschule deiner Wahl oder bei einem unserer Träger für die Freiwilligendienste:

Stiftung Naturschutz ÖBFD

Stiftung Naturschutz FÖJ

Verein Junger Freiwilliger e.V. FÖJ

Die Wildvogel-station des NABU Berlin

Die Wildvogelstation des NABU Berlin

Marc Engler – Leiter der NABU Wildvogelstation Berlin
Foto: Alexandre Courtiol


Noch ist es ruhig in der Wildvogelstation des Naturschutzbundes Berlin, denn in den letzten Tagen wurde „nur“ ein Waldkauz gesund gepflegt und kann demnächst an seinem Fundort entlassen werden.

Trotzdem hat das Team unter der Leitung von Marc Engler viel zu tun, denn es nutzt die „Ruhe vor dem Sturm“ um die Gehege neu einzurichten, sie umzubauen oder instand zu setzen. Denn ihre wieder in großer Zahl zu erwartenden Pfleglinge sollen möglichst kurze Zeit in der Wildvogelstation verbleiben und deshalb müssen die „Krankenzimmer“ bedarfsgerecht gestaltet sein, damit die Genesung schnell erfolgen kann.

Spätestens mit Beginn der Brutzeit der Stockenten, die bereits Ende März anfängt, wird die Fachkompetenz der Mitarbeiter:innen mehr und mehr gefragt sein.

Vom Balkon ins Wasser

Denn die Berliner Stockenten haben immer mehr den urbanen Bereich für die Aufzucht ihrer Nachwuchses erobert. So kommt es häufig vor, dass die Stockenten Balkone (auch im 15. Stock) als Brutplatz auswählen. Hier sind sie vor natürlichen Feinden (z.B. Füchsen) geschützt und können die Fürsorge ihrer „Herbergseltern“ genießen.

Damit diese temporäre Verbindung zwischen Mensch & Tier eine für alle Beteiligten friedliche Zeit wird, hat die Wildvogelstation einen Ratgeber veröffentlicht: Stockentennest auf dem Balkon – was tun?

Doch spätestens mit dem Schlupf der Küken kommen dann die Expert:innen ins Spiel, denn nun heißt es, den Entennachwuchs inkl. Entenmama an einen nahe gelegenes Gewässer zu bringen, da die Kleinen sonst den Gefahren des städtischen Lebens oder des Verhungerns ausgeliefert wären.

Stockentenjunge mit Mutter
Foto: C. Fabian

Mit Beginn der Balz- und Brutzeit sowie der Wiederkehr der Zugvögel müssen die Mitarbeiter:innen um Herrn Engler im wahrsten Sinne des Wortes ein offenes Ohr haben. Sie werden wieder sehr oft zum Telefonhörer greifen, um die vielen Fragen bzw. Hilfeersuchen der Berliner Vogelfreund:innen entgegen zu nehmen. So registrierten sie im letzten Jahr ca. 4.350 Telefonate, welche hauptsächlich zwischen April und September geführt wurden. Das sind in der Saison grob geschätzt ca. 30 Anrufe/ Werktag!

Und genau in diesem Zeitraum füllen sich auch die Volieren mit verletzten oder hilflosen Vögeln, um die sich die Expert:innen auch kümmern müssen. 2021 wurden von ihnen 1.177 Wildvögel aus 37 Arten versorgt. Die häufigsten Ursachen für die Einlieferung in die Pflegestation sind Verletzungen, die durch Scheibenanflug, Kollision mit Fahrzeugen und Angriffe von freilaufenden Katzen verursacht werden.


Doch was passiert mit einem gefundenen, verletzten Wildvogel?

Pflegestation für Greifvögel
Volieren für Krähenvögel – gerade im Umbau
Fotos: C. Fabian


Es wird in der Tierklinik der FU Berlin tierärztlich versorgt und die Chancen auf erfolgreiche Wiederauswilderung eingeschätzt. Dann übernehmen die Tierpflegerinnen der Wildvogelstation alles Weitere.

