Sommerzeit – Holunderzeit

SOMMERZEIT – HOLUNDERZEIT

Holunderblüten

Ein betörender Duft liegt in der Luft

…als ich am Nachmittag über die Wiese streife. Und schon von weitem leuchten mir vor blauem Himmel die cremeweißen Dolden meines Lieblingsstrauches entgegen: der Holunder blüht!

Es ist einer der typischen Sommerdüfte: süßlich, ein wenig nach Erde, irgendwie schwer und doch leicht flüchtig… unbeschreiblich. Von etwa Mai bis Juli öffnen sich nach und nach an den Holundersträuchern unzählige Blütendolden. Diese Trugdolden sind aus Unmengen kleiner weißen Blütensternchen zusammengesetzt und jedes dieser Blütensternchen trägt 5 pollenreiche Staubblätter, die diesen intensiven Geruch verströmen.

Das schaue ich mir mal genauer an, denn ich möchte ja gerne auch dieses Jahr wieder diesen Sommerduft in leckerem Sirup konservieren. An grauen Herbst- und Wintertagen kann ich dann mit einem Glas heissem oder kaltem Holunder das Gefühl von Sommer und Wärme wieder heraufbeschwören…

Doch der den Sommerduft bewahrende Blütensirup ist nur ein Teil von dem, was dieser Strauch zu bieten hat.

Holunderblütensirup

Ein Strauch  – viele Namen

Sehr wahrscheinlich stammt der Name Holunder vom althochdeutschen Namen „Holuntar“ – heiliger Baum – ab.  In Süddeutschland heißt er Holder oder Hollerbusch, in Norddeutschland nennt man ihn Eller oder Ellhorn, in England „elder“. Auch Flieder oder Fliederbusch heisst er – ist aber mit dem uns bekannten lila Flieder gar nicht verwandt.

Mit „Attich“ ist meist der kleine Bruder, der Zwergholunder gemeint, mit „Hirschholunder“ der Rote Holunder mit seinen leuchtend roten Beerentrauben. Beide sind weit weniger verbreitet.

Der botanische Name „sambucus“ könnte auf die „Sambyke“ zurückzuführen sein, ein altgriechisches Musikinstument aus Holunderholz.

Frau Holle und ihr Holunder

Aber natürlich kann der Holunder seinen Namen auch von der germanischen Göttin „Holla“ erhalten haben, die vor langer Zeit im süddeutschen Raum verehrt wurde. „Holla“ wurde als gütige Göttin der Erde und des Himmels verehrt, sie ist zuständig für Wetter und Jahreszeiten, sowie für die Fruchtbarkeit der Felder, der Tiere und der Menschen. Sie ist auch die Herrscherin der „Anderswelt“, der Geister der Toten, der Zwerge und Gnome.
Sie erscheint in unterschiedlichster Gestalt – als schöne junge Frau, als gute Mutter oder auch als alte, gruselige Hexe.

Jedes Kind kennt das Märchen von Frau Holle, die als gute Herrin einer anderen Welt die fleissige Goldmarie belohnt und die unfreundliche Pechmarie straft, bevor sie sie wieder ins eigene Dorf und ins eigentliche Leben zurückschickt.

Verschiedene Wege führen die Seelen der Menschen zur Holla – Brunnen, Höhlen, Sümpfe oder eben auch: der Holunder.

Seine Wurzeln reichen weit in die Erde – dort wo die Geister und Seelen der  Verstorbenen wohnen. Die leichten hohlen Zweige und Äste strecken sich zum Licht hin in den Himmel und die Knospen treiben ganz zeitig im Frühjahr aus. Die Blüten sind weiss, luftig leicht und duftig, die Beeren schwarz und kernig.

Schwere und Leichtigkeit, Leben und Tod, Gesundheit und Krankheit, Weiß und Schwarz bilden bei diesem Strauch keine Gegensätze, sondern sind eng miteinander verwoben.

Hollunderstrauch

Verbindungen zur Unterwelt

Der Holunder wurde sehr verehrt. Man glaubte, schon allein das Beschneiden des Strauches würde Unheil bringen, denn dann könnten böse Geister und Krankheiten aus der Erde entweichen.

Umgekehrt leiten die Wurzeln des Holunderstrauches – so glaubten alten Germanen und Kelten – die Seelen der Verstorbenen hinunter ins Reich der Toten. Die alten Friesen begruben deshalb gerne ihre Toten unter einem Holunderstrauch.

Der Hofholunder galt als Verbindung zu den Vorfahren und Ahnen der Familie. Man stellte ihnen, um ihr Wohlwollen zu erbitten oder um Rat zu fragen, Schälchen mit Milch und Brot unter den Strauch. Wurde jemand im Haus schwer krank, so wurden den Ahnen Opfergaben gebracht. Wenn der Kranke wieder gesund wurde, gab es ein Dankeschön. Verdorrt der Hofholunder, wird jemand im Haus sterben – war eine landläufige Meinung.

Verstorbene wurden auf Holunderreisig aufgebahrt, der Sargschreiner nutzte einen Messstab aus Holunderholz, um den Sarg auszumessen und der Kutscher, der den Sarg zum Friedhof brachte, trieb die Pferde mit einer Gerte aus Holunderholz an. In Tirol steckte man auf das Grab ein Kreuz aus Holunderholz – wenn es Wurzeln schlug und grünte, wussten die Angehörigen: der liebe Verstorbene ist selig geworden.

