Die häufigste Schlangenart, die wir in Deutschland haben, ist die Ringelnatter (Natrix natrix). Diese ist zugleich der größte Vertreter aus der Gattung der westeuropäischen Schwimmnattern (Natrix). Während Männchen dieser Art bis zu 90 cm groß werden können, können Weibchen Größen von bis zu 150 cm erreichen. Obwohl Schlangen oft gefürchtet werden, sind alle in Deutschland lebenden Nattern für den Menschen komplett ungefährlich. Bei einer Begegnung mit einem Menschen werden die Schlangen meist fliehen, oder sich sogar totstellen, allerdings hatte ich letztens im Wald eine Begegnung mit einer Ringelnatter, bei der das ein wenig anders gelaufen ist. Vorher jedoch, wie erkennt man eigentlich eine Ringelnatter?
Abgesehen davon, dass von den sieben in Deutschland lebenden Schlangenarten die meisten stark bedroht sind und daher sowieso nur mit viel Glück begegnet werden können, unterscheidet sich die Ringelnatter auch in einigen markanten Merkmalen von den anderen Arten. Das wohl offensichtlichste Merkmal ist die auffällige Nackenzeichnung der Ringelnatter. Sie hat nämlich gelbliche Flecken in Form von Halbmonden am hinteren Ende des Kopfes, welche von einigen schwarzen Flecken eingegrenzt werden. Der Rücken der Ringelnatter ist grau und die Bauchunterseite ist gelb/schwarz, mit einem Muster, dass bei jedem Individuum einzigartig ist und selbst nach einer Häutung noch gleich bleibt.
Doch nun zu meiner Begegnung. Diese hat sich im Bucher Forst ereignet. Es war ein warmer Tag, die Sonne schien. Ich bin zur Zeit der Begegnung auf einem Pfad in den Wald gelaufen, als ich plötzlich aus dem Gebüsch zu meiner Linken das Knistern von Laub gehört habe. Ich hielt inne, mein Blick schwenkte nach links. Das war der Moment, an dem keinen Meter von mir entfernt eine Ringelnatter aus dem Unterholz kroch und, von meiner Präsens gänzlichst ungestört, den Weg zielstrebig überquerte. Die Natter war deutlich als ein adultes Weibchen zu erkennen. Ich beobachtete sie ruhig, kehrte später jedoch noch einmal zur selbigen Stelle zurück. Von dort aus ging ich abseits des Weges und hielt nach der Ringelnatter Ausschau, als ich sie tatsächlich auf ein weiteres erspähte. Sie war jedoch nicht mehr allein, mit ihr war ein Männchen, mit welchem sie sich gerade am paaren war.
Die Paarungszeit bei Ringelnattern geht von April bis Mai, die Eiablage erfolgt darauf zwischen Juli und August. Es werden meist um die 30 Eier gelegt. Das hört sich erstmal reichlich an, jedoch überleben wie gewöhnlich nur die Wenigsten, der Großteil wird gefressen. Zu den Fressfeinden zählen unter anderem Greifvögel, Füchse, Ratten und Marderartige. Zusätzliche Gefährdungen sind Habitatsverlust und Nahrungsmangel, was die Ringelnatter immer schwerer bedroht. Ringelnattern brauchen einige wichtige Aspekte in ihrem Lebensraum, um gut leben zu können. Sie benötigen unter Anderem langsam fließende Gewässer, geschützte Sonnenplätze, geeignete Schattenplätze, trockene Winterquartiere und Möglichkeiten zur Eiablage, wobei sie auf Orte setzen, die ihre Wärme selber halten können (z.B.: Komposthaufen). Auch die Nahrung wird immer knapper. Die Hauptnahrung besteht aus Amphibien, welche allerdings aufgrund der Fischwirtschaft immer weniger werden, da die Fische den Laich fressen.