Die Aufenthalte der Vögel sind dort sehr individuell organisiert, um die Heilungschancen optimal auszuschöpfen. Greifvögel werden zum Beispiel blickgeschützt untergebracht, um das Stresslevel so gering wie möglich zu halten. Eine Kameraüberwachung gewährleistet 24h Einblicke und somit ein bedarfsgerechtes Handeln bei den Pfleglingen.

Krähenvögel hingegen werden in offener gestalteten Volieren gehalten, damit sie mit der umliegenden Krähenpopulation kommunizieren können, um ihre Position in dieser Gemeinschaft schon vor dem Freiflug klären zu können.

Bei sensiblen Vogelarten, wie z.B. dem Mauersegler, ist eine Handaufzucht hilfsbedürftiger Jungtiere sehr kompliziert. Deshalb favorisiert das Team hier das sogenannte Adoptionsverfahren. Hierfür wurden spezielle Nisthilfen für Mauersegler entwickelt, die ein Zusetzen von Nestlingen ermöglicht. Eine Erfolgsgeschichte ist hier nachzulesen.

Doch egal um welche Vogelart es sich handelt, eines gilt für alle Pfleglinge: Erst wenn der Vogel selbständig fressen und fliegen kann, wird er wieder frei gelassen und das kann schon mal 3-4 Wochen dauern…


Einfache Maßnahmen, die helfen

Neben der Pflege der Vögel, ist vor allem die Beratung für ein gemeinsames Miteinander zwischen Mensch & Tier, Aufklärung von Irrtümern – Nein, Rabeneltern lassen ihre Kinder nicht im Stich! – und Vermittlung von Hilfsangeboten am wichtigsten. Denn darin sehen sie einen fundamentalen Beitrag für die Förderung von Naturverständnis und -verbindung bei der Berliner Bevölkerung.

So gibt es beispielsweise eine Handvoll an Vogelschutzmaßnahmen, die jede/r beachten und umsetzen kann:

  • verwilderte Ecken und/oder dornenbehaftete Sträucher im Garten belassen
  • Futter- und Wasserstellen für Vögel katzensicher aufstellen/-hängen
  • Hauskatzen im Frühjahr zumindest nicht in den Morgenstunden und auch nicht unbeaufsichtig rauslassen
  • bei großen Fenstern Vogelschutzfolien anbringen (die bekannten Vogelsilhouetten helfen nicht)
  • am besten im Frühjahr (während der Balzzeit) keine Fenster putzen
  • wenn ein scheinbar hilfloser Vogel gesichtet wird, dann erst beobachten, denn viele Vogeleltern kümmern sich auch außerhalb des Nestes liebevoll um den „Nestflüchter“

Gemäß dem Motto „Verletzte Wildtiere gehören in Expertenhand“ soll man auf gar keinen Fall unüberlegt das Fundtier in eigene Obhut nehmen, sondern die entsprechenden Stellen kontaktieren und die Beobachtungen über die Beeinträchtigungen des Tieres mitteilen:

Wildvogelstation: 030 54 71 28 92
Kleintierklinik Düppel:
Oertzenweg 19b
14163 Berlin Zehlendorf

Bitte beachten: Die Abgabe sollte nach Möglichkeit von Montag bis Freitag von 8:30 – 15:30 Uhr erfolgen, da in dieser Zeit spezialisiertes Personal anwesend ist. Alle anderen Zeiten sollten Ausnahmen sein. Bitte planen Sie Wartezeit ein, da die Klinik eine der wenigen Kliniken Berlins ist, in der entsprechend viele Notfälle behandelt werden, so dass es sein kann, dass eine unmittelbare Untersuchung Ihres Findlings ggf. nicht immer möglich ist.

Für Stadt-/Haustauben: Tierheim Berlin

Zur Einschätzung der Fundsituation und Einleitung entsprechender Maßnahmen ist das von der Wildvogelstation erarbeitete Schema hilfreich: Wildvogel gefunden – was tun?