Selbst der mächtige Zauberstab der Harry-Potter-Bücher – einer der drei Heiligtümer des Todes – der „Elderstab“ ist – wie der Name schon sagt – aus dem Holz des Holunders.

Ringel, ringel, reihe…

Holunder ist ein äußerst vitales und widerstandsfähiges Gewächs. Wo er einmal Fuß gefasst hat, ist er kaum wieder zu beseitigen und kommt immer wieder.

Nachbars Kinder und Nachbars Holunder
bannest du nie auf Dauer
schließt du ihnen die Tür – oh Wunder –
klettern sie über die Mauer…
(Sprichwort)

So wuchsfreudig ist der Strauch, dass er heutzutage gelegentlich schon wieder als beeinträchtigender „Wildwuchs“  in forstlichen Kulturen und Anpflanzungen betrachtet wird.

Holunder im Wald

Die Zeit der Sonnenwende und der Holunderblüte ist die Zeit der Liebe und Fruchtbarkeit. Im Thüringer Wald heißt es: „um Johanni blüht der Holler – da wird die Liebe noch doller.“

Auch der alte Abzählreim „Petersilie, Suppenkraut  …..unter einem Hollerbusch gab sie ihrem Schatz nen Kuss. Roter Wein und weißer Wein, morgen soll die Hochzeit sein…“ zeigt, dass Holunder und Liebe wohl irgendwie zusammen gehören.

In einigen Gebieten schüttelten die jungen Mädchen zur Sommersonnenwende die Zweige des Holunders, damit er ihnen im Traum ihren Zukünftigen verrate. Traditionell wurden und werden um die Sonnenwende herum „Hollerküchlein“ aus den Blütendolden gebacken, denn der Duft des Holunders soll Liebe und Lust wecken.

Womöglich hat das dann Folgen, denn in einem alten Kinderlied singt man:

Ringel, ringel, reihe
wir sind der Kinder dreie
sitzen unterm Hollerbusch,

machen alle husch, husch, husch

Frau Holle, die Königin der „Anderswelt“ schickt nämlich die dort wohnenden Seelen zu gegebener Zeit wieder in die Lebenswelt zurück. Am besten durch den Holunder, wo die kleinen Seelchen dann nur darauf warten, dass die zukünftige Mutter den Strauch berührt. Und husch, husch, husch – schlüpfen sie in ihren Schoß.

Giftiges Heilmittel

Seit alters her ist der Holunder der Besiedelung durch den Menschen gefolgt. Es gab wohl keinen Hof, auf dem der Holunder nicht wuchs.
Wie Frau Holle ist auch er den Menschen wohl gesonnen und tut ihnen Gutes.

Rinde, Beere, Blatt und Blüte
jeder Teil ist Kraft und Güte.
Jeder segensvoll“
(Sprichwort)

Der Holunder galt als Schutzbaum und wurde mit seinen Blättern, Blüten, Früchten und Rinde als Hausapotheke sowie als Obstbaum genutzt.
Aber Vorsicht! Was in geringen Mengen und nach dem Kochen durchaus heilsam sein ist, kann in größeren Mengen oder „roh“  ziemlich unangenehm werden! Beeren, Samen, Blätter und Rinde enthalten einen Giftstoff, das Sambunigrin. Es zerfällt beim Erhitzen und wird unwirksam. Ungekocht verspeist, ist mit schweren Magen-Darm-Verstimmungen zu rechnen!

Tee aus den getrockneten Blüten wurde ist wirksam gegen Erkältungskrankheiten, harn- und schweisstreibend und fiebersenkend – unabdingbar zu Zeiten ohne Antibiotika und Krankenversicherung

Hollunderblütenknospen
Holunderbeeren

Aus den im Hochsommer gesammelten, frischen Blättern ließ sich Salbe herstellen – anzuwenden bei Prellungen, Quetschungen und Frostbeulen. Gekochte Blätter wurden bei Brustentzündungen aufgelegt.

Aus den im Spätsommer überreich vorhandenen schwarzen Beeren wurde als Vorbereitung auf den kalten Winter Suppe, Mus und Saft gekocht,  eine vitamin- und mineralstoffreiche Bereicherung des Speiseplans, gleichzeitig hilfreich bei Ischias, Rheuma und Gicht. Geröstete Beeren waren den Winter über wichtige Vitamin-C-Spender!

Die im Herbst gesammelte Rinde nutzten unsere Vorfahren zur innerlichen Reinigung. Ein daraus hergestellter Sud verursachte entweder arge Durchfälle oder führte Erbrechen herbei. Beides wirkte entgiftend und entschlackend, war aber in der Wirkung wohl unangenehm heftig. Deshalb: lieber nicht ausprobieren!

Aber nun geht es erst einmal ans Blütenpflücken

Wenn die kleinen Blüten schön gelb vom Blütenstaub sind, ist es die richtige Sammelzeit. Traditionell wurden die Blüten an Johanni (23. Juni) um 12 Uhr mittags gepflückt.

