Wilma Wusel pflanzt einen Baum

Wilma Wusel pflanzt einen Baum

Ich sitze unter einer schönen kleinen Buche, die vor ein paar Jahren von einem Kind gepflanzt wurde. Sicher fragt ihr euch, wieso wir in den Wald zum Bäume pflanzen gehen. Wachsen die dort nicht von alleine?

Hier ist die Erklärung: Die kleine Buche wurde in einen Kiefernreinbestand gepflanzt. Es standen auf der Fläche also nur Nadelbäume. So wie auf diesem Bild.

Doch jetzt wachsen in dem Wald viele kleine Buchen und in einiger Zeit wird es ein Wald sein, in dem Nadel- und Laubbäume gemischt stehen. So ein Mischwald bietet unterschiedliche Lebensräume und ist zum Beispiel besser gewappnet gegen Borkenkäfer oder Wetterextreme.

Ich freue mich besonders, wenn aus Eicheln oder Bucheckern kleine Laubbäume nachwachsen, aber ich helfe auch gerne ein bisschen nach, an Stellen, wo kaum Eichen oder Buchen stehen. Egal ob gekeimt oder gepflanzt, wer Bäume liebt, braucht viel Geduld!

Heute will ich euch mal erklären, wie man einen Baum pflanzt, so dass er eine gute Chance hat, groß und stark zu werden.

Wir haben letztes Jahr kleine Eichen und Buchen gekauft, die schon drei Jahre in einer Baumschule lesen und schreiben gelernt hatten. Nee, Baumschule heißt es nur. Da werden Eicheln oder Bucheckern ausgesät und nach einem Jahr in Reihen auseinandergepflanzt, das nenne man dann tatsächlich verschulen. Nach ein paar Jahren werden sie wieder ausgegraben und dort hingebracht, wo sie endgültig zu Bäumen heranwachsen sollen.

Jetzt haben wir die Pflanzen mit den bloßen Wurzeln auf unserer Pflanzfläche. Sie sind in Tüten gepackt, denn gerade die kleinen Wurzeln sind sehr empfindlich und dürfen nicht austrocknen.

Bevor wir die Bäumchen aus der Tüte nehmen dürfen, muss das Pflanzloch und alles andere perfekt vorbereitet sein. Ich zeige euch, wie es geht:

Zunächst werde ich einen guten Platz für mein Bäumchen aussuchen. Nicht zu nah einen großen Baum, denn er braucht ja Licht und Wasser.

Dann geht es los. Wir benutzen zum Pflanzen einen Pflanzspaten. Der ist sehr praktisch, denn man kann damit ein Loch aus dem Boden ausstechen. Und wenn alles gut geht, dient der Pfropfen im Spaten wieder zum Schließen des Pflanzlochs. Vor dem 1. Spatenstich schiebe ich das Laub oder was sonst den Boden bedeckt etwas zur Seite. Damit keine Blätter oder ähnliches in das Loch fallen und dadurch später Hohlräume entstehen.

Ganz wichtig ist, dass das Pflanzloch tief genug ist, denn die kleine Baumwurzel soll unten nicht geknickt werden. Sonst verbraucht der Baum die ersten Jahre viel Energie, damit alles wieder in die richtige Richtung wächst.

Als nächstes teste ich, ob das Loch passt, dafür darf das Bäumchen aus der Tüte. Wenn das Loch nicht tief genug ist, helfe ich mit der Pfote nach. Die Profis benutzen dafür natürlich den Spaten. Vom Wurzelhals bis zu Wurzelspitze muss alles gerade nach unten in das Pflanzloch reinpassen.

Wenn es passt, kommt der große Moment. Ich halte den Baum fest, so dass er gegen die Wand des Loches lehnt. Der Pflanzpfropf kann das Loch wieder schließen, die Bodenschichtung bleibt intakt.

