Wilma Wusel entdeckt einen Himmelsstürmer

Wilma Wusel entdeckt einen Himmelsstürmer


Nun ist der Sommer vorbei! Gewiss warst du viel draußen, um die warmen Temperaturen und die Natur zu genießen!
Auch ich war oft im Wald unterwegs. Einmal fühlte ich mich wie in einem Dschungel, denn die Bäume waren oben bis unten bewachsen. Ich konnte kaum den Stamm erkennen! Das wunderte mich sehr. „Was das wohl sein mag?“ Nun wollte ich dieses Rätsel erforschen:


Dazu musste ich mich durch einen grünen Teppich am Waldboden begeben. Nanu- das waren ja alles grüne Blätter, die aber nicht von den Bäumen stammen! Sie wuchsen so dicht, dass ich darin fast verschwand. Außerdem musste ich aufpassen, dass ich nicht stolperte. Wie Schlingpflanzen schlängelte sich das Blättermeer am Boden entlang.

Als ich an dann an einem dieser „grünen“ Bäume stand, machte ich eine Entdeckung. Einige dieser Blätterschlangen vom Boden kletterten am Stamm des Baumes hoch! Das ist komisch- erst wachsen sie am dunklen Waldboden und dann strecken sie sich der Sonnen entgegen? Dann dient der Baum wohl als Klettergerüst dieser Pflanze, denn ohne ihn könnte solche eine Blätterschlange nie hoch hinaus.

Nun betrachtete ich die Blätter genauer. Mal hatten sie drei Blattzipfel, mal waren es fünf. Sie waren auch nicht so weich, wie die Blätter der Kastanie oder anderer Laubbäume. Ja, sie fühlten sich eher ledrig an. Dann stutzte ich- irgendwie kam mir die Blattform bekannt vor…
Wo hatte ich sie denn schon mal gesehen?
Grübelnd stolperte ich zum Waldweg zurück. Dabei verschluckte ich was und musste husten.

Jetzt fiel es mir ein. Der Hustensaft, den ich neulich einnahm, hatte solch ein Blatt auf dem Etikett. Es war EFEU-Hustensaft!
Aha, die Blätterschlangen sind der EFEU!!! Nun interessierte mich, wie der Hustensaft hergestellt wird, denn dann könnte ich mir diesen bei Bedarf selbst herstellen!
Ich ermittelte im Internet. Ein Rezept gefiel mir besonders:

Nun interessierte mich, wie man denn das Alter vom Efeu bestimmen kann. Aha, es ändert sich nicht nur die Wuchsform, sondern auch die Blattform! Erst sind sie herzförmig mit Zipfeln und nach 8-10 Jahren werden sie eiförmig.
Dann erst bildet der Efeu auch Blüten, aus denen dunkelblaue Beeren werden. Diese sind für Menschen giftig, für Vögel aber eine wichtige Futterquelle im Winter.

Tage später war ich wieder unterwegs. Da hörte ich über mir ein Brummen. Ich schaute hin und entdeckte ein großes blühendes Gewächs.
„Hey, hier steht ja ein alter Efeu! Wow, der wird ja umschwärmt!“
Das ist ja auch kein Wunder, denn viele Blumen sind im Spätsommer verblüht, so dass der Efeu jetzt ein toller Nahrungsort für Insekten ist.

Ein umschwärmter Efeu

Ich bewunderte noch einige Zeit das geschäftige Treiben und konnte dabei die unterschiedlichsten Bienen entdecken.
Dann erntete ich ein paar Blätter für den Hustensaft und einige Efeutriebe vom Boden, um mir einen Kranz zu flechten.

Fleißige Biene

Außerdem wollte ich noch ein Waschmittel aus Efeublättern herstellen. Das hatte ich nämlich auch noch ermittelt und fand das sehr interessant, mal Seife aus der Natur und nicht aus der Drogerie zu nutzen!
Hier ist das Rezept dazu:
1 Handvoll Efeublätter (ca. 30 g) zerschneiden und in ein Schraubglas geben.  Heißes Wasser (300 ml) aufkochen, über die Blätter gießen, das Glas verschließen und mehrere Stunden ziehen lassen. Wenn sich bei einer Schüttelprobe Schaum bildet, ist die Waschlauge fürs Hände- oder Wäschewaschen fertig.
Versuche es doch auch einmal!

Wow, der Efeu ist ja ein richtiger Tausendsassa:
Er ist Bodenkriecher, aber auch Kletterkünstler, verändert im Alter seine Blätter, dient den Insekten im Spätsommer als Nahrungsquelle, gibt den Vögeln Nist- und Versteckmöglichkeiten und wertvolles Winterfutter. Die Menschen nutzen ihn als Heil- und Waschmittel, zum Dekorieren sowie als natürlichen Hausschmuck oder Sichtschutz, denn er hat nämlich noch eine Besonderheit- er ist IMMERGRÜN!