Sie lassen sich gut mit einer Schere oder einem Schnitzmesser abschneiden. Verlauste Dolden lasse ich gleich am Strauch. Läuse sind wichtig für Ameisen und viele verschiedene Vogelarten! Und bei der Menge an Dolden kommt es darauf nicht an! Schließlich freuen sich Bienen, Hummeln und andere Insekten auch über Pollen und Nektar.

Kleine, schwarze, sehr flinke Kurzflügler oder Spinnen fege ich vorsichtig mit einem feinen Pinsel heraus, wenn sie im Korb nicht freiwillig die Flucht ergreifen. Auf das Waschen der Dolden wird verzichtet, denn damit würde ich nur die duftenden Pollenkörnchen wegschwemmen!

Der Korb ist schnell voll – ich habe nun genug für Sirup, Blütentee und ein paar Holunderküchlein. Und ich freue mich schon auf die Beerenernte im Herbst – auf Marmelade, Mus und Suppe!

Holunderblüten
Flöte aus Holunderholz

Weil ich das Schnitzmesser schon zur Hand habe, setz ich mich hin und bastle ich mir noch ein kleines Pfeiferl aus einem Holunderzweig.

Mal sehen, vielleicht hat es ja magische Kräfte und der Hund hört drauf!


Weitere spannende Infos, leckere Rezepte und Schnitzanleitung

Literatur

Wolf-Dieter Storl: Die Pflanzen der Kelten; Menssana 2010

Wolf-Dieter Storl: Kräuterkunde; Aurum 2015

Elvira Grudzielski: Die heilende Kraft der Bäume;  Demmler-Verlag 2013

Krystin Liebert: Holunder; Demmler Verlag 2009

Wolf-Dieter Storl: Die alte Göttin und ihre Pflanzen, Kailash-Verlag 2014

Diane Dittmer: Wald- und Wiesen-Kochbuch  GU-Verlag München 2014

Links

https://engelundelfen.com/natur/ueber-baeume/der-holunder

https://www.mein-schoener-garten.de/lifestyle/gesund-leben/holunderbeeren-giftig-oder-essbar-36186

Rezepte

https://www.chefkoch.de/rezepte/362271121684042/Holundersirup.html

https://www.kochbar.de/rezepte/holunderbl%C3%BCtensirup.html

Holunderpfeiferl schnitzen

Der Eichen-prozessions-spinner

Der Eichenprozessiosspinner – ein Kurzportrait

Obwohl er ein ziemlich unscheinbarer Falter ist, haben die meisten Menschen bestimmt schon einmal vom Eichenprozessionsspinner gehört. Das liegt vor allem an seinen Raupen, die sich mit zahlreichen winzigen Brennhaaren gegen ihre Feinde schützen und durch ihr Nesselgift auch für Menschen eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Eichenprozessionsspinnerraupen


Behaarte Raupen

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners sind meist erst gegen Ende Mai zu sehen, aber die „haarigen“ Gesellen schlüpfen bereits Mitte April.

Die Raupen kommen vor allem an freistehenden und besonnten Eichen an Waldrändern, Alleen, Wegen, in Parks und Gärten vor. Besonders beliebt sind Bäume in unmittelbarer Nähe zu Lichtquellen oder Straßenlaternen.   

Mitte/Ende April schlüpfen die Eiräupchen aus ihren fischschuppenähnlichen Eigelegen, in denen sie auch tiefe Wintertemperaturen gut überstehen. Die Raupen fressen an den austreibenden Blättern der Eichen und überleben auch, wenn die Bäume noch nicht ausgetrieben haben. Die Brennhaare, die die Allergien auslösen können, werden erst zum Ende des dritten Raupenstadiums gebildet.

Raupen beim Fraß


Die Raupen sind dämmerungsaktiv. Sie halten sich tagsüber in sogenannten Tagesnestern auf und begeben sich nachts in den typischen Prozessionen auf Wanderschaft in den belaubten Kronenbereich.

Tagesnest am Stammfuß




Zu Beginn der Entwicklung sind die Raupen sehr mobil und legen Tagesnester in unterschiedlicher Größe und Anzahl an.




Die Raupen durchlaufen sechs Häutungen und zum Ende des dritten Raupenstadiums (je nach Witterung des Frühjahres ab circa 20. Mai) beginnt die Bildung der Brennhaare.

Diese nur 0,2 Millimeter langen Brennhaare brechen leicht ab. Sie sind mit Widerhaken versehen, die leicht in die Haut und Schleimhaut eindringen und dort das allergene Eiweißgift „Thaumetopoein“ freisetzen.

Raupe nach der 5. Hätung
Verpuppungsnest am Stamm



Ab dem fünften Raupenstadium, ca. Mitte Juni, werden die Raupen immer träger, um dann nach der letzten Häutung Ende Juni ins Ruhestadium überzugehen.

Die Raupen sind dann in festen Gespinsten eingesponnen, mit alten Häuten, Haaren und Kot.


Die Puppenruhe dauert ca. 3 bis 4 Wochen und Ende Juli/Anfang August schlüpfen die eher unscheinbaren, nur 2,5 bis 3,2 cm großen, graubraunen, nachtaktiven Falter.

Die Eiablage erfolgt oftmals schon in der ersten Nacht nach dem Falterschlupf. Im Schnitt legen die Weibchen 150 Eier ab.