Zu dieser Zeit kann man übrigens auch die weiblichen Ringelnattern dabei beobachten, wie sie sich vermehrt sonnen. Im Ökowerk sind sie zum Beispiel gut dabei zu beobachten, wie sie auf einer Hecke liegen, wobei auch oft mehrere zur gleichen Zeit gemeinsam auf der Hecke sind. Dies tun sie, um das Wachstum der Embryonen in ihren Eiern zu beschleunigen.
Ringelnattern im Bucher Forst
Zum Abschluss noch ein Video meiner Begegnung.
Hier wird auch nochmal der Sexualdimorphismus der Ringelnatter durch den deutlichen Größenunterschied zwischen Männchen und Weibchen deutlich. In der Färbung sind sich Männchen und Weibchen sehr ähnlich, jedoch ist das Weibchen nicht nur größer, sondern hat auch noch einen größeren Kopf im Verhältnis zur Körpergröße.
Ein Bericht (Text, Bild und Video) von Kilian Entoch im FÖJ in der Waldschule Grunewald und Waldmuseum
Hallo du, neulich kam mir wieder eines meiner Lieblingslieder in den Sinn. Ich hatte es von meinem Opa Wusel gelernt. Das Lied heißt „Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt `ne kleine Wanze …“ und es macht mir immer noch ganz viel Spaß, es zu singen. Kennst du das Lied auch?
Doch dann überlegte ich: „Was ist eigentlich eine Wanze? Ist sie eine Spinne oder ein Käfer? Oder vielleicht ganz was anderes?“ Ich schnappte mir mein Tablet. Aha, Wanzen sind eine Insektengruppe und in Deutschland gibt es sogar knapp 1000 Arten! Wow, das ist ja interessant: Ich kann sie im Garten, im Wald und auch im oder auf dem Wasser finden! Auch der Wasserläufer, den ich schon oft bewunderte, weil er auf dem Wasser laufen kann, gehört zu den Wanzen! Ja, selbst meine Lieblingskrabbeltiere, die ich im Frühjahr zuhauf an Bäumen, auf Steinen oder Mauern entdecken konnte, sind Wanzen- FEUERWANZEN.
Ich dachte immer, sie heißen Feuerkäfer, bis ich herausbekam, dass es zwischen Wanzen und Käfer, so einige Unterschiede gibt:
Auch das Dreieck, dass viele Wanzen in der Mitte ihres Rückens haben, ist ein gutes Merkmal für diese Insektengruppe! Es wird Schildchen genannt. Quelle der Zeichnung
Nun interessierte mich, wie denn so ein typisches Feuerwanzenjahr abläuft:
März/April- Aufwachen aus der Winterstarre
Die Feuerwanzen krabbeln aus ihren Winterverstecken (Laubstreu, Rinden) und tanken erstmal Sonne. Meistens sind die kleinen Krabbler auf den Stämmen ihrer Lieblingsbäume wie Linde, Robinie oder Ulme zu entdecken, denn deren grobe Rinden bieten genügend Schlupflöcher für den Winter. Außerdem mögen die Feuerwanzen auch die Früchte dieser Bäume
Rinde der Linde
Blatt der Linde
Rinde der Robinie
Blatt der Robinie
Rinde der Ulme
Blatt der Ulme
Mai – Paarung und Eiablage
Die etwas größeren Weibchen locken mit ihren Duftdrüsen die Männchen an. Beide verpaaren sich mit ihren Hinterleibern und das Männchen zieht das Weibchen hinter sich her. Das kann bis zu 30 Stunden dauern und sieht lustig aus!