Die Einhaltung der Vorschläge für den Vogelschutz sowie Tipps bei Fund eines Tieres helfen den Tierschützer:innen der Wildvogelstation ungemein. Aber auch eine finanzielle Unterstützung in Form von Spenden und der Übernahme einer symbolischen Patenschaft entlastet das Team sehr, denn dadurch können Futtermittelbesorgung, Um-/Ausbauten von Volieren, Gestaltung des Geländes und ähnliches viel entspannter geplant und realisiert werden.

Freilassung eines Sperbers aus der Wildvogelstation
Foto: Alexandra Delor

Marc Engler und seine Kolleginnen bedanken sich schon jetzt für jegliche Unterstützung und sehen der kommenden Saison sehr zuversichtlich entgegen!


Wildvogelstation
Zum Forsthaus 7
12 683 Berlin
Tel.: (030) 54 71 28 92 oder (030) 50 96 77 66

Die Wildvogelstation erreicht stündlich eine Vielzahl an Anrufen, die das Team nicht alle gleichzeitig beantworten kann. Bitte hinterlassen Sie daher eine Nachricht mit Ihrem Namen, Telefonnummer, Adresse und Ihrem Anliegen, die Mitarbeiter*innen melden sich schnellstmöglich zurück.

Bitte beachten Sie: Bringen Sie Wildvögel nicht ohne vorherigen telefonischen Kontakt in die Wildvogelstation! Eine vorherige Beratung ist dringend nötig um abzuklären, wie dem Tier auf dem schnellsten Weg geholfen werden kann. Eine tierärztliche Versorgung und Diagnose sind in der Wildvogelstation nicht möglich. Erreichbarkeit: Mo-Fr, 9-17 Uhr | Am Wochenende: eingeschränkte Erreichbarkeit für Notfälle

Der Wiedehopf – Vogel des Jahres 2022

Der Wiedehopf – Vogel des Jahres 2022

Darf ich mich vorstellen…?

Mein Name ist Hopf, Wiede Hopf.

Ich fühle mich sehr geschmeichelt, zum Vogel des Jahres 2022 gekürt worden zu sein. Aber ganz ehrlich, das wurde aber auch mal wieder Zeit. Gibt es doch keinen einheimischen Vogel, der mir das Wasser reichen kann. Das muss hier mal in aller Bescheidenheit dargelegt werden.

Wie es begann

Aber der Reihe nach…

Vor zwei Jahren bin ich aus einem eher unscheinbaren grau gesprenkelten Ei geschlüpft. Etwa 18 Tage hat es gedauert bis ich mit meinem zarten Schnabel die Schale durchstoßen konnte und mich in einer kuschligen Baumhöhle wiederfand.

Den Platz dort musste ich mit meinen vier Geschwistern teilen, genauso wie das Futter. Das schleppte mein Vater unermüdlich heran, denn meine Mutter sorgte mit ihrem warmen Federkleid dafür, dass wir noch ziemlich kahlen Vogelbabys nicht auskühlten.

Als uns dann nach ungefähr zehn Tagen ein weicher Federflaum umschloss, machte sich auch unsere Mutter daran unseren unbändigen Hunger zu stillen. Meist waren es Insekten, die uns in den Schlund gestopft wurden.


Ganz so harmonisch wie das klingt, war das allerdings nicht. Eines Tages bekamen wir äußerst unangenehmen Besuch. Ein Marder hatte wohl großen Appetit auf zartes Geflügel. Dem haben wir es aber gezeigt! Wir gaben zischende Geräusche von uns, wie Schlangen. Da hat der Kerl schon ganz schön verdutzt geschaut. Aber als wir dann auch noch ein stinkendes Sekret aus unseren Bürzeldrüsen spritzen ließen, suchte der Marder schnell das Weite. Übrigens verfügt unsere Mutter auch über so einen Stink-Abwehr-Mechanismus.

Die Redewendung der Menschen „Du stinkst wie ein Wiedehopf“ entstammt wohl dieser Tatsache.