Eichenprozessionsspinner – Falter
Verlassenes Verpuppungsnest



In den verlassenen Verpuppungsnestern befinden sich auch nach dem Schlupf noch alte Raupenhäute mit den Brennhaaren.

Überreste eines alten Verpuppungsnestes




Die Härchen können noch sehr lange allergische Reaktionen hervorrufen. Somit sind alte Gespinstnester an Bäumen oder am Boden weiterhin eine Gefahrenquelle. 

Gefährdungspotential

Die Brennhaare mit Widerhaken werden ab Ende des dritten Raupenstadiums, ca. ab 20. Mai, ausgebildet. Neben dem direkten Kontakt durch Berührung der Raupen oder von Überresten der verlassenen Verpuppungsnester können diese Härchen auch durch die Bewegung der Raupen brechen und dann vom Wind verteilt werden.

Eine Reaktion auf die Brennhaare ist i.d.R. zeitverzögert und von Mensch zu Mensch unterschiedlich, kann sich jedoch bei häufigeren Kontakt aufbauen.

Leichte Symptome – Rötung, Schwellung mit Juckreiz


Typische Symptome sind Juckreiz, Hautausschlag und Quaddeln, meist an allen ungeschützten Hautstellen. Halsschmerzen, Husten oder Atemnot können auftreten, wenn die Härchen eingeatmet wurden.

Bei sensiblen Personen können auch grippeähnliche Symptome, Schwindel, Übelkeit, Fieber bis hin zum allergischen Schock (sehr selten) auftreten.

Da die Symptome nicht spezifisch sind, sollte bei einem Arztbesuch erwähnt werden, dass man sich im Freien in der Nähe von Eichen aufgehalten hat.

Weitere Informationen zum Eichenprozessionsspinner findet ihr auf der Seite des Pflanzenschutzamtes Berlin.

Pflanzenschutzamt Berlin
Fachgebiet Stadtgrün                             
Mohriner Allee 137, 12347 Berlin

Tel. 030 700 006 218
Fax 030 70 00 06 255

E-Mail: isolde.feilhaber@senuvk.berlin.de
www.berlin.de/pflanzenschutzamt

Ach du . . . !

Ach du . . . !


In Berlins Parkanlagen und Straßen begegnet man ihnen auf Schritt und Tritt… Groß und klein, lang und kurz, hell und dunkel, fest oder weich – sie sind so vielfältig, wie ihre vierbeinigen Verursacher. Anständig, wer einen Beutel dabei hat und sich auch gleich um die Hinterlassenschaften des Menschen besten Freund kümmert.

Auch im Wald lassen sich unterschiedlichste Häufchen finden – doch irgendwann sind sie wie von Geisterhand verschwunden. Mistkäfer kümmern sich zuverlässig um die Geschäfte der diversen Waldbewohner und räumen kräftig auf.

Also schnell auf in den Wald und über die Vielfalt staunen, bevor alles verschwunden ist…

In der Losung liegt die Lösung

Das Wort „Losung“ kommt aus der Jägersprache und bezeichnet das Endprodukt der Nahrungsverwertung. Ein seltsamer Code, der also den Kot bezeichnet. Für einen Beginner mag eine Wurst wie die andere aussehen. Doch siehst du etwas genauer hin, dann bemerkst du deutliche Unterschiede.

Um herauszufinden, wer hier sein Werk vollrichtet hat, musst du mit detektivischem Spürsinn an die Sache ran. Denn in der Losung liegt die Lösung! Sie gibt wichtige Hinweise und führt dich auf die Spur des Täters. Doch vorab ein paar Fakten:



Kleine Kotkunde – Form, Farbe und Inhalt

Die Form ist häufig arttypisch und kann dir einen ersten Überblick geben. Spitz zulaufende Würste sind generell ein Indiz für Raubtierkot.

Doch wer es genau wissen möchte, kommt um eine genaue Untersuchung nicht herum. Oft gibt erst der Inhalt weitere Hinweise auf das Nahrungsspektrum des Tieres.

Als Sezierbesteck eignen sich zwei lange stabile Stöcke. Mit respektvollem Abstand kann es dann schon losgehen.

Losung mit Spitze

Die Fleischfresser

Wolfslosung besteht fast ausschließlich aus Haaren, Knochen und Hufen. Denn anders als der Haushund z.B. fressen Wildtiere ihre Beute komplett – also einmal mit allem bitte. Durch Untersuchungen von über 2.000 Kotproben konnte mehr über das Beutespektrum von Lausitzer Wölfen herausgefunden werden.

Rehe, Rothirsche und Wildschweine machen über 96 Prozent, Hasen und andere Kleinsäuger 3 Prozent seiner Nahrung aus. Der Anteil der Nutztiere beläuft sich auf weniger als 1 Prozent.

Wolfslosung – man kann gut die Haare erkennen


Fuchs- und Marderlosung sehen sich ähnlich, denn sie beide sind walzenförmig und haben oft ein spitzes gedrehtes Ende, unterscheiden sich jedoch in ihrer Größe und Farbe.

Fuchslosung ist dicker und wird durch die Freisetzung von Calcium-Phosphat aus den Knochen mit zunehmendem Alter grau . Zapfenverzehr gibt dem Ganzen eine weißliche Färbung.

