Das Moor – ein unheimlicher Ort?
Das Teufelsseemoor – Ein Einblick in die Geschichte
Das Teufelsmoor in Berlin-Köpenick ist ein geschichtsträchtiges und zugleich mystisches Naturgebiet, das im Laufe der Zeit zahlreiche Geschichten und Legenden hervorgebracht hat.
Ursprünglich war das Moor ein sumpfiges Gebiet, das den Menschen aufgrund seiner undurchdringlichen Natur und düsteren Atmosphäre Angst einflößte. Es erhielt den Namen „Teufelsmoor“ aufgrund der Vorstellung, dass hier der Teufel höchstpersönlich sein Unwesen treibe.
Im 18. Jahrhundert begannen die Menschen, das Teufelsmoor zu entwässern und für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Diese Entwicklung markierte einen Wandel in der Geschichte des Moorgebiets, von einem düsteren Ort der Angst zu einem landwirtschaftlich genutzten Gebiet. Trotz dieser Veränderungen bleiben die Geschichten und Legenden in der Folklore der Region lebendig.
Heutzutage ist das Teufelsmoor ein Naturschutzgebiet, das Besucher mit seiner einzigartigen Flora und Fauna anlockt. Seine Geschichte ist somit eine faszinierende Reise durch die Veränderungen in der Wahrnehmung und Nutzung eines einst düsteren und mysteriösen Ortes zu einem geschätzten Naturreservat in der Stadt Berlin.
Teufelsseemoor Köpenick

Das heutige Teufelsseemoor ist eine einzigartige Naturlandschaft, die durch vielfältige Besonderheiten beeindruckt. Es erstreckt sich über eine Fläche von etwa 6 Hektar.
Inmitten der moorigen Landschaft finden sich Torfmoos, Seggen und Wollgräser, aber auch seltene Pflanzen wie der Sonnentau prägen das Bild.
Wer die Augen offen hält, kann auch den Moorfrosch und die unter Schutz stehende Ringelnatter entdecken. Ebenso Vogelliebhaber können zahlreiche Arten sichten.
Der neue 300 m lange Holzsteg, der sich über das Teufelsseemoor erstreckt, ermöglicht es Besuchern, tief in diese Landschaft des Moores einzutauchen, ohne die empfindlichen Pflanzen und Lebensräume zu beeinträchtigen.


Als Folge von Wassermangel und damit einhergehende Verlandung des Moors finden sich bereits Birken und Kiefern an. Zur längerfristigen Erhaltung des Ökosystems wurden daher im Rahmen eines Umweltprogrammes der Berliner Forsten 2014/2015 einige Gehölze aus dem Moorboden entfernt.
Sonnentau – der grüne Beutefänger
Der Sonnentau (Drosera) zählt zu den fleischfressenden Pflanzen. Weltweit sind rund 200 Arten bekannt, hauptsächlich aus Australien, Südamerika und Südafrika. Auch bei uns gibt es heimische Arten. Neben der rundblättrigen Variante ist auch der langblättrige Sonnentau auffindbar. Er bildet langgestielte und hohle Blätter aus, erreicht Höhen von 5-20 cm und zeigt eine weiße Blütenpracht von Juli bis August.
Der Sonnentau ist dafür bekannt, in äußerst nährstoffarmen Böden zu gedeihen. Um die lebensnotwendigen Nährstoffe zu erlangen, nutzt die Pflanze Insekten, wie Fliegen und Mücken als Nahrungsquelle. Charakteristisch für den Sonnentau sind seine Fangblätter, besetzt mit leuchtend roten Tentakeln. Das darauf an Tautropfen erinnernde Haftsekret verleiht ihm nicht nur seinen Namen, sondern fungiert auch als Lockmittel für Insekten. Diese bleiben an der klebrigen Substanz kleben und werden anschließend verdaut.
Die Drosera-Arten haben sich überwiegend an moorige Lebensräume angepasst und können sich so der Konkurrenz mit anderen Pflanzenarten entziehen und sich frei entfalten. Infolge von Entwässerung und Torfabbau verkleinert sich allerdings der Lebensraum des Sonnentaus zunehmend, wodurch bereits einige Arten selten geworden sind.
Sonnentaugewächse haben auch für uns Menschen schon lange einen Nutzen als Heilpflanzen, vorrangig bei Erkrankungen der Atemwege, durch seine entzündungshemmenden und krampflösenden Wirkungen. Er sollte aber nicht gepflückt werden, da er ja unter Naturschutz steht.
Der Moorfrosch – das Chamäleon unter den Amphibien
Der Moorfrosch, auch als Europäischer Moorfrosch bekannt, ist eine faszinierende Amphibienart, die in den Feuchtgebieten Europas beheimatet ist.
Mit einer lebendigen blauen Farbe, die sich ausschließlich in der Paarungszeit zeigt, zieht dieser Frosch die Aufmerksamkeit von Naturliebhabern und Forschern gleichermaßen auf sich.
Diese Amphibienart, wissenschaftlich als Rana arvalis bezeichnet, findet man hauptsächlich in den Feuchtgebieten von Nord- und Osteuropa.
Die Fortpflanzung des Blauen Moorfroschs ist ein beeindruckender Prozess. Im Frühling versammeln sich die Frösche in den Feuchtgebieten, wo die Männchen mit ihrem auffälligen Blau um die Gunst der Weibchen buhlen. Die Paarung erfolgt im Wasser, und die Weibchen legen ihre Eier in sorgfältig konstruierten Schaumnestern ab.
Der Lebensraum des Blauen Moorfroschs umfasst Sümpfe, Moore, Teiche und Feuchtgebiete mit langsam fließendem Wasser. Der Frosch ist perfekt an das Leben in diesen nassen Umgebungen angepasst, mit seinen speziellen Hautdrüsen, die eine gewisse Feuchtigkeit bewahren und vor dem Austrocknen schützen.
Trotz seiner Anpassungsfähigkeit und Überlebensstrategien steht der Blaue Moorfrosch vor Herausforderungen. Der Verlust von Feuchtgebieten aufgrund von menschlichen Aktivitäten, Umweltverschmutzung und klimatischen Veränderungen bedrohen seinen Lebensraum und seine Population.
Insgesamt ist der Blaue Moorfrosch ein faszinierendes Beispiel für die Vielfalt der Natur in feuchten europäischen Landschaften. Der Schutz seines Lebensraums und nachhaltige Umweltpraktiken sind entscheidend, um sicherzustellen, dass diese farbenfrohen Amphibien auch zukünftigen Generationen erhalten bleiben.
Interessiert? Hier kannst du dein Wissen vertiefen:
Noch nicht genug vom Sonnentau? Hier geht’s zur offiziellen Seite des NABU
Du traust dich alleine ins Teufelsmoor? Dann ist hier deine Wegbeschreibung
Quaaaaaak! Erfahre mehr über den Moorfrosch auf der Seite des NABU
Autoren:
Dieser Beitrag wurde von den beiden Ökis (FÖJlerinnen) Phoebe und Vincent verfasst.




