Gesund und lecker – „Die Knoblauchsrauke“

Riecht gut, schmeckt gut, ist gesund
„Die Knoblauchsrauke“

Eine Alte Bekannte

Funde von Kochstätten vergangener Zeiten belegen, dass Menschen die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) schon seit mindestens 5.000 Jahren verwenden. Im Mittelalter wurde sie häufig in Gärten angebaut und war eine wichtige Gewürzpflanze, da Salz, Pfeffer und andere importierte Aromen sehr teuer waren. Sie war Bestandteil von grünen Soßen zu Fisch und Fleisch und von den traditionell im Frühling gekochten Kräutersuppen, die den Menschen nach langen auszehrenden Wintern neue Kräfte schenkten.

Auch heute können wir die antiseptischen, blutreinigenden, harntreibenden, schleimlösenden und verdauungsfördernden Eigenschaften des Lauchkrauts, wie die Knoblauchsrauke auch gerne genannt wird, für eine Frühjahrskur nutzen. Die gesamte Pflanze mit ihrem pfeffrigen-knoblauchartigen Geschmack lässt sich vielfältig verwenden, z.B. im (Wildkräuter-)Salat, im Salatöl, im Kräuteressig, in Pesto, im Frischkäse, Quark oder einfach auf dem Butterbrot.

Die Knoblauchsrauke enthält viel Vitamin A, welches wichtig für zahlreiche Stoffwechselprozesse ist. Außerdem Vitamin C, das unser Immunsystem stärkt. Daneben beruht ihre Heilwirkung auf Saponinen (= Seifenstoffen), welche schleimlösend wirken, ätherischen Ölen und Senfölglykosiden. Letztere zeigen ihre Zugehörigkeit zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) an und sind ein sicheres Erkennungsmerkmal für die Knoblauchsrauke. Die ätherischen Öle und Senfölglykoside sind für den knoblauchartigen Duft der Pflanze verantwortlich. Zerreibt einmal die Blätter zwischen euren Fingern – dann erkennt ihr den charakteristischen Geruch…



Knoblauchsrauke erkennen…

Die Blätter der zweijährigen Knoblauchsrauke können recht vielgestaltig sein und auch die Pflanze selbst variiert in ihrer Größe. Im ersten Jahr ist die Pflanze oftmals nur ca. 20 cm hoch und bildet eine Blattrosette aus lang gestielten, fast runden, eingekerbten Blättern dicht über dem Erdboden aus. Im zweiten Jahr erwächst aus ihrer Mitte ein, besonders im unteren Bereich, haariger Stängel empor. Unter günstigen Bedingungen kann die Pflanze nun ca. 100 cm hoch werden.

Zwischen April und Juli ist die Rauke sehr gut an, ihren weißen, kreuzartig gegliederten Blütentrauben oben auf an der Triebspitze zu erkennen. Die duftenden Blüten sind ein wichtiger Nektarlieferant für verschiedene Schmetterlingsarten und Bienen. Diversen Raupenarten dient die Knoblauchsrauke als Futterpflanze. Sie liebt stickstoffhaltige Böden und kommt deshalb gerne zusammen mit Brennnesseln vor. Ihr findet sie häufig an halbschattigen Wegrändern in Laubwäldern, im Park, in Gehölzen, Gebüschen, Hecken, aber auch an Mauern, auf Schuttplätzen und an Wegrändern in der Stadt.

Knoblauchsrauke ernten…

Man kann die Knoblauchsrauke, außer im tiefsten Winter, fast das ganze Jahr über finden und auch bedenkenlos ernten. Aufgrund ihrer flüchtigen ätherischen Öle ist es am besten, die Blüten, Triebe, Stängel und Blätter frisch zu verwenden, da ihr Aroma beim Trocknen sehr schnell verfliegt. Konserviert in Öl oder auch tiefgefroren, könnt ihr den feinen, im Gegensatz zum Knoblauch nach dem Verzehr nicht anhaftenden, pfeffrig-würzigen Geschmack bis in den Winter hinein genießen.

Wenn ihr sie noch nicht kennt, geht auf die Pirsch und haltet aufmerksam nach der Knoblauchsrauke Ausschau. Ihr werdet erstaunt sein, an welch zahlreichen und oft auch sehr unterschiedlichen Orten euch diese äußerst schmackhafte, dufte, wuchsfreudige und doch vielleicht für so manche*n von euch (noch) eher unscheinbare, kleine Gewürz-, Heil-, Nektar- und Küchenpflanze begegnen wird.

Viel Spaß beim Suchen und Sammeln!

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