Marderlosung hingegen ist etwa halb so dick und fast schwarz bzw. leicht gelblich bei Vogeleiergenuss. In der Losung beider Tiere sind oft Gefieder, Fell und Knochen, sowie Beeren und Früchte zu finden.

Ähnlich sieht das Geschäft bei den Allesfressern wie Waschbären und Igeln aus. Jedoch müssten wir hier eher von Würstchen sprechen, denn sie sind deutlich kleiner. Inhaltlich geht es dafür ganz schön bunt zu.

Neben Kleintierresten wie Knochen, Haaren, Federn und Insektenpanzern lassen sich auch Früchte, Nüsse und Pilze finden. Inhaltlich ähnlich ist auch die Dachslosung. Allerdings ist sie bedeutend größer und liegt irgendwo zwischen Marder und Fuchs. Da ihr Haaranteil geringer ist, zerfällt sie oft und ist obendrein oft gut versteckt.


Die Vegetarier


Bei den Pflanzenfressern zeigt sich ein ganz anderes Bild. Hier findest du ovale bis kugelförmige Gebilde. Besonders bekannt sind die runden etwas zusammengedrückten grünen/braunen „Pillen“ oder „Knöpfe“ der Feldhasen. Wildkaninchen koten kleiner, dunkler und rund.

Aber auch die Angehörigen der Familie der Hirsche (z.B. Rehwild, Damwild, Rotwild) lassen Interessantes fallen. So erinnern die walzenförmigen „Lorbeeren“ ein wenig an ein Artilleriegeschoss. Erfahrene Spurenleser*innen können anhand der Form sogar auf das Geschlecht schließen.

Bei männlichem Reh- und Rotwild ist die Losung an einem Ende zugespitzt (Zäpfchen) und am anderem oft leicht eingedrückt (Näpfchen), während bei den weiblichen Tieren diese Seite leicht abgerundet ist. Hauptteil ihrer Nahrung bilden saftige Triebe, Gräser und Kräuter, was du an den unverdauten Pflanzenfasern erkennen kannst.

Die Chance, auf ihre Losung zu stoßen, ist hoch. Gras ist nicht gerade nahrhaft, wodurch die Tiere große Mengen davon zu sich zu nehmen und irgendwann muss dann doch jeder mal.

Welcher Geweihträger hat sich hier wohl gelöst?



Das Wildschwein braucht dann mal wieder eine Extrawurst. Die Losung ähnelt einem schwarzen wurstähnliche Gebilde, dass jedoch aus zusammengeklebten große Klumpen besteht, die oft auseinander fallen.

Eine Mischform könnte man sagen, wie auch seine Ernährung, denn das Wildschwein genießt als Flexitarier neben Gras, Kräutern, Wurzeln, Früchten und Samen auch Würmer, Insekten, Mäuse und Gelege. Aas verschmäht es auch nicht, jedoch ist das eher die Ausnahme.

Je nach Ernährung und Jahreszeit verändern sich der Inhalt, die Farbe als auch die Konsistenz der Losung. So ist die Losung der Pflanzenfresser im Frühling und Sommer grasgrün und feucht, während sie im Winter eher braun und trocken ist. Auch Fuchslosung erhält im Herbst einen blauen oder rötlichen Schimmer und enthält viele kleine Kerne, denn im Herbst lassen sich viele Beeren und Früchte finden.


Warum denn gerade hier? – Der Tatort

Wenn man sich schon entleeren muss, dann kann man sich ja gleich ein bisschen Mühe geben. Die Ablageorte sind oft typisch für die verschiedensten Tiere. Dabei unterscheidet sich wahre Notdurft und gezielte Absicht.

Die Losung von Reh-, Damm- und Rotwild kannst du an ihren Nahrungsplätzen (Äsungsplätze) und auf den Wildwegen den sogenannten „Wechseln“, finden. Sie handhaben das ganz unkompliziert: fressen, verdauen, laufen und fallen lassen – kein Problem. Feldhasen verrichten ihr Geschäft in der Feldflur, der Nähe von Fraßplätzen oder in ihren flachgedrückten Mulden, wo sie ruhen, den Sassen. Wildkaninchen wagen sich nicht weit von ihrem Bau weg und so kannst du davon ausgehen, dass der Bau ganz in der Nähe der Kotansammlungen liegt.

Ein gutes Plätzchen




Waschbären, Baummarder, Wölfe und Füchse nehmen sich für’s Geschäft ein wenig mehr Zeit und entscheiden sich oft für die auffälligsten Stellen. Also, mitten auf den Weg drauf!

Das hat gleich mehrere Vorteile. Von Konkurrenten wird das Geschäft so schon von weitem gerochen und gesehen. Es fällt ja durchaus auf, wenn da mitten auf dem Weg etwas liegt. Ein klares Zeichen zur Markierung der Reviergrenzen. Außerdem treffen auf diese Weise viele Tiere auf das Geschäft, denn breite ausgetretene Wege werden von vielen Tieren als Korridore genutzt.

Füchse sowie Marder gehen bei der Reviermarkierung oft noch einen Schritt weiter bzw. eine Etage höher und erklimmen liegende Baumstämme oder verewigen sich auf Baumstumpen. So verteilt sich der typische Raubtiergeruch noch besser in der Luft.




Etwas dezenter verfahren Dachse. Sie graben nahe ihres Baus kleine Löcher, sogenannte Latrinen, und lassen fallen. Allerdings schütten sie den Kotplatz vorerst nicht zu.