Auf eigenen Beinen

Nach etwa 28 Tagen wurden aus uns Nestlingen, Ästlinge. Eigentlich erklären die Namen alles. Erst im Nest, dann raus ins Geäst. Dort wurden wir noch fünf Tage gefüttert. Dann war Schluss mit lustig und wir mussten selbst für uns sorgen.

Der Wald mit seinen hohen alten Bäumen bot Schutz und auf freien Flächen suchte ich mir meine Nahrung. Ihr glaubt nicht, was es dort Leckeres zu finden gibt.

Käfer, Grillen, Heuschrecken, Schmetterlingsraupen, Spinnen, Larven und sogar Eidechsen und Regenwürmer pickte ich mit meinem leicht gebogenen sechs Zentimeter langen Schnabel aus der Erde.

Mächtig prächtig

Aus mir wurde ein prächtiges Kerlchen. Mit achtundzwanzig Zentimetern Länge, bin ich etwa so groß wie eine Drossel. Wirke aber deutlich größer und bin weitaus schöner.

Meinen Kopf ziert eine Haube, orange-braun gefärbt mit schwarzen Spitzen. Auch mein Gesicht, Hals und Nacken strahlen in warmen Orangetönen. Mein Rücken, inklusive der Flügel leuchten vornehm in schwarz/weiß. Mein prächtiges Erscheinungsbild wird von glänzend schwarzen Schwanzfedern abgerundet.

Wenn Menschen mich sehen, klappt ihnen der Unterkiefer herunter und sie bekommen vor Staunen kein Wort heraus

In der freien Landschaft auf Nahrungssuche, birgt das natürlich auch so seine Gefahren. Für Greifvögel wäre ich ein gefundenes Fressen. Aber trotz meiner auffälligen Färbung gelingt mir ein Trick immer gut. Wenn ich mir der Gefahr bewusstwerde, drücke ich mich flach auf den Boden und breite dabei die Flügel aus, erhobenen Hauptes erstarre ich.

Und ob ihr´s glaubt oder nicht, dabei verschmelze ich so mit dem Untergrund, dass der Greif keine Chance hat mich zu finden.

Zeichnung: Helena Renker

Als die Tage wieder kürzer und die Nächte kälter wurden, packte mich die Reiselust. Es muss so im August gewesen sein, als ich meine prächtigen Flügel ausbreitete, mich in die Lüfte erhob und gen Afrika segelte. Hui, war das schön, aber sehr weit und mächtig anstrengend. Na ja, ich konnte mich ja etwa sieben Monate davon erholen. Im März machte ich mich wieder auf den Rückweg. Das fiel mir schon etwas leichter, habe nämlich an Muskelmasse und Erfahrung gewonnen.


Upu-pup!

Aber noch etwas war geschehen. Ich spürte ein unbändiges Verlangen in mir, einem Weibchen zu imponieren. Zurück in der Heimat, setzte ich alles daran dieses Verlangen zu stillen. Ich flog in einen Baum, richtete meine Federkrone auf, reckte den Hals und ließ meine wunderschöne Stimme erklingen.

„Upu-pup“ schallte es durch Wald und Flur. Wieder und wieder ließ ich den Balzruf ertönen. Es wurde von Mal zu Mal besser. So war es nicht verwunderlich, dass sich schon bald eine attraktive Artgenossin blicken ließ. (Die sehen übrigens fast genauso aus wie wir Männchen, nur nicht ganz so farbintensiv.)

Diese ließ sich nicht nur von meiner Stimme betören, sondern war auch begeistert von meinem schmetterlingsartig gaukelnden Flug. Außerdem köderte ich sie mit einigen Leckerbissen in Form von Engerlingen und Spinnen.

Und schwupp, schon verschwanden wir in der Höhle eines alten Baumes. Was darin passierte, bleibt unser Geheimnis. Bald darauf legte meine Partnerin jenes Sommers sieben grau gesprenkelte Eier.

Da saß sie nun und brütete und ich schaffte Futter heran.