Der kleine Baum wird so leicht zwischen der Wand des Pflanzlochs und dem Pflanzpfropf eingeklemmt. Die Wurzeln brauchen Kontakt zum Boden, damit sie Wasser und Nährstoffe aufnehmen können und um besser in die neue Umgebung ein zu wachsen. Damit das klappt, wird das Bäumchen noch vorsichtig festgetreten. Dabei darf man die noch dünne Rinde auf keinen Fall verletzen.

Wichtig ist zum Abschluss noch die Zweifingerprobe. Da wird mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig getestet, ob das Bäumchen feststeckt. Das lasse ich lieber ein Kind machen. Mit meinen Pfoten geht es nämlich schlecht.

Dann bekommt die kleine Buche noch viele gute Wünsche wie zum Beispiel: genug Wasser, genug Sonne, einen guten Platz im Kronendach. Und natürlich bekommt der Baum einen schönen Namen.

Bald geht es wieder los. Ich darf wieder mit Kindern Bäume pflanzen! Sobald Vegetationsruhe ist, das heißt, wenn die Bäume alle Blätter verloren haben und für den Winter bereit sind, wird gepflanzt!

Dieses Jahr ist die Buche ja Baum des Jahres, da werden wir viele Buchen pflanzen. Vorher wird noch ein Zaun um die Fläche gebaut, damit nicht im Winter die hungrigen Rehe alle wichtigen Knospen abfressen, denn dann wird das nichts mit der großen kräftigen Buche in 100 Jahren.

Wir pflanzen die Bäume für unsere Kinder, Enkel und Urenkel und für die Tiere, die ganze Natur und unser Klima!

Probiert doch mal eine Eichel oder Buchecker einzupflanzen. Um zu beobachten, wie ein kleiner Baum wächst, funktionieren auch Kastanien prima. Manchmal findet man sogar Eicheln, aus denen schon kleine Wurzeln herauswachsen, dann Vorsicht, dass sie nicht abbrechen. Diese Baumsamen brauchen nur Erde, Wasser und irgendwann Licht zum Wachsen. Ihr könnt das dieses Jahr super ausprobieren, denn es gibt viele Eicheln und Bucheckern.

Ach und Eicheln und Bucheckern sind ja meine absolute Lieblingsspeise, da muss ich mich immer bremsen, dass auch welche liegen bleiben um groß zu werden, aber hier ein Tipp für Euch: Rohe Eicheln enthalten viele Gerbstoffe, die könnt ihr nicht essen! Aber Bucheckern schmecken auch für Menschen sehr lecker! Nur auch da nicht zu viele roh essen!


spannende Links

Wo kommen die Samen her und wie geht es los in der Baumschule
(Link zu kinder.wdr.de)

Ein Baum wird gefällt
(Link zu wdrmaus.de)

Was wird aus dem gefällten Baum?
(Link zu wdrmaus.de)

Wie pflanze ich eine Eiche?
(Link zu kruschel-kinder.de)

Warum macht es Sinn Bäume zu Pflanzen?
(Link zu Naturdetektive.bfn.de)

Informationen für Erwachsene
(Link zu Utopia.de)

Hier könnt ihr bei richtigen Pflanzeinsätzen mitmachen
(Link zu berwaldprojekt.de)


Detektivblatt „ein Wald beginnt“

Wilma Wusel entdeckt Spinnen

Wilma Wusel entdeckt Spinnen

Hallo du,
der Herbst beginnt!!! Und wenn ein Herbstanfang schöne sonnige Tage hat, dann nennt man ihn auch Altweibersommer. Das hast du sicher schon einmal gehört. Aber wieso heißt er so?

An sonnigen Tagen kannst du jetzt nämlich viele weiße Fäden zwischen den Pflanzen entdecken und diese erinnern angeblich an die weißen Haare von alten Frauen. Hihi – eine schöne Vorstellung: Alte Frauen kämmen sich, säubern dann ihre Bürsten und lassen ihre langen weißen Haare vom Winde verwehen…

Aber in Wirklichkeit sind ja Spinnen für den zarten Zauber verantwortlich. Denn zum Herbstanfang spannen besonders viele Spinnen ihre Netze. Ihre Spinnfäden schweben dann in der Luft oder sind an Gräsern und Büschen zu sehen.