Anders die Familie der Katzenartigen. Wer mit einer Katze zusammenlebt, wird es jeden Tag erleben. Im zentralen Bereich des Reviers bedeckt sie ihr Geschäft fein säuberlich, im besten Fall mit Katzenstreu.

Als größter Vertreter der Katzenartigen verdeckt auch der Luchs rund um seinen Bau den Kot mit Schnee, Erde oder Pflanzenmaterial. An seinen Reviergrenzen legt er seine Würste aber, wie der Fuchs, erhöht ab.

Eine Dachslatrine – schon etws zugewachsen

Nicht alles ist, wie es scheint

Aber aufgepasst, nicht alles, was wie eine Wurst aussieht, kommt auch hinten raus. Eulen und Greifvögel würgen walzenförmige Ballen aus ihren Schnäbeln hervor und entledigen sich so von Unverdaubarem.

So ein kompakter Mix aus Insektenpanzern, Haaren, Gefieder, Knochen, Krallen und Schnäbeln nennt man Gewölle. Die grauen Speiballen sind getrocknet sehr leicht und beinahe geruchslos. Die Größe und der Inhalt der Gebilde können dir einen Hinweis auf den Vogel geben.

Greifvögel verdauen Knochen wesentlich besser als Eulen. In einem Mäusebussardgewölle findest du daher oft nur noch Fell und Gefieder. Natürlich gibt es auch viele andere Vögel, die Speiballen hinterlassen wie Möwe, Fliegenschnäpper, Eisvogel, Ziegenmelker, Bienenfresser, Storch und Reiher.

Äteres Gewölle eines Uhus (Martin Lindner – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0)

Klein und unscheinbar



Im Gegensatz zu Säugetieren verrichten unserere gefiederten Freunde ihr Geschäft nicht so offensichtlich.

Was auf Autos in der Stadt gut sichtbar ist, lässt sich in der freien Wildbahn nicht so leicht finden. Oft verrät nur ein kleiner weißer Punkt oder ein Spritzer ihre frühere Anwesenheit.

Vögel haben keine getrennte Ausgänge für Harn und Kot und sammeln somit alles in ihrer Kloake. Fleischfressende Vögel scheiden Dünnflüssiges aus. Die großen weiße Spritzer werden als „Geschmeiß“ bezeichnet.

Bei pflanzenfressenden Vögeln, wie z.B. Gänsen, bleibt wesentlich festere walzen- und tropfenförmige Losung zurück.

Wie heißt es doch noch? Alles Gute kommt von Oben! Also Schiss mit Glück? In Russland freuen sich die Menschen über Vogelkot von oben, gilt er doch als Glücksbringer und zeugt von baldigen Reichtum. Franzosen freuen sich angeblich, wenn sie mit dem linken Fuß in einen Haufen treten, denn im Gegensatz zum rechten Fuß, bringe das Glück.

Was für eine Vielfalt! Auch wenn es euch vielleicht erst einmal etwas seltsam vorkommt – man kann sagen was man möchte, doch die Hinterlassenschaften bezeugen eindeutig die Anwesenheit von Tieren.

Voll der Mist!

VOLL DER MIST!

Wir sind noch nicht einmal 10 Minuten im Wald unterwegs, und schon machen wir eine besonders spannende Entdeckung!

Am Rand des schmalen Waldweges sehen wir etwas knallig Buntes zwischen dem Moos liegen. Etwas überrascht von dieser auffälligen Farbe im Wald, gehen wir langsam in die Richtung des mysteriösen bunten Etwas.
Wir malen uns schon die spannendsten Geschichten aus: „Seltene exotische Pflanze mitten im Berliner Stadtwald beim Spaziergang entdeckt!“…

Fehlalarm! Als wir dem Ganzen etwas näher kommen, sind wir enttäuscht.
Wir blicken runter auf eine zerdrückte, pink gefärbte Trinkflasche aus Plastik. Na toll.

Kein Einzelfall

Hier wurden sogar Möbel einfach in den Wald geschmissen.

Im Jahr 2019 wurden allein in den Wäldern Brandenburgs 6500 Kubikmeter Müll gesammelt und entsorgt.

Stellt euch vor, das entspricht einer 6,5 Kilometer langen Mauer nur aus Müll und Abfällen. Die Mauer wäre einen Meter hoch und einen Meter tief. Es würde mehr als 1 ½ Stunden dauern, um diese Mauer von vorne bis hinten abzulaufen.

Doch was ist eigentlich das Problem an den Abfällen?

Müll im Wald sieht vielleicht nicht sonderlich ansprechend aus, aber so ein paar grelle Farbtupfer schaden doch auch niemandem. Schön wär’s!

Ein riesiger Müllberg im Wald

Folgen der Müllverschmutzung

Ganze 450 Jahre dauert es, bis so eine Trinkflasche aus Plastik im Wald verrottet.

Doch damit ist es nicht getan! Durch die unterschiedlichen Einflüsse des Wetters löst sich der Plastikmüll in kleinere Partikel aus Mikroplastik auf. Diese Partikel verschmutzen den Boden und auch das Grundwasser.