Erst nur für sie allein, dann hatte ich noch sechs weitere Schnäbel zu stopfen. Ein Junges hatte es nicht geschafft, aus dem Ei zu schlüpfen. Der Sommer war wunderschön und Futter reichlich vorhanden. So konnten wir nachdem die erste Brut flügge geworden war, schnell noch eine zweite folgen lassen.

Sehr anstrengend, sag´ ich euch. Dann packte mich auch schon wieder das Reisefieber und ich rauschte ab nach Afrika ins Winterquartier.

Am Rande sei noch erwähnt, dass mein wissenschaftlicher Name Upupa epops ganz viel mit meinem Balzruf zu tun haben soll.

Fotos: Dirk Dreyer

Im Niedersorbischen werde ich Hubbatz genannt. Ich möchte nicht näher auf den Ausspruch „du stinkst wie hubbatz“ eingehen, wollte es nur für ganz Wissbegierige erwähnt haben. Obwohl ich so ein cooler Vogel bin, habe ich leider auch Feinde. Marder und Greifvögel erwähnte ich bereits. Hinzu kommen Raben, Katzen, Wiesel und Schlangen.

Und nicht zuletzt, sondern zu allererst der Mensch. Alte Bäume mit Nisthöhlen sind selten geworden. Unbebaute Freiflächen zur Futtersuche auch. Zunehmender Verkehr, Luftverschmutzung, immer mehr Häuser, Straßen, Pestizide, Mountainbiker, Reiter und Crosser, die außerhalb der Wege meinen Lebensraum gefährden, machen mir und meinesgleichen das Leben schwer. Kein Wunder, dass ich auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehe.


Zu guter Letzt

Klar gibt es auch Ausnahmen. Das sind Menschen, die uns mit kreativen Nisthilfen unter die Flügel greifen. Ich kenne Wiedehopfe, die diese Brutröhren und -kästen gerne annehmen. Ich finde Baumhöhlen viel besser und liebe es, ungestört auf Futtersuche zu gehen.

Nun aber genug geschwatzt. Die Balzsaison beginnt und ich da will ich wieder ganz vorne mitmischen.

Euer Wiede Hopf

P.S. Es steht geschrieben, dass Wiedehopfe so um die zehn Jahre alt werden kann. Aber verlasst euch drauf, ich werde alle eines Besseren belehren… upu-pup!

Text: Michaela Tiedt-Quandt

Blick in Blätterdach einer Buche

Die Buche – Baum des Jahres 2022

Die Buche (Fagus sylvatica)

Die Buche ist der Baum des Jahres 2022 !

Ein Grund mehr, der Mutter des Waldes über ihre silbergraue glatte Rinde zu streicheln. Diese ist im Verhältnis zu Rinden anderer Bäume ziemlich dünn. Bei intensiver Sonneneinstrahlung kann das für den Wassertransport von Wurzel zur Krone schon mal problematisch werden.

Deshalb schützt sich die Buche mit einem großen Blätterdach vor Austrocknung, was wiederum auch uns an heißen Sommertagen zugute kommt. So ein Päuschen am Stamm einer Buche wird dann zu einer kühlen Wohltat. …und erst der Blick am Stamm hinauf in die hohe Krone! Mit einer Wuchshöhe von 30 bis 35 Metern werden Rotbuchen stattliche Bäume. Ihr maximales Alter liegt bei 300 Jahren.

Die Blätter sind eiförmig und am Blattrand leicht beharrt. Jung sind sie essbar, genauso wie die Samen der Buche, die Bucheckern. In jeder Fruchthülle finden sich zwei dreieckige Nüsse. Sie enthalten bis zu 20% Öl und sind sehr gesund. Zuviel solltest du aber nicht naschen, denn der enthaltene Wirkstoff Fagin kann zu Vergiftungserscheinungen führen. Alle fünf bis acht Jahre tritt bei der Buche ein sogenanntes Mastjahr auf, in dem die Bäume Unmengen ihrer Früchte zu Boden fallen lassen.

