Der Hausrotschwanz
Jedes Jahr wird vom NABU (Naturschutzbund Deutschland) der „Vogel des Jahres“ gekürt, um auf seine Lebensweise, Bedrohungen und seine Bedeutung für die Natur aufmerksam zu machen.
2025 fiel diese Wahl auf den bemerkenswerten Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros). Dieser hat nicht nur einen auffällig roten Schwanz und einen lebhaften Gesang, sondern auch eine enge Verbindung zum städtischen Raum. Weshalb er auch vor Herausforderungen steht, die durch den Wandel der Städte und Landschaften geschaffen werden.
Ein markanter Stadtbewohner
Der Hausrotschwanz ist ein mittelgroßer, in Europa weit verbreiteter Singvogel, der besonders in städtischen Gebieten, aber auch in ländlichen Regionen lebt. Er gehört zur Familie der Fliegenschnäpper und zeichnet sich durch seinen rostroten Schwanz aus. Neben der roten Schwanzfärbung hat der männliche Hausrotschwanz einen grauen Körper und ein dunkles Gesicht. Die Weibchen und Jungvögel sind hingegen eher graubraun. Hausrotschwänze werden zwischen 13-15 cm groß, 14-20 g schwer und leben ca. 7 Jahre.


Fotos: Dirk Vegelahn
Obwohl sie ursprünglich Felsen und steile Hänge besiedelten, leben sie nun häufig in der Nähe von Siedlungen. Dabei haben sie sich bestens an das Leben in Städten angepasst. Besonders häufig kann man den Hausrotschwanz an Nischen in Gebäuden, Dachstühlen oder anderen künstlichen Strukturen beobachten. Auch in ländlichen Gebieten, in denen alte Gebäude und Mauerwerke zu finden sind, ist der Hausrotschwanz oft anzutreffen.



Lebensweise und Fortpflanzung des Hausrotschwanzes
Der Hausrotschwanz ist ein Insektenfresser und jagt hauptsächlich Fluginsekten wie Fliegen und Mücken, aber auch andere wirbellose Tiere stehen auf seinem Speiseplan. Um diese zu fangen, nutzt er oft seine ausgezeichneten Flugfähigkeiten. Dafür hält er von einem erhöhten Punkt Ausschau und sobald er ein potentielles Beutetier entdeckt, stürzt er sich schnell auf es oder fängt es im Flug. Alternativ frisst der Hausrotschwanz auch Beeren und sucht auf dem Boden hüpfend nach Nahrung. Ihr Gesang ist unverwechselbar und besteht aus verschiedenen trillernden Tönen. Mit seinem Gesang ist der Hausrotschwanz meist schon 70 Minuten vor Sonnenaufgang zu hören. Der laute Gesang besteht aus klappernden, knirschenden, pfeifenden und fauchenden Elementen. Diese werden in wechselnder Reihenfolge wiederholt und hören sich an, als würde der Hausrotschwanz in ein Telefon singen, bei dem der Empfang schlecht ist. Auch mit einem scharf pfeifenden „fist“ lässt der Hausrotschwanz von sich hören. Dabei wird er oft mit dem sehr ähnlichen Gartenrotschwanz verwechselt.


Die Brutzeit beginnt meist im Frühjahr. Das Weibchen legt mehrere Eier in ein Nest, das oft unter Dächern oder in Spalten am Gebäude zu finden ist. Das Nest besteht aus Gräsern, Moos und Federn und wird vom Weibchen gebaut. Beide Elternteile kümmern sich um die Aufzucht der Jungvögel, die nach etwa 14 bis 16 Tagen ausfliegen und sich schnell selbst versorgen können.
Bedrohungen und Herausforderungen
Trotz seiner Anpassungsfähigkeit an städtische Lebensräume steht der Hausrotschwanz vor einigen Herausforderungen, die seine Bestände in Zukunft gefährden könnten. So werden z.B. durch Renovierungen und das Errichten von Neubauten ohne Nischen und Spalten die natürlichen Lebensräume und Brutplätze zerstört. Auch die zunehmende Versiegelung von Flächen und die Veränderung von Grünflächen schaden dem Hausrotschwanz. In dicht bebauten Städten fehlt es ihm geeigneten Nistplätzen.
Um die Hausrotschwänze bei der Suche nach Nistplätzen zu unterstützen, kann man deshalb einen Halbhöhlen-Nistkasten selbst bauen. Dafür findet ihr hier eine Anleitung des NABU.
Jedoch können sich die Lebensbedingungen des Hausrotschwanz auch durch die zunehmende Erderwärmung verändern. Extreme Wetterbedingungen wie starke Regenfälle oder längere Hitzeperioden treten häufiger auf und können die Fortpflanzung und das Überleben negativ beeinflussen.
Jedoch können sich die Lebensbedingungen des Hausrotschwanz auch durch die zunehmende Erderwärmung verändern. Extreme Wetterbedingungen wie starke Regenfälle oder längere Hitzeperioden treten häufiger auf und können die Fortpflanzung und das Überleben negativ beeinflussen.
Warum ist die Wahl des Hausrotschwanzes als „Vogel des Jahres“ wichtig?
Mit seinem Jahresvogel-Wahlspruch „Mut zur Lücke“ drückt der Hausrotschwanz auf lustige Art und Weise aus, dass es wichtig ist, unsere Städte naturnah zu halten. Denn auch die Städte sind Lebensräume für eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Für ein harmonisches Zusammenleben müssen wir nicht nur die Lebensräume von den Tieren bewahren, sondern auch pflegen.
Somit wird auch unser Leben grüner!