Probiere es doch auch mal: Suche eine Freundin oder einen Freund und stellt euch Rücken an Rücken. Nun verhakt ihr eure Arme ineinander und versucht so eine Strecke zurückzulegen. Wechselt euch bei der Führung ab. Und wenn ihr mehrere Paare seid, so könnt ihr ja auch Wettrennen veranstalten…
Nach der Paarung legt das Weibchen bis 50-100 Eier in Rinden oder im Erdboden ab und sorgt dafür, dass die Eier vor Fressfeinden wie Vögeln oder Spinnen geschützt bleiben. Sie halten ihre Eier stets feucht und kümmern sich nach dem Schlupf um die Jungtiere. Das machen übrigens auch andere Wanzenarten, z.B. die Brutwanze
Ab Juni – Schlupf der Nymphen
Die Feuerwanzenbabys schlüpfen. Sie werden Nymphen genannt und sonnen sich auch gern. Darum sind sie, ähnlich wie die großen Feuerwanzen im Frühjahr, in großen Mengen zu beobachten. Außerdem sind sie noch recht unbeweglich und deshalb auf die Unterstützung der Mutter angewiesen.
Die jungen Feuerwanzen häuten sie sich fünfmal und verändern dadurch jedes Mal ihr Aussehen. Nach ungefähr 40 Tagen sind sie dann ausgewachsene Feuerwanzen:
Ich frage mich, was Feuerwanzen eigentlich fressen, damit sie groß und stark werden? Oh, der Speiseplan von Feuerwanzen ist recht abwechslungsreich: heruntergefallene und abgestorbene Samen, Blätter und andere Pflanzenreste, kleine Insekten (z.B. Blattläuse), tote Tiere, Insekten- und Schneckeneier. Der für Wanzen typische Rüssel dient den Feuerwanzen zum Stechen und Saugen. Er ist sogar zwei geteilt, denn aus einem Röhrchen wird Verdauungssaft in das Futter geleitet und mit dem anderen Röhrchen das Futter aufgesaugt. Weil dieses Vorgehen für ein einzelnes Tier sehr kraftraubend ist, saugen im Anschluss meist weitere Tiere aus der vorbereiteten Futterquelle. So sparen sie ihre Kräfte.
Ihren Gemeinschaftssinn leben die Feuerwanzen auch anderweitig aus. Sie teilen gern ihre Futter- und Schlafstellen mit anderen. Ja, sie informieren sich mit ihren Duftstoffen untereinander, wo es schöne Orte zum Teilen gibt. Der Vorteil des Gruppenkuschelns: Wenn viele Tiere nebeneinander sind, wirkt die schwarz-rote Färbung für andere Tiere noch abschreckender, weil die Fläche der Warntracht größer ist.
Gemeinsamkeit ist toll und nützt jedem Einzelnen!
Ich las noch viele andere spannende Dinge über Feuerwanzen, z.B. dass diese Tiere von Wissenschaftler*innen erforscht werden und sie somit schon großartige Erkenntnisse für Medizin und andere Forschungsgebiete erhalten haben. Außerdem wurden bei den Feuerwanzen unterschiedliche Eigenschaften beobachtet. Es gibtmutige, neugierige, schüchterne oder vorsichtige Tiere in der Feuerwanzengemeinschaft.
Na, da gab es für mich kein Halten mehr! Ich wollte auch Feuerwanzenforscherin werden und machte mich gleich auf die Suche nach diesen großartigen Tieren! Da ich nun weiß, dass Feuerwanzen bestimmte Bäume lieben, begann ich meine Feuerwanzen-Safari an einer dicken Linde. Und siehe da- ich war erfolgreich!
Seitdem habe ich das Wanzenlied umgedichtet und singe nun „Auf der Rinde einer Linde sitzt `ne Feuerwanze…“ 😊
Schau dich doch auch mal um, denn jetzt kannst du bestimmt schon den Nachwuchs der Feuerwanzen oder auch andere Wanzen entdecken. Hier findest du die häufigsten Wanzenarten:
Im folgenden Blogbeitrag werden wir nicht nur auf den Aufbau und die Strukturen des Waldbodens, sondern auch auf die zahlreichen Bewohner eines so System relevanten Ökosystems eingehen.