Eine ausgewachsene Buche bildet eine riesige Blattoberfläche. Mit ihrem reichen Laubfall und der Duchwurzelung tiefer Bodenschichten sorgt sie für eine gute Bodenqualität in ihrer Umgebung. Daher wird sie von den Förstern auch oft als „Mutter des Waldes“ bezeichnet. Sie ist in ganz Mitteleuropa heimisch und natürlicherweise wäre der größte Teil Deutschlands von Buchen und Buchenmischwäldern bedeckt.

Buchecker

Die Buche verträgt viel Schatten, nur Tanne und Eibe verkraften noch mehr. Das macht sie zu einem beliebten Baum für den Unterwuchs beim Waldumbau von Monokulturen zu naturnahen Mischwäldern. Zu trocken oder zu nass darf der Boden allerdings nicht sein, im dauerfeuchten Auwald kannst du Buchen lange suchen. Frische und basenreiche, gut durchwurzelbare Böden sind ihr bevorzugtes Zuhause. Unter den mächtigen Baumriesen blühen vor dem Laubaustrieb Frühblüher wie Buschwindröschen, Seidelbast, Leberblümchen und Lungenkraut. Auf feuchteren Standorten gedeihen der Lerchensporn und der leckere Bärlauch.

LEBERBLÜMCHEN
BUSCHWINDRÖSCHEN
LUNGENKRAUT

Die Flora ist vielfältig, aber die Fauna noch zahlreicher!

Rund 7000 Tierarten, davon über 5000 Insekten, sind auf den Buchenwald angewiesen. Ein häufiger Vertreter ist der sogenannte Buchenstreckfuß. Die Raupe des unscheinbaren Nachtfalters ist wunderschön und leicht an ihrem roten Schwanz zu erkennen. Deshalb wird der Falter auch Buchenrotschwanz genannt.

Gerade Schnecken fühlen sich in einem Buchenwald aufgrund des feuchten Innenklimas besonders wohl und so kriechen an die 70 Arten durch einen Buchenwald. Ganz schön schleimig


Besonders in absterbenden Buchen tobt das Leben…

Zeichnung Schwarzspecht

Stehendes und liegendes Totholz bietet Lebensraum für über 250 Pilzarten und allerlei Käfer, wie zum Beispiel dem Buchenbock oder dem Kopfhornschröter. Wo Käfer vorkommen, sind auch die Vögel natürlich nicht weit! Schwarzspechte zimmern große ovale Höhlen, um zu brüten. Die Hohltaube zieht anschließend gerne als Nachmieter ein und auch Fledermäuse freuen sich über ein geeignetes Sommer- oder auch Winterquartier.

Die Kohlmeise, der Waldlaubsänger und Zwergschnäpper lieben alte Buchenwälder und natürlich auch ein Vogel, der seinen Namen von der Buche bekam, der Buchfink.

Spechtflöte

Der Erhalt von noch verbliebenden naturnahen Buchenwäldern ist für den Biotopschutz enorm wichtig. Somit sind Buchenwaldgesellschaften in die FFH Richtlinie aufgenommen worden und seitdem einem besonderen Schutz unterstellt.

Da ein alter Buchenwald auch weltweit ein sehr wertvolles Naturgut darstellt, wurden die letzten ihrer Art als UNESCO- Weltnaturerbe ausgewiesen. In Deutschland gibt es sogar fünf solcher Wälder, die diesen Status erhalten haben: der Serrahner Urwald und der Nationalpark Jasmund in Mecklenburg- Vorpommern, der Grumsiner Forst in Brandenburg,der Nationalpark Hainich in Thüringen undder Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen.


Der Baum der Ahnen



Die Rotbuche hatte schon bei den Kelten eine wichtige Bedeutung.

Druiden nutzten Stäbe von der Buche wegen ihrer glatten Rinde, um Schriftzeichen (Runen) einzuritzen. Sie brauchten solche Buchenstäbe für Weissagungen. Die Zeremonien für derartige Orakel sollen sich folgendermaßen zugetragen haben: Die Druiden nahmen die Buchenstäbe und ließen sie auf einem heiligen Tuch wie ein Mikado fallen. Dann zogen sie je nach Fragestellung bzw. Thema mehrere dieser Stäbe auf und deuteten die Konstellation für den Blick in die Zukunft.