Übrigens- der Efeu schadet den Fassaden, Zäunen und gesunden Bäumen nicht.  Im Gegenteil- doch höre selbst: 😊

Macht mit: Blumen zum Geburtstag

MACHT MIT: BLUMEN ZUM GEBURTSTAG

Macht mit: sät im April Pflanzen aus und schickt uns ein Foto.
So entsteht übers Jahr unser ganz besonderer Geburtstags-Blumenstrauß.

Macht eure Straße bunter

Schon ein Jahr lang gibt es unseren Blog mit Wilma Wusel, Podcast, Aktuellem und Wissenswertem aus dem Wald.

Zu unserem Jubiläum haben wir einen Wunsch:
Lasst uns unsere Stadt gemeinsam etwas bunter machen und pflanzt oder sät ein paar Blumen, Kräuter oder was euch gefällt um euer Haus herum, auf der Fensterbank oder dem Balkon.

Es macht großen Spaß, darauf zu warten, dass die Samen keimen und die ersten kleinen Blätter zu sehen sind. Danach könnt ihr die Pflanze beim Wachsen beobachten, ihre Blüten bewundern und später wiederum die neuen Samen entdecken.

Doch es gibt noch viele andere Gründe dafür eine Pflanze zu säen:

Wilma hat schon fleißig gepflanzt
Ein Tagpfauenauge

Insekten-Helfer

Achtet bei eurem Saatgut gern darauf, dass die Pflanzen auch eine Futterquelle für Bienen und andere Insekten sind. Das steht oft auf der Packung oder ist mit einem kleinen Bienen-Symbol markiert. Dann sehen eure Pflanzen nicht nur schön aus, sondern ihr schützt auch die Insekten und helft ihnen, besser in unseren Städten leben zu können.

Straßenbaum-Paten

Vielleicht stehen vor eurem Haus auch ein paar Straßenbäume? Häufig ist um die Bäume herum ein Bereich mit Erde, auf dem aber gar nichts wächst. Das könnt ihr ändern! Wenn ihr um den Baum herum Pflanzen sät oder pflanzt, sieht das schön aus und ihr helft damit auch dem Baum. Denn wenn es, wie in den letzten Jahren, sehr wenig regnet und die Erde um den Baum herum ganz nackig ist, wird der Boden sehr schnell trocken und auch ganz fest. Wenn dort aber Pflanzen wachsen und ihren Schatten auf den Boden werfen und ihn mit ihren Blättern bedecken, bleibt das Wasser länger vor Ort und die Bäume haben länger etwas zu trinken. Darüber hinaus könnt ihr den Stadtbäumen in längeren Trockenzeiten helfen, indem ihr ihnen regelmäßig Wasser gebt.

Wenn ihr die Baumscheibe um euern Straßenbau bepflanzen wollt, müsst ihr vorher beim Straßen- und Grünflächenamt um Erlaubnis fragen und euch dann auch gut um das Beet kümmern.

Hier findet ihr noch mehr Informationen:
Was ihr beachten müsst, wenn ihr eine Baumscheibe bepflanzen wollt (Berlin.de)
Warum und wie Straßenbäumen bepflanzen (NABU Berlin)
Wie geht es den Stadtbäumen in Berlin: Berliner Baumreport (BUND Berlin)

Eine bepflanzte Baumscheibe
Städte brauchen Pflanzen, um nicht zu überhitzen

Unsere natürliche Klimaanlage

Die letzten Sommer waren sehr warm und trocken. Gerade große Städte, wie Berlin heizen sich dann sehr auf. Das liegt daran, dass viele Flächen aus Stein, Beton und anderen Materialien bestehen, die sich, wenn sie von der Sonne beschienen werden, erhitzen und diese Wärme dann auch speichern.

Pflanzen sind unsere natürliche Klimaanlage. Sie verhindern, dass sich andere Oberflächen stark erhitzen und kühlen die Luft. Das passiert, weil durch ihre Blätter Wasser verdunstet und sie Schatten spenden. Eine grüne Stadt hat also nicht nur bessere Luft, sondern auch ein besseres Klima.

Ihr seht, es gibt einige gute Gründe, unsere Stadt etwas grüner zu machen. Seid dabei und sät am Wochenende oder einem anderen Tag im April eine Pflanze aus und schickt uns ein Bild (vielleicht ein zweites, wenn sie blüht oder Früchte trägt) von eurem Teil des Blumenstraußes, der hoffentlich bald in ganz Berlin blüht an waldentdeckenberlin@posteo.de