Zunächst haben wir einige Kinder gefragt, welche Bedeutung der Waldboden für sie hat:
„Boden ist für mich alles was krabbelt!“ Emma (7 Jahre) „Waldboden ist für mich ein Weg, auf dem wir durch den Wald rennen können!“ – Antonia (6 Jahre) „Boden? Ist doch langweilig!“ – Yusuf (4 Jahre)
Auch Arthur und ich haben uns die gleiche Frage gestellt:
Arthur: „Der Waldboden ist mir wichtig, denn er beherbergt viele relevante Organismen, welchen zum Beispiel leckeren Walderdbeeren das Leben ermöglichen. Außerdem filtert er unser Grundwasser!“ Vincent: „Der Waldboden bildet die Grundlage für einen gesunden Wald!“
Jetzt wisst ihr zumindest welche Bedeutung wir dem Waldboden geben. Um den Waldboden als Ökosystem allerdings besser verstehen zu können müssen wir zunächst den allgemeinen Aufbau des Bodens begreifen.
Der Aufbau des Waldbodens
Der Waldboden lässt sich vereinfacht in 4 Schichten gliedern, jedoch ist es wichtig zu verstehen, dass nicht jeder Waldboden gleich ist, sondern unterschiedlich aufgebaut sein kann, abhängig von Klima, Standort und vorhandenen Baumarten.
Schauen wir uns nun einen herkömmlichen, deutschen Waldboden an Auf der Abbildung rechts sind 4 sogenannte Horizonte bzw. Schichten zu erkennen.
Der O-Horizont beschreibt die Schicht des Bodens auf der wir laufen können. Diese Schicht besteht hauptsächlich aus abgestorbenen Pflanzenteilen wie Blättern, Zweigen, Nadeln und Früchten, die von den Bäumen und Sträuchern abgeworfen werden. Diese Streuschicht dient als Schutz vor Erosion, reguliert die Temperatur und Feuchtigkeit des Bodens und stellt organische Substanz für die Zersetzung bereit.
Der darunter liegende A-Horizont ist meist dunkler gefärbt und bildet die klassische braune Erde ab. Dieser Teil des Waldbodens besteht aus einer Mischung von organischem Material und mineralischem Boden und ist reich an Nährstoffen und Humus. Der A-Horizont ist normalerweise der fruchtbarste Teil des Bodens und bildet die Basis für das Pflanzenwachstum.
Noch tiefer im Erdreich liegt der B-Horizont, diese Schicht erfüllt den Zweck der Wasserspeicherung.
Hierbei ist der B-Horizont, jedoch nicht nur für die Speicherung, sondern auch für die langsame Abgabe des Wassers an darüberliegende Schichten zuständig und reguliert so den Wasserhaushalt des Waldes. Zusätzlich befinden sich im B-Horizont zahlreiche überlebenswichtige Mineralstoffe für Tier- und Pflanzenwelt. Eine weitere wichtige Aufgabe dieser Schicht ist die Schadstofffilterung. Denn durch die dichte Struktur dieses Horizonts ist das Zurückhalten bzw. Speichern von schwer löslichen Stoffen möglich, was wiederum die Qualität unseres Grundwassers erheblich verbessert.
Da die unterste Schicht (C-Horizont) des Waldbodens hauptsächlich aus relativ festem und nicht-verwittertem Gestein besteht, wird diese Schicht auch Grundgerüst des Bodens genannt. Dieses Grundgerüst sorgt für einen festen Halt des Bodens und schützt vor Erosionen bzw. dem Abrutschen des Waldbodens (zum Beispiel bei Starkregen oder in Hanglage). Auch in der untersten Bodenschicht sind zahlreiche Mineralstoffe gespeichert, welche über lange Zeit an die oberen Schichten abgegeben werden. Wir wissen nun also in welche Schichten der Boden aufgeteilt ist und welche Funktionen die jeweiligen Schichten im Ökosystem Boden haben.