Auf dieses Ritual ist wahrscheinlich die Bezeichnung unserer Schriftzeichen zurückzuführen: „BUCHSTABE“!

Leider führen viele Unwissende diese „Tradition“ auch heute noch fort und hinterlassen ihre Initialen in der Buchenrinde. Damit schaden sie dem Baum, denn durch die Rindenverletzung können Pilzsporen eindringen, die dann Zersetzungsprozesse in Gang bringen.

Das erste „BUCH“ bestand übrigens aus zusammengehefteten Buchenholztafeln, deshalb sprechen wir auch heute noch von Büchern, wenn wir gebundene Schriftstücke meinen.

Doch nicht nur Alltagsgegenstände wurden nach der Buche benannt, auch die Namen von ca. 1.500 Ortschaften in Deutschland zeugen von der ursprünglichen Ausbreitung und Häufigkeit der Rotbuche. Wohnst du vielleicht auch in solch einem Ort? Nicht zuletzt weisen auch viele Familiennamen wie Buchholz, Buchmann oder Bucheit auf die ehemalige Verbundenheit der Menschen mit dem schönen alten Baum hin.

Um ganz genau zu sein, heißt er aber Fagus sylvatica, die Rotbuche. Aber warum eigentlich rot? Tatsächlich zeigt sich im frischen Buchenholz eine rötlich-weiße Farbe. Es besitzt eine hohe Härte und ist wenig elastisch. Daher findet es bis heute unter anderem Verwendung für die Herstellung von Werkzeugen, Möbeln, Holzspielzeugen, Parkett und im Treppenbau.


Buchenholz als Rohstoff

Buchenholz verfügt über einen hohen Brennwert. Das wussten bereits unsere Vorfahren, die in vielen Köhlereien Holzkohle für die Erzverschmelzung herstellten, sowie auch die Holzasche für die Produktion von Glas benötigten. Dieser damalige Raubbau in unseren Wäldern ist einer der Gründe, warum heute viele Waldflächen in Deutschland von Monokulturen geprägt sind und nur noch wenige alte Buchen vorhanden sind.

Heute wird Buchenholz immer noch zu hochwertiger Holzkohle verarbeitet und Buchenspäne sind nach wie vor für die Produktion von Räucherware (z.B. Fisch, Schinken) sehr begehrt. Für den Außenbereich ist das Holz der Buche ohne Schutzbehandlung nicht geeignet, da es besonders anfällig für Pilzbefall ist. Schwächeres Buchenholz wird in der Zellstoff- und Papierindustrie, als auch für Span- und Faserplatten verwendet.


Wie geht es der Buche heute im Rahmen des Klimawandels?

Aufgrund der intensiven Trockenjahren (2018, etc.) sind die tieferen Bodenwasserspeicher erschöpft. Die Bäume können nicht genügend Feinwurzeln nachbilden, welche für eine gute Wasserversorgung essentiell sind. Weniger Feinwurzeln senken zudem die Symbiose-Wahrscheinlichkeit mit Mykorrhizapilzen, was letztendlich zu einem Absterben beider Partner führen kann. Auch im oberen Teil des Baumes ist der Trockenstress erkennbar: spärliches Laub, Kronenverlichtungen, abgestorbene Kronenteile und viele Grünabbrüche.

Der Klimawandel fördert außerdem neue Baumkrankheiten. Bei der Buche vermehrt sich der sogenannte Buchenschleimfluss, welcher viele Symptome auf sich vereint und daher als Komplexkrankheit eingeordnet wird.

Vielerorts werden wohl die Buchen auf kärgeren Standorten verschwinden und von trockenresistenteren Baumarten (z.B. Traubeneiche, Winterlinde) abgelöst. Nach wie vor ist die Buche jedoch eine wichtige und unverzichtbare Baumart im Rahmen des Waldumbaus, vor allem in Mischbeständen. So werden vielerorts Pflanzaktionen durchgeführt, um die vielen Kiefern- und Fichtenmonokulturen mit Laubbaumarten zu durchmischen. Dabei spielt die Rotbuche eine wichtige Rolle!