Erst neulich habe ich ein schönes Netz einer Spinne entdecken können: Wow, das sah im Morgenlicht besonders schön aus!!

Solche kleinen Tiere können solche wunderbaren Gebilde zustande bringen. Wie machen die das bloß??? Und verheddern sie sich nicht mit ihren acht Beinen?

Zu Hause fand ich eine super Erklärung für meine Frage.

Später entdeckte ich noch andere Spinnennetze, die gar nicht rund waren. Das Gespinst von einigen war fast so dicht wie Stoff…

Aha, es gibt also verschiedene Netzformen bei den Spinnen! Und die Art ihrer Netze ist namensgebend für die verschiedenen Spinnengruppen. Es gibt z.B. Winkelspinnen, Baldachinspinnen, Radnetzspinnen und Dreiecksspinnen.


Na, erkennst du welche Netze von welcher Spinnengruppe gebaut wurde?


Nun hatte ich aber auch von Wolfsspinnen gehört.

Bauen die etwa keine Fangnetze? Jagen die ihre Beute am Boden? Und wenn ja, verfolgen sie die wie Wölfe?

Ich machte mich also auf die Suche nach diesen Bodenspinnen. So richtig Glück hatte ich leider nicht. Ich entdeckte zwar eine kleine Spinne, die im Laub winzig kleine Netze webte, und auch einen langbeinigen Weberknecht – doch eine Wolfsspinne fand ich nicht.


Deshalb baute ich eine Bodenfalle. Ich buddelte ein Loch für eine Schale. Dann klopfte ich die Erde am Rand der Schale fest und achtete darauf, dass der Schalenrand direkt mit dem Boden abschließt. Eine Abdeckung sollte vor Regen schützen. Am nächsten Tag schaute ich nach und …
… war enttäuscht ☹. Es waren zwar einige Krabbeltiere in meine Falle gegangen, jedoch keine Wolfsspinne. Als ich die kleinen Tierchen freiließ, entdeckte ich, dass unter ihnen auch eine winzige Spinne war. Nach meinem Fangversuch beseitigte ich meine Bodenfalle und gestaltete alles wieder so, wie ich es vorgefunden hatte. Denn das ist wichtig, schließlich war es ja eine TierFALLE.


Nun gut, dann musste mir eben ein Spinnenbuch weiterhelfen. Ich las tolle Dinge über die Wolfsspinne. Es gibt ganz viele Arten von Wolfsspinnen. Sie jagen anderen Bodentiere mit ihren langen Beinen hinterher, springen diese dann an und töten sie mit einem Giftbiss. Ist doch so ähnlich wie bei Wölfen, oder?

Ich erfuhr aber auch noch andere interessante Dinge über Spinnen:

Wusstest du, dass Weberknechte ihre Beine abstoßen können, um ihre Fressfeinde zu irritieren?

Wusstest du, dass Spinnenfäden stärker als Stahl und trotzdem elastisch sind und dass lange daran geforscht wurde, um solch ein Material herstellen zu können?

Wusstest du, dass es von 100.000 Spinnentieren weltweit nur eine Wasserspinne gibt?

Wow – die Spinnenwelt ist ja super interessant!!! Von wegen PFUI SPINNE!


Obwohl, vor einem Spinnentier sollten wir uns alle in Acht nehmen. Weißt du wie es heißt?