Das Schüttel-Experiment
Um die Vielfältigkeit des Bodens weiter zu veranschaulichen stellen wir nun das „Schüttel-Experiment“ vor, die Idee für dieses Experiment stammt aus dem „Entdecke-Kalender“, „Bodenforschen 2024“. Hierfür braucht man einen großen Löffel, ein Schraubglas, Waldboden, etwas Wasser und ein bisschen Geduld:
Nachdem alles Nötige zusammengesucht worden ist, gibt man nun einige Esslöffel Erde in das Schraubglas, gibt Wasser hinzu und schüttelt kräftig. Die ersten verschiedenen Schichten sollten bereits nach ca. einer halben Stunde erkennbar sein. Wenn das Glas noch ein paar Tage stehen bleibt sieht man nun die Schichten noch deutlicher.
direkt nach dem Schütteln
eine halbe Stunde nach dem Schütteln
zwei Tage nach dem Schütteln
Lebewesen im Waldboden
Ich habe ein Zitat für euch: Boden will Leben schaffen. Aus ihm wachsen die Pflanzen, welche dem gesamten Ökosystem Nahrung geben. Durch Wurzeln ziehen Pflanzen das Wasser und Nährstoffe aus tiefen Schichten des Bodens und können an der Oberfläche daraus mithilfe von Sonnenlicht und Luft Energie bzw. Nahrung herstellen. Dieses Phänomen nennt man Fotosynthese.
Der Boden bietet auch ganz vielen Tieren einen Lebensraum. Hier knabbern Käfer, Asseln und noch ganz viele weitere Krabbeltiere an zu Boden gefallenen Blättern, Stöckern oder auch Tierhaaren und zerkleinern das Material. Tiere wie z.B. der Regenwurm räumen den ganzen Tag den Wald auf, fressen sich durch den Boden und scheiden anschließend nährstoffreichen Humus aus. Er heißt übrigens Regenwurm, weil er den ganzen Tag rege mit Fressen beschäftigt ist und dabei gräbt er Löcher bis zu 3m Tiefe.
Bakterien und Pilze haben die wichtige Funktion, das zerkleinerte Material am Ende zu Mineralisieren. Sie wandeln organische Stoffe in energiearme anorganische Stoffe, was den Pflanzen nun wieder als Nährstoff dient. Das Ökosystem Boden ist also ein Kreislauf von Produktion und Zersetzung, welches von alleine lebt.
Und dabei unterstützen sich die Lebensformen auch gegenseitig. In den Mägen der Insekten leben z.B. Bakterien, welche sie bei der Zersetzung von unverdaulichem Holz unterstützen. Und auch die Bäume und Pilze gehen eine Partnerschaft ein. Die Pilze bilden nämlich durch den gesamten Boden ein dichtes Netz aus Mycel und können so von überall her Nährstoffe beziehen. Dies macht sich die Pflanze, indem sie über eine Verbindungsstelle Nährstoffe vom Pilzgeflecht bekommt und dafür energiereichen Zucker an den Pilz abgibt. Wir nennen es Mykorrhiza und das gibt es bei den meisten Pflanzen im Wald. Steinpilze und Fliegenpilze z.B. sind Mykorrhiza-Pilze.
Im Wald gibt es sehr viel zu entdecken und noch Rätsel, die gelüftet werden können. Für einen etwas längeren Besuch im Wald möchte ich euch nun erklären, wie ihr einen Wasserfilter baut, damit ihr auch gut mit Trinkwasser versorgt seid.
Für die Konstruktion benötigen wir:
eine leere Einwegflasche mit Deckel
einen 1 Meter langen Faden
ein Messer
einen Stock
und ein Gefäß zum Trinken.
Zum Filtern benötigen wir:
Wasser
ein verbranntes Holz von einem Lagerfeuer (Holzkohle)
saubere, raue Steine
feinen Sand
grünes Gras
und ein Stück Stoff.
Schneide zusammen mit einem Erwachsenen den Boden der Flasche ab. Dann machst du an diesem Rand zwei gegenüberliegende Löcher, sodass du später dort die Flasche mit Deckel nach unten aufhängen kannst. In den Deckel schneidest du auch noch ein kleines Loch.