Demzufolge dient die „Mutter unserer Wälder“ als Hoffnungsträgerin, welche dem Wald und uns allen Zuversicht spendet und Heimat gibt! Diese Aspekte waren vielleicht auch ausschlaggebend, dass die Rotbuche von der Dr. Silvius Wodarz Stiftung bereits zum zweiten Mal zum BAUM DES JAHRES gewählt wurde.

Falls du Interesse hast, als Freiwillige*r an Pflanz- und Waldpflegeprojekten teilzunehmen, bist du beim Bergwaldprojekt e.V. an der richtigen Adresse. Hier ein paar Impressionen von einer Pflanzaktion 2021 am Gorinsee.


Baumsteckbrief Buche
(link zu Wald.de)

Die Buche als Heilpflanze
(Link zu VorsichtGesund.de)

Der Berliner Klimapfad

Die Freiluftausstellung „Wald.Berlin.Klima.“
im Grunewald

~0,5 ha Wald können den CO2-Ausstoß einer Berliner:in ausgleichen

Die Klimakrise ist aktueller denn je. Die Zahl der Extremwetter-Ereignisse nimmt zu – die Auswirkungen des Klimawandels sind nun auch hier in Deutschland zu erkennen.

Es ist in diesem Kontext umso bedeutender, sich selbst mit Ökologie, der Natur und dementsprechend auch dem Wald auseinanderzusetzen. Das ist über viele verschiedene Wege möglich: Online oder durch Literatur, aber natürlich auch im Fernsehen. Es gibt aber auch den Weg in und durch den Wald, der im Rahmen der thematischen Auseinandersetzung oft vergessen wird.

Denn auf den ersten Blick erscheint es, als würde ein höherer Zeit- und Kraftaufwand entstehen, als sich von der wortwörtlich von der Couch zu informieren, was für viele aufgrund des hektischen (Stadt)Lebens lukrativ erscheint.

Es stimmt allerdings auch, dass wir uns eine ganz neue Welt eröffnen, wenn wir uns dann mal die Zeit für einen Ausflug in den Wald nehmen.  Denn der Wald ist seit jeher ein sehr friedvoller und entwaffnender Ort, wenn seine Besucher die nötige Zeit und Lust mitbringen.

Ich hatte das Glück, mich im Rahmen meines FÖJ’s* an der Waldschule Plänterwald mit dem Thema Wald – und in diesem Fall konkret mit der Ausstellung im Grunewald – auseinandersetzen zu dürfen.

Karte Klimapfad
Haupteingang des Klimapfades

Unweit vom Grunewaldturm lädt die Palisadenwand auf einen erholsamen, gleichzeitig aber auch sehr informativen Waldspaziergang ein.

Insgesamt 11 Stationen (über ungefähr 4 Kilometer) decken ein breites Spektrum an Themen ab, von Moorentstehungen und Waldfenstern bis zum generellen Ökosystem Wald und seiner Bedeutung im Kampf gegen den Klimawandel. 

Praktisch ausgewiesen mit orangenen Pfeilern, ist der Pfad auch für junge Interessent:innen geeignet, zudem wurde bei den Ausstellungsstationen viel Wert auf Inklusion gelegt.



Meine persönlichen Highlights des Waldspaziergangs sind der ,,Trinkwasserbrunnen“ und der ,,Kohlenstoffspeicher Baum“.  Ich möchte insgesamt festhalten, dass die Ausstellung ,,Wald.Berlin.Klima“ im Grunewald neben den generellen Berührungen mit dem Wald überhaupt, zusätzlich eine tolle Möglichkeit zur Umweltbildung mit Beispielen aus erster Hand darstellt.


Text und Fotos:

Jonah Schütz-Jalloh
*Teilnehmer am Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) 2021/22