Es heißt:  EKCEZ  


Hier erfährst du noch mehr über Spinnen

Was ist typisch für Spinnen? Kurz zusammengefasst…
(Link zu Löwenzahn)

Spinnenrettung leicht gemacht
(Link zu pindactica.de)

Eine Spinnenforscherin ist bei Fritz zu Gast
(Link zu Löwenzahn)

Anna und die wilden Tiere: Keine Angst vor Spinnen
(Link zu YouTube)

Lexika für Kinder:
Klexikon
Naturdetektive


Forscherblatt zum Thema Spinnen

Wilma Wusel entdeckt einen neuen Waldspielplatz

Wilma Wusel entdeckt einen neuen Waldspielplatz

Hallo du,

na, bist du jetzt auch so oft wie möglich im kühlenden Wald unterwegs? Sommertemperaturen sind ja ganz schön, aber wenn es zur Hitze ausartet, dann suche ich gern schattige Plätze auf. Ja und einer meiner Lieblingswälder in Berlin, der Plänterwald, hat viele alte Laubbäume, die mir Kühlung und Sonnenschutz bieten.

eine große Buche

Mein letzter Waldbesuch endete aber nicht wie geplant, denn als ich es mir gerade unter einer großen Buche gemütlich machen wollte, schreckte ich auf.

Laute Motorgeräusche, kräftige Hammerschläge und lärmende Sägen störten mich in meiner Mittagsruhe.

Das machte mich neugierig und ich eilte dem Krach entgegen. 

saftig grüne Buchenblätter
Für einen Spielplatz wird viel Holz gebraucht

Wow- ich entdeckte eine richtig große Baustelle und das mitten im Wald!!! Ja sogar ein Bagger war da! Doch die dort arbeitenden Menschen sahen nicht wie Bauarbeiter*innen aus, sondern erinnerten mich eher an Forstleute.

Und richtig, es waren Mitarbeiter*innen der Berliner Forsten. Sie erzählten mir, dass hier einer der größten Waldspielplätze von Berlin entstehen soll.

Manche Stämme werden tief in den Boden eingegraben

Deshalb sind sie so emsig: sie sägen viele Bretter, vermessen Balancierbalken und gestalten neue Spielgeräte.
Und das Holz, das sie verarbeiten, stammt von Bäumen, die sie im Berliner Wald ausgesucht und dann gefällt haben.

Eine Forstwirtin meinte: „Wir brauchen nämlich für die Spielgeräte hartes und festes Holz. Dafür eignen sich besonders Eichen und Robinien!“ 
Sie zeigte mir einen Robinienstamm und machte sich gleich an die Arbeit. Ich staunte, denn sie schälte diesen wie ich eine Karotte.  
„Die Rinde muss ab, damit das Holz länger hält und geschliffen werden kann.“ Ich versuchte, ihr zu helfen, musste aber bald merken, dass solch ein Entrinden sehr anstrengend ist! Puh!! Aber die frische Rinde roch toll…  

Mit diesem Schaber wird die Rinde abgemacht

Da der Spielplatz Anfang Juli eröffnet werden soll, hielt ich die fleißigen Forstwirt*innen nicht mehr mit meinen Fragen auf, sondern bewunderte schon die ersten Spielmöglichkeiten. Na, das wird ein Spaß, wenn wieder alle Kinder den Waldspielplatz nutzen dürfen! 

Auf meinem Rückweg zur alten Buche stutzte ich: „Nanu, die Rinde kenn‘ ich doch? Die habe ich doch auf der Spielplatzbaustelle von Stamm geschält. Ist das etwa eine Robinie? Ach, da sind ja auch ihre Blätter! Die kenn‘ ich doch! Die nehme ich öfter mal für meine Abzählspiele!“  

Bei meinem Abzählspiel zupfe ich mit jedem Begriff ein Blättchen ab und der Begriff am letzten Blättchen geht in Erfüllung (oder auch nicht😊)
z. B. für die Wettervorhersage für mein Geburtstag nutze ich: „Sonne, Wolken, Regen“, für meine Teilnahme am nächsten Wildschweinrennen zähle ich: „Sieg, Mittelfeld, Letzte“ oder für mein Blick in die Zukunft nehme ich ”Professorin, Bäckerin, Ingenieurin oder Schriftstellerin”. 