Jetzt befüllen wir die Flasche. Die Flasche steht so, dass der Deckel nach unten zeigt. Unten legt ihr ein Stück Stoff hinein. Dann nehmen wir die Kohle und bröseln sie in die Flasche. Achtet darauf, dass möglichst wenig vom Füllinhalt am Stück Stoff vorbeifällt. Dann befüllen wir in folgender Reihenfolge die Flasche mit feinem Sand, Gras und Steinen. Mit dem Stock drücken wir in der Flasche umher, um den Filter zu verdichten.
Als letztes müssen wir noch ein Band durch die beiden oberen Löcher ziehen, damit wir die Konstruktion aufhängen können.
Wenn ihr nun oben dreckiges Wasser hineinfüllt, sollte unten aus dem Deckelloch Wasser ohne Schwebstoffe tropfen. Je langsamer es tropft, umso besser wird das Wasser gefiltert. Die Holzkohle soll Bakterien und Schadstoffe herausfiltern. Wenn ihr wisst, dass das Wasser mit Schadstoffen belastet ist wie z.B. in der Nähe von Feldern mit Pestizideinsatz, solltet ihr davon die Finger lassen. Ansonsten könnt ihr das gefilterte Wasser probieren und solltet euch auf euren Geschmackssinn verlassen, ob es genießbar ist.
Der Wasserfilter soll zeigen, wie die verschiedenen Schichten des Bodens Flüssigkeiten filtern können, damit sauberes Grundwasser entsteht. Und das saubere Grundwasser nutzen wir täglich zum Duschen, Spülen oder auch zum Trinken.
Autoren: Arthur Specht und Vincent Haubold (Teilnehmer des Freiwilligen Ökologischen Jahres 2023/2024)
Unser Maskottchen Wilma Wusel ist ganz stolz, denn sie ist die Titelfigur des neuen Entdeckeheftes „Berliner Wälder“.
Diese Borschüre entwickelte das kreative Team vom Pindactica e.V. in Zusammenarbeit mit den Berliner Waldschulen. Darin wird der grüne Schatz unserer Stadt mal ganz anders vorstellt. Es werden z.B. solche Fragen geklärt wie Was leistet ein Wald? Welche Baumarten wachsen in unseren Wäldern? Wieviel Wald hat Berlin?
Mit Rätseln, Experimenten und Spielanregungen lädt das Heft zum Handeln und somit aktiven Lernen ein. Unsere Wilma Wusel animiert dabei zu Aktionen und erklärt spannende Details des Waldes. Um so manche Knobelaufgabe lösen zu können, müssen die Waldentdecker*innen rechnen und schreiben können. Daher ist das Entdeckeheft „Berliner Wälder“ für Kinder ab 10 Jahren geeignet, aber auch jüngere Kinder werden sich an der liebevollen Gestaltung der Broschüre erfreuen. Sie müssen dann gegebenenfalls nach Hilfe fragen…
Sollte Wilma Wusel und die Berliner Wälder euer Interesse geweckt haben und ihr Lust auf euer eigenes Entdeckeheft habt, dann schaut gerne auf der Webseite von Pindactica vorbei oder besucht unsere Waldschulen.
Der Kiebitz (Vanellus vanellus) wurde nun schon zum zweiten Mal zum Vogel des Jahres gekürt. Das ist zunächst einmal tatsächlich eine traurige Neuigkeit. Meist erhalten Vögel diesen Titel, die selten werden und zum Beispiel besonders vom Lebensraumverlust durch den Menschen betroffen sind. Die Kiebitzbestände sind in den letzten Jahrzehnten um 88% zurückgegangen und die Art gilt als stark gefährdet.
Schillernder Sympathieträger
Auf den ersten Blick ist der Kiebitz schwarz-weiß gefärbt. Bei genauerem Hinsehen schimmern die dunklen Schwingfedern allerdings metallisch grün und violett. Unterhalb des Schwanzes ist er beige bis hellorange gefärbt und hat rötliche, relativ kurze Beine.