Die Natur ist ein Kreislauf, zu welchem auch wir Menschen gehören. Weil das so ist, landet auch der Müll aus dem Wald irgendwann wieder bei uns auf den Tellern und dann in unseren Mägen.

Last der Pflanzen!

Doch nicht nur wir, auch die Pflanzen des Waldes leiden stark unter den Abfällen im Wald. Unter dem Gewicht des Mülls werden Pflanzen zerdrückt. Auch das Licht, welches die Pflanzen zum Überleben brauchen, wird ihnen durch den Müll genommen.

Tiere in Gefahr!

Natürlich bleiben auch die Waldtiere nicht verschont. Auch sie müssen die Folgen des Mülls tragen, welcher von den Menschen produziert wird.

Kleine Müllreste, wie zum Beispiel Zigarettenstummel, werden von Tieren mit Nahrung verwechselt. Und schwupp! Auf einmal hat ein Wildschwein Plastik und Schadstoffe wie Nikotin in seinem Magen, anstatt eine saftige Eichel vom Baum.

Auch Glasflaschen, welche übrigens bis zum vollständigen Zerfall zwischen 4.000 und 1 Millionen Jahre brauchen, stellen eine Gefahr dar.

Kleine Insekten wie zum Beispiel Mistkäfer, suchen in Glasflaschen nach Nahrung. Ohne böse Vorahnung und mit viel Vorfreude auf Leckereien, krabbeln die Käfer in die kleine Öffnung der Flasche rein. Bei dem Versuch, wieder nach Draußen zu gelangen, rutschen die Käfer immer wieder an den glatten Rändern der Flasche ab. Auf einmal sind sie eingesperrt.

Andere Tiere, wie Vögel, nutzen herumliegende Plastikschnüre zum Bau ihrer Nester. Was eigentlich ein kuschliges Örtchen sein soll, wird auf einmal zur Lebensgefahr für die zarten Jungtiere. Diese können sich an den reißfesten Schnüren aus Plastik leicht verheddern.

Was jetzt?

Die Gründe, weshalb die bunten Farbtupfer im Wald doch ein ziemliches Problem darstellen, sind also eindeutig. Wir könnten jetzt böse sein, dass so viel Plastik und Co produziert wird. Wir könnten über die Menschen schimpfen, die absichtlich ihren Müll im Wald abliefern oder einfach achtlos liegenlassen. Weiter bringt uns das nicht.

Das Müllproblem an der Wurzel packen: Müll vermeiden

Doch wir können versuchen, unseren eigenen Verbrauch an Plastik und anderen Wertstoffen zu verringern. Wir könnten alte Glasbehältnisse wiederverwenden, aus alten T-shirts Einkaufsbeutel nähen, eigene Seife herstellen, oder einen Müllsammeltag mit Freund*innen organisieren. Das alles sind Beispiele, wie ihr euch aktiv daran beteiligen könnt, Müll und unnötige Abfälle zu reduzieren.

Im Buch „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“ gibt es mehr als 300 Anwendungen und Rezepte, die Geld sparen und die Umwelt schonen. Im Internet findest du stets aktuelles unter: https://www.smarticular.net/. Zum Beispiel das folgende Rezept für leckere Limonade.

Selbstgemachte Limonade für heiße Tage:

Brausepulver und Limonade:
Um eigenes Brausepulver herzustellen, zunächst einen Teelöffel Natron, eineinhalb Teelöffel Zitronensäure und je nach Geschmack zwei bis vier Teelöffel Zucker, Puderzucker oder auch Xylitol mischen. Fertig ist die Grundlage für ein sehr preiswertes, prickelnd-fruchtiges Erfrischungsgetränk! Anstelle von Brausepulver kann auch direkt eine erfrischende Limonade mit Natron zubereitet werden. Dafür Zucker oder Honig mit Zitronensaft oder etwas Essig in einem Glas kaltem Wasser verrühren und einen halben Teelöffel Natron für die Sprudelwirkung zugeben.
[1]

[1] https://www.smarticular.net/anwendungen-fuer-natron-das-wundermittel-fuer-kueche-haus-garten-und-schoenheit/

Und und und- bestimmt habt ihr selbst noch viele Ideen zum Selbermachen ohne Müll! Stöbert doch gerne auch auf den unten angegebenen Internetseiten rum und probiert euch aus in Sachen „müllfreier leben“. Viel Spaß beim Ausprobieren!


Weitere Anregungen

World Cleanup Day
Deutschland und die Welt räumen auf

Cleanup your Kiez
Engagiere dich für deinen Kiez

Zero Waste Map
Möglichkeiten Müll zu vermeiden in deiner Nähe

Tipps zum Müllreduzierung
Ratgeber von Utopia.de

Natürliche Kosmetik selber machen
Tipps für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Alltag von livelifegreen.de

Löwenzahn: https://www.zdf.de/kinder/loewenzahn/muell-112.html

Buchtipp: https://www.smarticular.net/buecher/hausmittel/

Waldgalerie

WALDGALERIE

Eure Kunstwerke aus dem Wald

Wir freuen uns diese tollen Waldkunstwerke hier zeigen zu dürfen. Die Kunstwerke sind bei der Schatzsuche in Nikolassee entstanden.
Macht doch bei euerm nächsten Spaziergang auch ein Bild aus schönen Dingen, die ihr im Wald findet. Bitte achtet dabei auf die Natur und nutzt nur Dinge, die nicht mehr lebendig sind und vielleicht schon auf dem Boden liegen.
Ein großer Dank an alle Familien und Menschen, die uns ihre Bilder zugesendet haben.