Als ich weiterging kam ich zu einem Platz mit ganz vielem alten Holz und tollen Stöcken. Der Platz erinnerte mich sofort an die Wald-Baustelle. Da kam mir eine Idee: Ich bau mir einen eigenen Waldspielplatz mit Hütte, Wippe und Balancierstrecke. Das wird toll!!!

Werde doch auch du bei deinem nächsten Waldaufenthalt ein*e Spielplatzerbauer*in!!!


Spannende Links

Die Berliner Waldspielplätze
(Link zu berlin.de)

Bauanleitungen für deinen eigenen Waldspielplatz:

Turm im Wald
(Link zu youtube.de)

Kugelbahn
(Link zu wanderverband.de)

Waldhütte bauen
(Link zu geo.de)


Detektivblatt „Waldspielzeug“

Drucke Dir hier dein Detktivblatt aus und fange sofort an zu spielen.


Wilma Wusel entdeckt Baumkinder

Wilma Wusel entdeckt Baumkinder

Hallo du, der Frühling ist da!!! Freust du dich auch so darüber wie ich? Überall blüht und zwitschert es – ich habe sogar auch schon eine Nachtigall gehört, die nun nach langem Flug aus dem Winterquartier auf Partnersuche ist. Hast du auch schon zurückgekehrte Zugvögel wie den Weißstorch, Kuckuck und die Schwalbe gesehen oder gehört?

Ja, ringsumher beginnt nun wieder neues Leben! Viele Vögel haben bereits ein Nest gebaut und bei einigen sind sogar schon kleine Vogelbabys geschlüpft.

Auf meinem letzten Spaziergang habe ich auch Babys entdeckt, und zwar Baumbabys! Doch es war mir erst gar nicht klar, dass es kleine Bäume waren. Sie sahen so ganz anders aus!

Das eine Baumbaby erinnerte mich an einen Propeller und das andere sah wie eine Muschelpflanze oder besser noch, wie eine Pflanze mit Elefantenohren aus!

Erst später erfuhr ich, dass diese Baumbabys Keimlinge genannt werden und ich sah dann auch, dass aus dem Propeller Spitzahornblätter wuchsen. Aha, so also begann auch das Leben von meinem Baumfreund Hartmut!!!

Wow, und aus der Muschelpflanze reckten sich dann Buchenblätter!

Jaja, auch ein großer, starker Baum fängt eben klein an und muss sich auch gedulden, bis er zu den Großen gehört!

Beim nächsten Erkundungsgang konnte ich sogar noch größere Geschwister meiner Baumbabys, oh pardon der Keimlinge, entdecken.
Daraus machte ich ein Spiel: Ich suchte zunächst ein Bäumchen was genauso groß war wie ich, dann schaute ich nach größeren, bis ich eines fand, unter das ich mich stellen konnte. Beim Spitzahorn fand ich schnell die verschiedenen Größen, ohne dass ich den Ort verlassen musste.

Bei der Buche musste ich länger suchen. Woran das wohl liegt???



Außerdem machte mich noch etwas stutzig; so viel ich auch suchte, ich fand in der Nähe der Spitzahornkinder nirgends einen großen Ahornbaum. Bei den Buchenkindern fand ich dagegen schnell die „Mutter“.

Ich überlegte: Ob das mit den Früchten der Bäume zu tun hat? Denn ich kann mich noch gut erinnern, dass die Ahornnasen beim letzten Herbststurm wie Propeller durch die Luft flogen (ach, deshalb sehen wohl auch die Keimlinge so aus). Und beim Pilze sammeln fiel mir eine Buchecker fast auf den Kopf!

Hm, da ist es wieder – ein neues Naturrätsel, was es zu lösen gibt!!!


Ich bin davon überzeugt, dass mir dies gelingen wird, doch jetzt werde ich erstmal die Frühlingstage genießen und mich an dem frischen Grün des Blätterdachs im Wald erfreuen. Kommst du mit?