Vom schwarzen Schnabel aus zieht sich ein eleganter dunkler Streifen unter dem Auge entlang. Sowohl Männchen als auch Weibchen tragen einen tollen Federschmuck auf dem Kopf, die sogenannte „Federholle“, eine Haube aus zwei langen Federzipfeln. Bei den Weibchen ist diese allerdings meist nicht ganz so lang und die Brust oft eher gescheckt und nicht durchgängig schwarz. Mit etwa 30 Zentimetern sind Kiebitze ungefähr so groß wie eine Taube.
Foto: Dirk Vegelahn
Charakterstark! Das ist typisch für den Kiebitz…
Im Flug oder als Alarmruf lässt der Vogel ein lautes „kie-wit“ oder „wit-wit-wit“ erklingen. Diese charakteristischen Lautäußerungen haben dem Kiebitz übrigens zu seinem Namen verholfen. Auch der akrobatisch schaukelnde Flugstil während der Balz (so nennt man die Paarungszeit bei Vögeln) ist typisch für die Art. Deshalb wird der Kiebitz manchmal auch als „Tänzer der Lüfte“ bezeichnet.
Foto: Dirk Vegelahn
Die Balz beginnt bereits im März, wenn die Vögel wieder aus ihren Überwinterungsgebieten zurückkehren, welche in West- und Südwesteuropa und rund um das Mittelmeer liegen. Weil die Winter hier bei uns immer milder werden, ziehen allerdings gar nicht mehr alle Kiebitze in wärmere Regionen, sondern ein Teil der Population bleibt den Winter über hier. Deshalb gelten Kiebitze als Teilzieher.
Der Kiebitz mag offene Flächen mit niedrigem Bewuchs. Man findet ihn bevorzugt auf Moor- und Feuchtwiesen, aber auch auf Weiden und Äckern. Diese bieten das perfekte Nahrungsangebot und Brutmöglichkeiten. Kiebitze ernähren sich hauptsächlich von Insekten und ihren Larven sowie anderen Wirbellosen. Manchmal fressen sie dazu auch Samen und Früchte.
So beginnt ein Kiebitzleben
Der Kiebitz ist ein Bodenbrüter: das Männchen macht mit seinem Brustkorb gleich mehrere Kuhlen (Nestmulden) in den Boden, von denen das Weibchen eine auswählt. In diese Kuhle legt sie 3-4 olivgrün-gesprenkelte Eier. Nach ungefähr 25 Tagen schlüpfen die kleinen, braun-beige gescheckten und flauschigen Küken, die sofort das Nest verlassen und mit ihren Eltern auf Futtersuche gehen. In den ersten Tagen müssen die Kleinen noch von den Eltern gewärmt werden, können sich aber schon selbstständig fortbewegen und Futter aufnehmen. Jungtiere, die sich so verhalten, nennt man übrigens auch Nestflüchter.
Foto: Thomas Herbig
Foto: Thomas Herbig
Nach 35 Tagen ist das Federkleid der Jungvögel vollständig ausgebildet und sie können endlich in die Lüfte abheben. Insgesamt 5 Wochen dauert es, bis die Jungen erwachsen (bei Vögeln nennt man das auch flügge) sind und keine Betreuung mehr brauchen.
Gefährdung durch den Menschen
Durch die zunehmend intensive Landwirtschaft und starken Pestizid- und Insektizideinsatz gehen die Flächen und auch das Nahrungsangebot, das ja weitestgehend aus Insekten besteht, dramatisch zurück! Die Vögel können nicht mehr ungestört und sicher brüten und finden weniger zu essen. Deshalb gibt es leider auch immer weniger Kiebitze. Davon sind auch andere Feldarten und Bodenbrüter betroffen, wie zum Beispiel die Feldlerche, das Rebhuhn oder die Wachtel.
Geholfen werden kann dem Kiebitz zum Beispiel durch die Einrichtung von unbewirtschafteten „Inseln“ auf den Ackerflächen oder die (Wieder)Vernässung von Grünlandflächen.
