Wilma Wusel entdeckt Zugvögel

Wilma Wusel entdeckt Zugvögel

Hallo du,

jetzt ist der Herbst in vollem Gange und nicht nur die Bäume zeigen dies mit ihrem bunten Laub. Auch die Vögel kündigen nun den Beginn der kalten Jahreszeit an. Viele sammeln sich jetzt, um gemeinsam in wärmere Gebiete zu fliegen.
Ich habe in letzter Zeit viele Vogelschwärme beobachten und hören können. Sie saßen entweder auf alten Telefondrähten oder sie flogen hoch über mir.


Die Rufe der Kraniche sind jetzt sogar im lärmenden Berlin zu vernehmen. Sie klingen wie schallende Trompeten …

Als ich die Kraniche dank ihrer Töne entdeckte, bewunderte ich auch ihre Flugweise. Das Muster ihrer Gruppe erinnerte mich an ein V. Auf einmal übernahm ein anderer Vogel die Spitze der Gruppe und der vormals erste Kranich reihte sich hinten ein. Hatte dieser die Richtung vergessen oder keine Lust mehr?
Später hörte und sah ich auch noch Gänse am Himmel, die in derselben Formation über die Stadt flogen.
Ich überlegte, ob alle Vögel so fliegen und wenn ja, warum?


Aha, die Vögel ziehen in verschiedenen Weisen Richtung Süden:

Kleinere Vögel bevorzugen große Schwärme, in denen sich jeder Vogel an seinem Nachbar orientiert, damit es kein großes Durcheinander gibt.

Dann gibt es noch Einzelflieger, die nachts nach Süden ziehen. In der Dunkelheit sind sie vor Greifvögel geschützt. Dazu zählen viele kleine Vögel wie Nachtigall oder Kuckuck, die sich schon im Spätsommer auf den Weg machen.

Die V- Flieger reisen tagsüber und sind deshalb gut zu beobachten. Diese großen Vögel fliegen in dieser Formation, um Kraft zu sparen. Dabei nutzen die hinten fliegenden Vögel den Aufwind, der hinter den vorausfliegenden Vögeln entsteht. Der Vogel an der Spitze braucht also die meiste Kraft und deshalb wechseln die Vögel regelmäßig die Plätze.

Ach ja, als ich mir an den heißen Tagen Luft zufächelte, merkte ich den Luftstrom. Das ist wohl der Aufwind, der den Vögeln hilft!
Und die Flügelbewegungen eines großen Vogels verursachen bestimmt noch gewaltigere Luftbewegungen, die dann sein Nachbar für sich nutzen kann.
Das hat mich zu einem Experiment angeregt.
Du kannst es doch auch einmal probieren! Nutze erst kleine und dann große Pappen. Womit entwickelst du stärkere Luftströme?
Vielleicht organisierst du sogar einen Wettkampf mit deiner Familie? Wer schafft es am weitesten oder am schnellsten eine Feder, Wattebällchen oder etwas anderes zu bewegen? Bestimmt fällt dir dazu noch etwas anderes ein…

Bei meinen Forschungen erfuhr ich noch, dass die Menschen lange glaubten, die Sommervögel würden im Schlamm von Gewässern überwintern. Sie hatten keine andere Erklärung über den Verbleib der vielen Vögel, die sie im Sommer erfreuten. Als vor 200 Jahren ein Weißstorch entdeckt wurde, der von einem afrikanischen Pfeil getroffen war, begann die Vogelforschung zum Zugverhalten.
Ein weiterer Weißstorch mit dem Namen „Prinzesschen“ wurde sogar berühmt! Dank eines Senders konnte sein Leben 16 Jahre lang erforscht und dadurch viele neue Erkenntnisse gewonnen werden.

Nun wollte ich aber die Vögel aus nächster Nähe beobachten, denn ich ermittelte noch, dass die großen Vögel für die Nacht Rastplätze aufsuchen und dann tagsüber auf Futtersuche sind.
So verbleiben sie eine Weile an einem Ort, um sich dann Richtung Süden zu begeben.
Einer dieser Plätze, um Zugvögel sehen zu können, ist das Nabu- Erlebniszentrum Blumberger Mühle bei Angermünde.
Hier konnte ich die Natur genießen, knifflige Rätsel lösen, den schönen Spielplatz nutzen und natürlich auch Vögel beobachten. Das ist gewiss auch für dich ein toller Exkursionsort!

Große Schwärme von Kranichen und Gänsen sammeln sich derzeit auf dem Darß an der Ostsee und im Rhinluch bei Linum. Es gibt aber noch weitere Rastplätze .

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es sogar Europas größtes Kranichzentrum. Die KRANICHWELTEN sind mit zahlreichen Mitmachangeboten ausgestattet. Ich war leider noch nicht dort, doch ich schreibe dies auf meine Liste für die nächsten Exkursionen…


Weisst du eigentlich, dass die Kraniche in vielen Ländern als Vögel des Glücks gelten. In Japan schenkt man sich deshalb gegenseitig kleine Papierkraniche. Diese Tradition ist auch bei uns gern gesehen. Deshalb bastle doch auch solch einen Kranich und überrasche deine Eltern oder andere Menschen, die du gern hast!
Ich habe jedenfalls schon mal einen für Opa Wusel gefaltet!

Ich wünsche dir und allen Vogelfreund:innen einen wunderbaren Herbst mit ganz tollen Beobachtungen und tierischen Begegnungen!
Und falls das Wetter mal nicht zu Erkundungen im Freien einlädt, gebe ich dir hier noch einige Tipps zum Thema:

Anna und wildes Wissen
Kranich- und Ikarusprojekt
Podcast „Kids4Kids über Vogelzug“