Detektivblatt Baumkinder

Drucke dir das Detektivblatt aus und gehe auf Entdeckungstour im Wald.

Spannende Links:

Anna und der Ahorn (YouTube ab Minute 2:10)

Anna und die Buche (YouTube ab Minute 3:13)

Umfangreiche Fotosammlung von Baumkindern
(Website des Schulbiologiezentrums Hannover)

Basteln:

Wie passt das Buchenblatt in die Knospe und was ist eigentlich Bionik?
(Buchenblattfaltung auf pindactica.de)

Wilma Wusel entdeckt Knospen

Wilma Wusel entdeckt Knospen

Eine Maus in ihrem Versteck

Hallo du,

neulich war ich wieder mal im Wald unterwegs. Leider lag kein Schnee, doch auf einmal raschelte etwas im Laub. Ich schlich mich ran, denn ich wollte das Tier aufspüren. Im Fuchsgang (Link zu youtube) konnte ich mich ganz leise im Unterholz bewegen  und da entdeckte ich sie!

Eine kleine Maus war in ein Loch gehuscht und schaute mich daraus mit ihren Kulleraugen an.
Sie hatte bestimmt nach Eicheln oder Bucheckern gesucht, um ihren Hunger stillen zu können.

Ich wollte sie nicht weiter stören, deshalb schlich ich leise zurück. Da passierte es, denn ich piekste mich an einem Zweig.

Den schaute ich mir natürlich genauer an:  Waren das Stacheln oder Dornen, die mich ärgerten? Nee, so spitz wie die Dornen der Robinie waren diese nicht. Und abbrechen, wie die Stacheln vom Hagebuttenstrauch ließen sich die spitzten Dinger auch nicht. Hmm???

Wilma schaut sich den Buchen-Zweig genauer an.
Der Lindenzweig hat auch Auswüchse.

Ich schaute mich um, und da fiel mir auf, dass auch noch andere Zweige solche Auswüchse hatten, die aber ganz unterschiedlich aussahen. Sie hatten sogar verschiedene Farben: schwarz, grün, braun.

Ich überlegte: Sind das etwa die Knospen, aus denen im Frühling die Blätter wachsen? Und wenn sie so unterschiedlich aussehen, dann sind diese bestimmt auch von verschiedenen Baumarten.

Das wäre ja toll, dann brauch ich gar nicht zu warten, bis die Blätter wachsen, um den einen oder anderen Baum erkennen zu können.

Beim Ahorn sehen sie wieder ganz anders aus.

Zunächst dachte ich mir aber eigene Namen aus: Zickzackzweig, Zipfelmützenknospe, Tropfenknospe.
Na, kannst du diese Namen den Zweigen zuordnen?


Nun wollte ich es aber genau wissen und wieder einmal halfen mir Bestimmungsbücher weiter.

Tatsächlich! So vielfältig wie die Blätter einzelner Baumarten aussehen, so unterschiedlich sind auch die Knospen! In einem der Bücher fand ich eine coole Tabelle, wie ich die verschiedenen Knospen einordnen kann.
Aha, meine Tropfenknospe ist also von einer Kastanie…

Nun interessierte mich, was in einer Knospe ist und ich öffnete eine Buchenknospe.
Ich entfernte ganz vorsichtig Schuppe für Schuppe und siehe da, mit der Lupe und etwas Phantasie konnte ich bereits die kleinen Buchenblätter erkennen, welche auf den Frühling warten.

Ich hatte auch noch einige Spielideen:

Ich nahm mir einen Zweig aus meinem Zweigehaufen und versteckte die anderen Zweige unter einem Tuch. Nun versuchte ich unter dem Tuch den gleichen Zweig zu ertasten, der vor mir lag. Und es klappte prima- ich hatte nur einen Fehlversuch! 🙂

Darauf hin machte ich es mir noch schwerer – ich verband mir meine Augen und griff aus dem Zweighaufen ein Stück heraus und fühlte seine Besonderheiten mit der Wange. Ups, der Buchenzweig piekste ganz schön…

Diese und noch andere Spiele machen bestimmt zu zweit oder mit mehreren viel mehr Spaß, deshalb werde ich für meinen nächsten Spielenachmittag noch ganz viele Zweige sammeln.