Hallo du, der Herbst beginnt!!! Und wenn ein Herbstanfang schöne sonnige Tage hat, dann nennt man ihn auch Altweibersommer. Das hast du sicher schon einmal gehört. Aber wieso heißt er so?
An sonnigen Tagen kannst du jetzt nämlich viele weiße Fäden zwischen den Pflanzen entdecken und diese erinnern angeblich an die weißen Haare von alten Frauen. Hihi – eine schöne Vorstellung: Alte Frauen kämmen sich, säubern dann ihre Bürsten und lassen ihre langen weißen Haare vom Winde verwehen…
Aber in Wirklichkeit sind ja Spinnen für den zarten Zauber verantwortlich. Denn zum Herbstanfang spannen besonders viele Spinnen ihre Netze. Ihre Spinnfäden schweben dann in der Luft oder sind an Gräsern und Büschen zu sehen.
Erst neulich habe ich ein schönes Netz einer Spinne entdecken können: Wow, das sah im Morgenlicht besonders schön aus!!
Solche kleinen Tiere können solche wunderbaren Gebilde zustande bringen. Wie machen die das bloß??? Und verheddern sie sich nicht mit ihren acht Beinen?
Später entdeckte ich noch andere Spinnennetze, die gar nicht rund waren. Das Gespinst von einigen war fast so dicht wie Stoff…
Aha, es gibt also verschiedene Netzformen bei den Spinnen! Und die Art ihrer Netze ist namensgebend für die verschiedenen Spinnengruppen. Es gibt z.B. Winkelspinnen, Baldachinspinnen, Radnetzspinnen und Dreiecksspinnen.
Na, erkennst du welche Netze von welcher Spinnengruppe gebaut wurde?
Bauen die etwa keine Fangnetze? Jagen die ihre Beute am Boden? Und wenn ja, verfolgen sie die wie Wölfe?
Ich machte mich also auf die Suche nach diesen Bodenspinnen. So richtig Glück hatte ich leider nicht. Ich entdeckte zwar eine kleine Spinne, die im Laub winzig kleine Netze webte, und auch einen langbeinigen Weberknecht – doch eine Wolfsspinne fand ich nicht.
Deshalb baute ich eine Bodenfalle. Ich buddelte ein Loch für eine Schale. Dann klopfte ich die Erde am Rand der Schale fest und achtete darauf, dass der Schalenrand direkt mit dem Boden abschließt. Eine Abdeckung sollte vor Regen schützen. Am nächsten Tag schaute ich nach und … … war enttäuscht ☹. Es waren zwar einige Krabbeltiere in meine Falle gegangen, jedoch keine Wolfsspinne. Als ich die kleinen Tierchen freiließ, entdeckte ich, dass unter ihnen auch eine winzige Spinne war. Nach meinem Fangversuch beseitigte ich meine Bodenfalle und gestaltete alles wieder so, wie ich es vorgefunden hatte. Denn das ist wichtig, schließlich war es ja eine TierFALLE.
Nun gut, dann musste mir eben ein Spinnenbuch weiterhelfen. Ich las tolle Dinge über die Wolfsspinne. Es gibt ganz viele Arten von Wolfsspinnen. Sie jagen anderen Bodentiere mit ihren langen Beinen hinterher, springen diese dann an und töten sie mit einem Giftbiss. Ist doch so ähnlich wie bei Wölfen, oder?
Ich erfuhr aber auch noch andere interessante Dinge über Spinnen:
Wusstest du, dass Weberknechte ihre Beine abstoßen können, um ihre Fressfeinde zu irritieren?
Wusstest du, dass Spinnenfäden stärker als Stahl und trotzdem elastisch sind und dass lange daran geforscht wurde, um solch ein Material herstellen zu können?
Wusstest du, dass es von 100.000 Spinnentieren weltweit nur eine Wasserspinne gibt?
Wow – die Spinnenwelt ist ja super interessant!!! Von wegen PFUI SPINNE!
Obwohl, vor einem Spinnentier sollten wir uns alle in Acht nehmen. Weißt du wie es heißt?