Ihr wollt eure Waldkunstwerke von der Schatzsuche in Nikolassee oder einem anderen Waldspaziergang auch hier zeigen? Dann schickt uns eure Bilder an waldentdeckenberlin@posteo.de

Waldspielplätze

BeWegen
Ausgelassen sein
GLück
FreuDe
Schaukeln
SPielen
DynamIk
Energie
BaLancieren
SP
ToLlen
Angst abbauen
Toben
Zutrauen

Die fettmarkierten Buchstaben in den obenstehenden Worten ergeben die Überschrift zum folgenden Beitrag unseres Blogs…

Was steht denn da? Wer bekommt es raus?




Richtig!  W  A  L  D  S  P  I  E  L  P  L  A  T  Z  – darum geht es im Folgenden…

Genaugenommen um die „Waldspielplätze im Berliner Wald“, welche die Berliner Forsten für Erholungssuchende angelegt haben.

Warum gibt es überhaupt Waldspielplätze bei den Berliner Forsten?


„Huch“ fragt ihr euch? Was haben denn Forstleute mit Spielplätzen zu tun? Warum machen die das? Die Antwort ist ganz einfach:

Im Berliner Waldgesetz ist festgelegt, dass der hiesige Wald von uns Berliner Forsten als Erholungswald bewirtschaftet werden soll.

Da heißt, dass wir für das Pflegen und Beschildern von Hauptwegen, für das Errichten von Schutzpilzen, das Aufstellen von Bänken, die Pflege von Uferpromenaden und auch das Anlegen und Unterhalten von Wildgattern, von Waldlehrpfaden und …eben von Waldspielplätzen verantwortlich sind! 

Wo findet ihr denn diese Waldspielplätze?

14 Waldspielplätze gibt es bei uns im Berliner Wald insgesamt – viele befinden sich nahe an Waldeingängen, einige sogar an Badestellen! Mithilfe dieser Übersichtskarte könnt ihr euch vor eurem Ausflug gut orientieren, zu welchem Waldspielplatz ihr hinstreben möchtet.

Wo findet ihr Informationen zu den Waldspielplätzen?

Wenn ihr auf die Namen der im Internet einzeln aufgeführten Waldspielplätze klickt, erfahrt ihr jeweils allerlei Wissenswertes zu den Plätzen, z.B. etwas über die Ausstattung mit Spielelementen oder wie man an besten dorthin kommt.

Auch im Wald selbst sind die Waldspielplätze leicht zu finden und weisen eine deutliche Beschilderung auf. Die Plätze laden euch bei gutem Wetter und im Hellen zum Spielen, Toben oder auch gemeinsam Pause machen ein.

An manchen Stellen ist auch dieses Schild zu finden „Mehrgenerationenwaldspielplatz“ – dort sind ein paar Elemente auch für Erwachsene zur Benutzung geeignet und deshalb extra so gekennzeichnet. 

Was ist das Besondere an Waldspielplätzen?



Eins ist bei unseren Waldspielplätzen garantiert besonders: Sie sind eigens von unseren Forstwirt*innen aus Berliner Holz gefertigt!

Holz aus unserem naturgemäß bewirtschafteten Wald wird hier liebevoll zu Balancierschlangen, Torwänden, Lokomotiven mit Beiwagen, Rennautos mit Zieleinfahrten, coolen Motorrädern, tollen Spielschiffen und Klettertürmen usw. standfest und sicher verbaut.

Mancher Baumstumpf auf dem Platz bekommt ein Waldschratgesicht, auch Holzpfähle und -enden werden formvollendet beschnitzt und phantasievoll verziert.

Sind die Waldspielplätze der Berliner Forsten „sicher“?


Vereinzelt ergänzen wir die Spielplätze mit gekauften Elementen aus Holz (z.B. Schachecken) oder Spezialanfertigungen aus Kunststoffseilen (für Kletterelemente)  bzw. Metallgegenständen (wie z.B. Rutschen oder Reckstangen). Für alle Waldspielplätze gilt uneingeschränkt, dass sie sicherheitsgeprüft sind und jährlich vom TÜV abgenommen werden.

Außerdem werden unsere Forstwirt*innen extra geschult, um die beim Spielplatzbau erforderlichen Sicherheitsvorschriften anwenden zu können.

Wir sind stolz auf unsere sog. „Waldspielplatztruppe“, welche sich aus Kollegen und Kolleginnen aus mehreren Förstereien Berlins zusammensetzt!

Selber Entdecken macht am meisten Spaß!

Wenn Ihr noch mehr erfahren möchtet, klickt doch einfach auf den Link weiter oben im Text…oder noch besser: Geht selbst auf Erkundungstour und findet beim Herumtollen oder Pause machen heraus, welches euer Lieblingswaldspielplatz ist!


Autorin:
Brigitte Japp, Berliner Forsten, Landesforstamt
zuständig für Erholungsnutzung und Waldpädagogik bei den Berliner Forsten

Fotos:
Thorsten Wiehle, Berliner Forsten, Landesforstamt
zuständig für Öffentlichkeitsarbeit