Im Winter finden oftmals Baumfällungen im Wald und auch Baumpflegearbeiten auf dem Schulhof oder im Park statt. Dort werde ich gewiss viele Zweige zum Spielen finden.
Wenn du auf deiner nächsten Waldtour Kronenteile am Wegesrand entdeckst oder du noch Äste im Park findest, so schneide dir doch auch ein paar Zweige ab. Dann kannst du auch die Knospen erforschen und Tast- und Ratespiele machen.

Und nach dem Forschen und Spielen kannst du die Zweige ins Wasser und an einen hellen warmen Ort stellen. Dann hast du bald den Frühling im Haus. Das wird bestimmt spannend, ob und wie sich die einzelnen Knospen öffnen.
Ja, Winter macht Spaß, auch ohne Schnee!!!


Knospenbestimmung

https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/zweige

https://www.pflanzen-vielfalt.net/bestimmen-sammeln/baumbestimmungshilfe/knospenbestimmung/

https://www.suz-mitte.de/pdfs/naturforscher/winterbaum/fb20a_Knospen.pdf

Knospenquiz

https://www.geo.de/natur/naturquiz/20987-quiz-bilderquiz-erkennen-sie-den-baum-seiner-knospe


Detektiv- und Rätselblätter zum Ausdrucken

Wilma Wusel entdeckt Hollywood

Wilma Wusel entdeckt Hollywood

Eine Stechpalme

Die Stechpalme

Ich hab‘ Hollywood entdeckt!! Lieber wäre mir natürlich gewesen, wenn ich von Hollywood entdeckt worden wäre, zumal ich ja schon Filmerfahrung habe😉

Ich erzähle euch mal wie es dazu kam:
Der Baum des Jahres für 2021 ist die Gewöhnliche Stechpalme auch Hülse oder Ilex genannt. Natürlich wollte ich über unseren Baum des Jahres mehr wissen und habe bei meinen intensiven Recherchen viel Interessantes erfahren: Es geht um Zauber, Weisheit, ewiges Leben und Schutz vor dem Bösem.

Hollywood

Die Stechpalme oder Hülse ist besonders in England weit verbreitet und sehr beliebt. Unsere Hülse wird dort Holly genannt.

Ja und im 19. Jahrhundert hatte ein amerikanischer Grundbesitzer eine Begegnung mit dem Fahrer eines Holztransporters, welcher wahrscheinlich Stechpalmenholz geladen hatte. Dieser Mann fühlte sich bei dem Gespräch an seine alte Heimat erinnert und nannte deshalb sein neues Land „Hollywood“ (Stechpalmenwald), obwohl dort weit und breit keine Stechpalme wuchs.

Das ist doch wahrlich eine filmreife Story mit den nötigen Irrungen und Verwirrungen, oder?

Wilma schaut sich Hollywood ganz genau an
Wilma mit Hedwig und Zauberstab

Stechpalmenholz

Apropos Film- wusstet ihr eigentlich, dass die Harry Potter- Filme in Hollywood gedreht wurden und viel wichtiger, dass der Zauberstab von Harry Potter aus Stechpalmenholz ist, „Stechpalme und Phönixfeder, 11 Zoll, handlich und geschmeidig“?  

Wegen der tollen Zauberkräfte der Stechpalme hat man sie früher schon gerne für Zauberstäbe verwendet. Und weil das Holz auch sonst als handlich und geschmeidig galt, also sich schön anfühlt, wurde es gerne für Spazierstöcke benutzt.

Noch so ein berühmter Typ, Johann Wolfgang von Goethe hat deshalb wohl zu seinem 70. Geburtstag einen Spazierstock aus Stechpalmenholz geschenkt bekommen.

Schutz gegen Böse geister und Blitzeinschläge

In der kalten Jahreszeit wurden früher gerne Stechpalmenzweige in die Stuben und Ställe gehängt, um böse Geister abzuschrecken und das Haus vor Blitzschlag zu schützen.
Bin ich froh, dass es heute Blitzableiter gibt, denn das hat sicher nicht so gut funktioniert.
Ehrlich gesagt, ich habe gegrinst, als ich über diesen Brauch gelesen habe. Doch dann fiel mir auf, dass heutzutage immer noch sehr gern die Adventskränze und Weihnachtsträuße mit den immergrünen Zweigen und den leuchtenden roten Früchten der Stechpalme geschmückt werden.
Da frage ich mich: Machen das die Leute, weil es hübsch aussieht oder wollen sie doch damit Böses vertreiben?

Wilmas Kerzenständer sind mit Stechpalmen-Beeren und Nelken verziert.

Winterliche Dekoration

Früher haben so viele Leute die Stechpalme für ihre Weihnachtsdekoration benutzt, dass sie ganz selten in unseren Wäldern geworden ist. Jetzt steht sie unter Naturschutz.

Also wenn ihr ein Adventsgesteck mit den hübschen Ästen der Stechpalme und lustigen roten Beeren dekorieren wollt, müsst ihr sie leider kaufen oder aus einem privaten Garten bekommen und dürft sie nicht einfach im Wald abpflücken, das ist schon lange verboten!

Ich habe mir also einen schönen Zweig gekauft:
Na wie gefällt dir meine Bastelidee? Ich habe die Clementine noch mit Gewürznelken verziert und nun sieht mein Kerzenständer nicht nur schön aus, sondern er duftet auch noch weihnachtlich!

Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich aber noch etwas Wichtiges:
Die Blätter und Früchte der Stechpalme sind für Menschen GIFTIG! Also lieber Finger waschen nach dem Basteln.

Da die Steckpalme ja schon eine Weile Baum des Jahres ist, habe ich natürlich bei meinen Berliner forstlichen Streifzügen das ganze Jahr besonders auf sie geachtet. Im Sommer ist sie wirklich nicht so leicht zu entdecken, weil es doch eher ein kleiner stacheliger Baum ist und sich zwischen den anderen Bäumen gut versteckt. Aber jetzt könnt ihr sie gut finden, weil die liebe Stechpalme ihre grünen Blätter im Winter nicht verliert. Deswegen eignen sie sich ja so gut für Adventsgestecke.

Warum die Stechpalme sticht

Mir ist auch noch was ganz Besonderes aufgefallen. Die Ränder der unteren Blätter am Baum haben Spitzen. Das ist logisch, denn der Baum heißt ja STECHpalme. Aber die Ränder der oberen Blätter haben keine Spitzen, sie sind ganz glatt!

Ein neues Naturrätsel, das ich natürlich gleich lösen wollte:
Wow, die Stechpalme ist ja clever, denn die Spitzen an den unteren Blättern schützen sie vorm Gefressen werden. Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass die Rehe und Hirsche die stachligen Blätter nicht mögen. Weiter oben kommen die Tiere nicht mehr ran und die Blätter brauchen keine Stacheln zum Schutz. Einfach nur genial! Deshalb gilt die Hülse auch als besonders weise. „Der Baum der weisen Voraussicht“.

Vogelfutter

Da fällt mir ein, dass ich die Reste meines Zweiges noch gar nicht verbraucht habe. Ich überlegte: „Die Vogelbeeren sind doch auch rot, da werden die Vögel vielleicht auch die Früchte der Stechpalme mögen.“ Ich nahm den Zweig und steckt ihn in meinen Balkonkasten und siehe da, es dauerte gar nicht so lange bis eine Amsel landete.